Mit dem Gravelbike die Schweiz erkunden: 4 Touren abseits des Verkehrs
Suche nach dem Schotterglück – auf dem Gravelbike durch die SchweizSportlich und doch abseits des Verkehrs: Diese vier Tourenvorschläge für Gravelbikes zeigen, was den Reiz des Velofahrens auf Schotter ausmacht...
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Suche nach dem Schotterglück – auf dem Gravelbike durch die Schweiz
Sportlich und doch abseits des Verkehrs: Diese vier Tourenvorschläge für Gravelbikes zeigen, was den Reiz des Velofahrens auf Schotter ausmacht.
Andrea Freiermuth23.08.2026, 05.30 Uhr
4 Leseminuten

Illustration Jasmin Hegetschweiler / NZZ
Gravelbiken verbindet das Beste aus zwei Welten: Es vereint das sportliche Fahrgefühl eines Rennvelos mit der Freiheit, Autos und Asphalt hinter sich zu lassen. Kein Lärm, kaum Verkehr, kein Stress. Einfach nur Natur. Doch die besten Schotterstrecken stehen selten auf Wegweisern. Die folgenden vier Tourenvorschläge liefern nicht nur konkrete Beispiele, sondern vermitteln gleichzeitig auch Tipps, wo und wie sich weitere Gravelstrecken finden lassen – etwa indem man sich an Flussläufen, historischen Verkehrswegen oder ausgewählten Strecken von Schweizmobil orientiert.
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Aussicht und Abwechslung im Fricktal
Distanz: 32 km
Naturbelag: 18 km
Höhenmeter: 840 m
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Einige Mountainbike-Routen auf Schweizmobil enthalten deutlich mehr Schotter als Singletrails und eignen sich deshalb hervorragend für Gravelbikes. Ein besonders lohnendes Beispiel ist die Tiersteinberg-Tour, Nummer 955, im Fricktal.
Die Rundtour ab Frick führt zunächst durch die sanft gewellte Landschaft des Juraparks Aargau, vorbei an Obstgärten, dem Flugplatz Schupfart und kleinen Dörfern, bevor der eigentliche Anstieg durch den Wald auf den Tiersteinberg beginnt. Aussichtspunkte wie die Wegenstetter und Schupfarter Fluh, die Ruine Alt-Tierstein oder die Buschberg-Kapelle machen die Strecke abwechslungsreich. Als Belohnung folgt eine genussvolle Abfahrt durch die typische Fricktaler Obstbaumlandschaft – besonders eindrucksvoll während der Kirschblüte im Frühling.
Auf dem Polenweg am Rhein
Distanz: 37 km
Naturbelag: 16 km
Höhenmeter: 247 m
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Die sogenannten Polenwege zählen zu den spannendsten Geheimtipps für Gravelbike-Touren. Sie wurden während des Zweiten Weltkriegs von in der Schweiz internierten polnischen Soldaten gebaut, die mit grossem handwerklichem Geschick Strassen und Wege in den Bergregionen anlegten. Dank ihrer robusten Bauweise, der geringen Steigung und dem meist unbefestigten Belag eignen sich viele dieser historischen Wege heute hervorragend für Gravelbikes.
Ein schönes Beispiel ist die «Rhein-Momente-Gravelrunde» im Domleschg. Die abwechslungsreiche Runde führt entlang des Hinterrheins, über einen Abschnitt des Polenwegs sowie zur Rheinvereinigung bei Reichenau. Ruhige Forststrassen und imposante Ausblicke auf den Fluss und die Rheinschlucht sorgen für abwechslungsreiche Gravelkilometer.
Genuss in den Jurahöhen
Distanz: 65 km
Naturbelag: 33 km
Höhenmeter: 1780 m
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Der Jura bietet ungezählte Naturstrassen und Waldwege – ideale Voraussetzungen für ausgedehnte Graveltouren. Der folgende Tourenvorschlag verbindet mit Vallorbe, Romainmôtier, dem Lac de Joux und dem Col du Marchairuz einige weniger bekannte Schätze der Region. Unterwegs wechseln sich lichte Tannenwälder und weite Juraweiden ab.
Mit 65 Kilometern ist die Tour mit Start in Vallorbe und Ziel in Saint-George anspruchsvoll, lässt sich aber problemlos auf zwei Tage aufteilen. In diesem Fall bietet sich eine Übernachtung am Lac de Joux an. So oder so sollte man es nicht verpassen, im «Restaurant du Lac» in Le Pont eine frische Forelle zu essen.
Kühle Fahrt entlang der Sihl
Distanz: 37 km
Naturbelag: 24 km
Höhenmeter: 630 m
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Flüsse sind ideale Wegweiser für abwechslungsreiche Graveltouren. Entlang ihrer Ufer verlaufen oft naturbelassene Wege, fernab vom motorisierten Verkehr. Ein schönes Beispiel ist die Strecke von Zürich nach Hütten entlang der Sihl. Schon wenige Kilometer nach der Stadt taucht die Route in eine überraschend wilde Flusslandschaft ein.
Der Weg führt durch schattige Wälder und vorbei am Sihlsprung, wo sich der Fluss tief in den Felsen gegraben hat. Ein Highlight sind auf dieser Höhe auch die Tunnel, die 1898 als Baustellenzugänge angelegt wurden. Damals erschloss die Stadt Zürich zusätzliche Quellfassungen und verlegte hier Wasserleitungen. An heissen Sommertagen bietet die Tour angenehme Kühle und zeigt, wie schnell sich die Hektik der Stadt gegen die Ruhe einer naturnahen Flusslandschaft eintauschen lässt.
Inspiration für weitere Touren
Bilderreiches Veloreisebuch: «Gravelpacking Schweiz» vereint zwanzig sorgfältig ausgewählte Graveltouren quer durchs Land. Jede Route enthält Angaben zum Schotteranteil sowie einen Link zu den GPX-Daten für die einfache Navigation. Das Hardcover mit vielen schönen Bildern macht auch auf dem Couchtisch eine gute Falle. Beim Anschauen wird es aber garantiert nicht bleiben. Denn die Beschreibung der Strecken sowie die Tipps zu Gastronomie und Übernachtungen machen Lust, sofort aufzubrechen.
Website mit Tipps: Auch Schweizmobil steigt auf den Schottertrend auf. Unter dem Titel «Die schönsten Graveltouren» präsentiert die Stiftung auf ihrer Website derzeit fünfzehn ausgewählte Routenvorschläge. Gleichzeitig zeigt die neue Gravelstrategie auf, wie die Kantone und Destinationen den Liebhabern von Schotterpisten künftig noch einen besseren Service bieten können. Neu können Veloland- und Bikeland-Routen, die sich für Gravelbikes eignen, mit dem Zusatz «Gravel» im Namen der Route ausgeschildert werden.
Anlässe für Gravelfans: Auch offizielle Gravelanlässe eignen sich als Ideenlieferanten. Die Gravel Trans Jura etwa führt auf rund 400 Kilometern und 11 000 Höhenmetern zu den grössten Highlights des Jurabogens. Die Strecke kann jeweils Anfang Juni als Bikepacking-Abenteuer mit gemeinsamem Start und Opening-Event oder individuell und terminlich ungebunden absolviert werden. Für 39 Franken erhält man Zugang zu einer App mit den GPX-Daten sowie zu einer detaillierten Roadmap mit Unterkünften, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten entlang der Strecke.
Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»
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