Champions League: Sturm gegen Fenerbahce chancenlos

Die Ambitionen von Sturm Graz auf die UEFA Champions League haben am Mittwochabend in Istanbul einen Rückschlag erlitten. Der österreichische Vizemeister war im Hinspiel der dritten Runde der Qualifikation im Duell mit Fenerbahce Instanbul chancenlos und verlor 0:2. Sturm hatte keinen Zugriff auf das Spiel und braucht im Rückspiel nächsten Dienstag (20.15 Uhr, live in ORF1) in Graz eine klare Leistungssteigerung.

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Champions League: Sturm gegen Fenerbahce chancenlos

Champions League

Die Ambitionen von Sturm Graz auf die UEFA Champions League haben am Mittwochabend in Istanbul einen Rückschlag erlitten. Der österreichische Vizemeister war im Hinspiel der dritten Runde der Qualifikation im Duell mit Fenerbahce Instanbul chancenlos und verlor 0:2. Sturm hatte keinen Zugriff auf das Spiel und braucht im Rückspiel nächsten Dienstag (20.15 Uhr, live in ORF1) in Graz eine klare Leistungssteigerung.

Online seit gestern, 22.08 Uhr

(Update: gestern, 23.03 Uhr)

Talisca (10.) und Mason Greenwood (45.) erzielten bereits vor der Pause aus platzierten Schüssen, bei denen die Sturm-Verteidigung jedoch zu passiv war, die Tore. Die Grazer fanden in den zweiten 45 Minuten besser in die Partie und konnten zumindest einen größeren Rückstand verhindern.

Obwohl die Türken noch nicht im Meisterschaftsmodus sind, machte die um 80 Millionen Euro und Spielern wie Greenwood und Nathan Ake verstärkte Mannschaft in der ersten Hälfte einen eingespielten Eindruck, erst am Ende des Matches machten sich konditionelle Mängel bemerkbar.

Talisca schießt Fenerbahce in Führung (10.)

Talisca, der zuletzt mit Cristiano Ronaldo bei al-Nassr in Saudi-Arabien gespielt hat, traf bereits nach neun Minuten.

Die individuelle Klasse von Fenerbahce, die mit Marco Asensio (einst Real Madrid, PSG), Milan Skriniar (Inter, PSG) und Matteo Guendouzi (Arsenal, Marseille, Lazio) in der Startelf begannen, war vor 40.000 fanatischen Fans über jener der Grazer, die kaum einmal den Ball über längere Phasen in den eigenen Reihen halten konnten.

Sturms Serie endet in Istanbul

Mit dem 2:0 ging eine Serie zu Ende, während eine andere fortgesetzt wurde. Im neunten Spiel einer österreichischen Mannschaft gibt es weiterhin keinen Sieg. Die Türken halten bei sechs Siegen und drei Remis. Zu Ende ging hingegen der Erfolgslauf der Steirer, die seit Februar dieses Jahres 17 Pflichtspiele in Folge nicht verloren hatten.

Sollte Sturm die Hürde Fenerbahce nicht nehmen können, ist die Elf von Trainer Fabio Ingolitsch allerdings bereits fix für die Gruppenphase der Europa League qualifiziert. Das nächste Pflichtspiel für Sturm wartet am Samstag (19.30 Uhr) mit der Auswärtspartie in der zweiten Runde der Admiral Bundesliga im steirischen Derby gegen den TSV Egger Glas Hartberg.

Talisca beweist Torriecher

Ingolitsch vertraute auf die gleiche Startelf, die in der zweiten Qualifikationsrunde Heart of Midlothian mit einem Gesamtscore von 6:0 ausgeschaltet hatte. Mittelfeldregisseur Otar Kiteischwili fehlte weiterhin mit Wadenproblemen. Den „Hexenkessel“ im Sükrü-Saracoglu-Stadion bekamen die Grazer direkt beim Ankick zu spüren, als ein schallendes Pfeifkonzert ertönte.

Jubel von Anderson Talisca (Fenerbahce)
Talisca brachte Fenerbahce früh auf die Siegerstraße, von der sie von Sturm nicht mehr verdrängt werden konnten

Die Ingolitsch-Elf machte die Räume in einem tiefen Defensivblock bis zur zehnten Minute gut dicht. Dann versenkte Torjäger Talisca einen Drehschuss von der Strafraumgrenze, umzingelt von einem halben Dutzend Sturm-Akteuren, wuchtig im langen Eck. Der Plan, möglichst lange die Null zu halten, war nicht von Erfolg gekrönt.

Kein Elfmeter für Sturm

85 Prozent Ballbesitz in der ersten Viertelstunde für Nathan Ake, N’Golo Kante, Marco Asensio, Matteo Guendouzi und Co. waren vielsagend. Viele Chancen erspielte sich der türkische Traditionsverein aber nicht. Sturm kam allerdings auch nur selten zu Entlastungsangriffen.

Milan Skriniar (Fenerbahce) mit einem Tackling gegen Seedy Jatta (Sturm Graz)
Seedy Jatta wurde in der 32. Minute im Strafraum zu Fall gebracht

In Minute 32 verfehlte Seedy Jatta knapp eine Hereingabe und blieb kurz darauf nach einem elfmeterverdächtigen Zweikampf mit Milan Skriniar im Strafraum liegen. Das Schiedsrichterteam um den Engländer Chris Kavanagh ließ weiterspielen. Kurz vor der Pause erhöhte Greenwood nach einem kurz abgespielten Eckball mit einem Schuss aus 20 Metern ins kurze Eck (45.).

Chudjakow und Stankovic halten 0:2

Nach dem Halbzeitpfiff tauschten Sturm-Verteidiger Jeyland Mitchell und Talisca noch auf dem Rasen ihre Trikots. In der zweiten Halbzeit dribbelte sich Jatta zu einer guten Schussposition, kam aber nicht zum Abschluss (53.). Auf der Gegenseite war Sturm-Schlussmann Daniil Chudjakow bei einem Greenwood-Schuss zur Stelle (59.), wenige Sekunden später gegen Aktürkoglu (60.).

Mit zwei weiteren Paraden gegen Talisca (67., 68.) hielt Chudjakow sein Team im Spiel. Dann schaltete Fenerbahce im dritten Pflichtspiel der Saison einen Gang zurück, Sturm kam in der Offensive mehr zur Geltung. Die beste Möglichkeit auf den Anschlusstreffer fand „Joker“ Nelson Weiper mit einem Seitfallzieher (70.) vor.

Stimmen zum Spiel:

Fabio Ingolitsch (Sturm-Trainer): „Natürlich tut es weh, wenn man ein Spiel verliert. Wir haben gewusst, dass wir der klare Außenseiter sind. Wir sind auf eine Mannschaft getroffen, die gespickt ist mit hoher individueller Qualität, mit Weltstars, mit Champions-League-Siegern und Weltmeistern. Wir haben das Spielglück und das Momentum nicht ganz auf unsere Seite ziehen können. Ganz im Gegenteil, es ist auf die Seite von Fenerbahce gefallen. In der zweiten Halbzeit haben wir Charakter bewiesen.“

Jürgen Heil (Sturm Graz): „Es war ein Gegner mit sehr viel Qualität, das haben sie uns im Ballbesitz spüren lassen und uns viel laufen lassen. Doch muss man sagen, dass wir mit zwei Schüssen auf das Tor zwei Tore bekommen. Das tut halt brutal weh, weil das wäre so nicht notwendig gewesen. Ich denke, wir haben ganz gut verteidigt. Natürlich haben uns auch die Momente im Ballbesitz gefehlt. Dennoch leben wir noch. Es ist ein 0:2 und Fenerbahce muss auch noch nach Liebenau.“

Champions-League-Qualifikation, dritte Runde

Mittwoch:

Fenerbahce Istanbul – Sturm Graz 2:0 (2:0)

Istanbul, Sükrü Saracoglu Stadion, SR Kavanagh (ENG)

Torfolge:
1:0 (10.) Talisca
2:0 (45.) Greenwood

Fenerbahce: Mert Günok – Nelson Semedo (85./Müldür), Skriniar, Ake, Oosterwolde (30./Brown) – Kante – Asensio (70./Kahveci), Guendouzi – Greenwood (69./Fred), Talisca, Kerem Aktürkoglu (85./Aydin)

Sturm: Chudjakow – Heil, Vallci, Mitchell, Soglo – S. Seidl (64./Mamageischwili), Weinhandl (64./Fosso), Gorenc Stankovic, Hödl (87./Beganovic) – Wlodarczyk (46./Kayombo), Jatta (64./Weiper)

Gelbe Karten: keine bzw. Gorenc Stankovic, Heil, Kayombo

Rückspiel am Dienstag (20.30 Uhr, live in ORF21) in Graz.

Auf den Aufsteiger wartet im Play-off der Sieger des Duells Sparta Prag gegen Olympique Lyon.