Zoff um Mont-Blanc-Rettung eskaliert – Bürgermeister kontert Alpenverein und legt gegen Bergsteiger nach
tzWeltStreit um Hubschrauber-Rettung von 32 Bergsteigern – Bürgermeister legt in Alpen-Zoff nachStand: 17.08.2026, 21:43 UhrKommentareUns auf Google folgenEine Hubschrauber-Rettungsaktion am Mont Blanc löst hit...
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Streit um Hubschrauber-Rettung von 32 Bergsteigern – Bürgermeister legt in Alpen-Zoff nach
Stand: 17.08.2026, 21:43 Uhr
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Eine Hubschrauber-Rettungsaktion am Mont Blanc löst hitzige Diskussionen aus. Der Chef des Alpenvereins meldet sich jetzt zu Wort.
Saint-Gervais-les-Bains – Im Sommer wagen viele Bergsteiger den Aufstieg auf den höchsten Berg der Alpen: den Mont Blanc (4810 Meter). Einmal im Leben auf dem Gipfel des Mont Blanc zu stehen, ist für viele Alpinisten ein Traum, ist auf Bergportalen im Internet zu erfahren. Für eine Gruppe von Bergsteigern hat die Tour zum Mont Blanc ein finanzielles Nachspiel. Sie sollen die Hubschrauber-Rettung aus eigener Tasche bezahlen. Über den Vorfall ist ein Streit entbrannt.

„Offensichtlich haben Sie keine Ahnung, was sich auf den Hütten abspielt, und keinerlei Kontakt zu den Hüttenwirten“, kommentierte der Bürgermeister von Saint-Gervais-les-Bains, Jean-Marc Peillex, einen LinkedIn-Beitrag des französischen Alpenvereins-Chefs Van der Elst. Dabei hatte sich der Präsident des französischen Alpenvereins (FFCAM) in seinem Beitrag hinter die Bergsteiger gestellt und Schilderungen zum Vorfall am Mont Blanc widersprochen.
Hubschrauber-Evakuierung am Mont Blanc – Bergsteiger sollen für Rettung zahlen
Kurz zurück zum Anfang der Diskussion: Nach einem massiven Steinschlag am Mont Blanc am 11. August ordnete der Bürgermeister Jean-Marc Peillex ab 14 Uhr die Schließung der Tête-Rousse- und der Goûter-Hütte an. 32 Bergsteiger saßen daraufhin auf der Goûter-Hütte am Mont Blanc (3835) fest. Die Alpinisten waren zu diesem Zeitpunkt bereits oben. Gegen die Verfügung selbst haben sie damit nicht verstoßen – wohl aber hatten sie zuvor Warnungen von Bergführerverbänden und dem Office de Haute Montagne ignoriert.
Am nächsten Morgen (12. August) baten die Bergsteiger um einen kostenlosen Hubschrauberflug ins Tal. Peillex lehnte ab. Er sprach von einer „absurden Situation“. Die Bergsteiger hätten den Aufstieg zur Goûter-Hütte bewusst angetreten und gewusst, dass sie anschließend auch wieder absteigen müssten. Zudem sei ein Abstieg zu Fuß nach Rücksprache mit dem Bergrettungsdienst PGHM wieder möglich gewesen. Ein Teil der Gruppe stieg tatsächlich ohne Zwischenfälle ab, die anderen flogen auf eigene Kosten mit einem privaten Hubschrauber des Unternehmens CMBH aus.
Rettungsdienste sollten laut Peillex ausschließlich für „echte Notfälle“ gelten und „gleichzeitig unverantwortliche Personen für ihren Missbrauch und ihr riskantes Verhalten zur Rechenschaft ziehen“.
Hubschrauber-Rettung am Mont Blanc: Präsident des französischen Alpenvereins widerspricht
Charles Van der Elst, Präsident des französischen Alpenvereins (FFCAM), meldete sich dann in einer LinkedIn-Mitteilung zu Wort. „Lassen wir nicht zu, dass sich eine Darstellung durchsetzt, die nicht der Wahrheit entspricht.“ Den Bergsteigern sei demnach nichts vorzuwerfen: Sie hätten erst auf der Hütte von der Steinschlaggefahr erfahren, die Sperrungsentscheidung sei kurzfristig gefallen. Und grundsätzlich gelte: „Die Bergrettung basiert auf einem einfachen Prinzip: Man macht die Rettung nicht davon abhängig, wie die Person dorthin gelangt ist.“
Bürgermeister kontert: „Kein Bezug zur Realität“
Bürgermeister Peillex ließ das jedoch nicht auf sich sitzen. Auf Instagram bezeichnete er die Stellungnahme des Alpenvereins als „sinnlose Kontroverse“ und schoss scharf gegen Van der Elst: „Er hat keinen Bezug zur Realität in den Bergen“, schreibt Peillex. „Es ist an der Zeit, dass die Akteure aus den Bergen wieder die Zügel in die Hand nehmen, um diesen Standpunkten der Stadtbewohner entgegenzutreten.“
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Bergrettung in den Alpen: Hubschraubereinsatz kostet schnell 3000 Euro
Der Fall hat auch eine praktische Dimension für deutsche Bergsteiger. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen Bergungskosten nur, wenn der Einsatz medizinisch notwendig ist – also etwa nach einem Sturz mit Verletzungen. Wer unverletzt gerettet wird, zahlt oft selbst. Ein Helikoptereinsatz in den Alpen kostet im Schnitt zwischen 3000 und 5000 Euro. Mitglieder des Deutschen Alpenvereins (DAV) sind besser abgesichert: Der Verband erstattet Such-, Bergungs- und Rettungskosten bis zu 50.000 Euro. Voraussetzung: kein vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verhalten.
Bergsteigen ist immer mit einem Risiko verbunden. Völlig unerwartet verloren Bergsteiger-Star Nirmal Purja und neun Mitstreiter bei einer Expedition am Broad Peak in Pakistan ihr Leben. Im selben Gebirge war Laura Dahlmeier tödlich verunglückt. (Quellen: Saint-Gervais-les-Bains, Instagram, Linkedin, franceinfo.fr) (ml)