Iran: Straße von Hormus droht nun auch Ölpest

Nach Monaten der Gefechte um die Schifffahrt in der Straße von Hormus kämpft der Iran nach eigenen Angaben nun gegen schwere Ölverschmutzungen, die Schutzgebiete bedrohen. Auch vor der Küste von Oman breitet sich nach der Havarie eines Tankers ein Ölteppich aus. Im Konflikt um die Meerenge gibt es unterdessen keine Anzeichen für eine neue Annäherung.

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Iran: Straße von Hormus droht nun auch Ölpest

Iran

Nach Monaten der Gefechte um die Schifffahrt in der Straße von Hormus kämpft der Iran nach eigenen Angaben nun gegen schwere Ölverschmutzungen, die Schutzgebiete bedrohen. Auch vor der Küste von Oman breitet sich nach der Havarie eines Tankers ein Ölteppich aus. Im Konflikt um die Meerenge gibt es unterdessen keine Anzeichen für eine neue Annäherung.

Online seit heute, 18.08 Uhr

Bereits am Freitag hatte die staatliche Nachrichtenagentur IRNA berichtet, dass 3,2 Hektar der iranischen Küste sowie neun Hektar der Küstengewässer nahe der Insel Keschm betroffen seien. Es seien unter anderem Mangrovenwälder betroffen. Vorher hatte es von offiziellen Stellen noch geheißen, die Ölverschmutzung sei bereits eingedämmt.

In dem IRNA-Bericht hieß es, auch Brutgebiete für Meeresschildkröten seien betroffen. Man gehe davon aus, dass die Ölverschmutzung vom Meer aus an die Küste getrieben worden sei. Die genaue Ursache sei bisher nicht ausgemacht, hieß es bei „Etemad“.

Auch nach Erkenntnissen der Umweltorganisation Greenpeace wird an weiten Abschnitten im Süden von Keschm Öl angespült.

Weitere Ölteppiche

Satellitenbilder vom Donnerstag zeigten zudem weitere Ölverschmutzungen in der Straße von Hormus, wie Greenpeace mitteilte: einen rund 500 Quadratkilometer großen Ölteppich sowie zwei kleinere von rund 100 sowie 20 Quadratkilometer Fläche.

Ein Ölteppich liegt an der Küste von Oman. Dort war der Tanker „Caroline Bezengi“ auf Grund gelaufen, der Russlands „Schattenflotte“ zugerechnet wird und unter EU-Sanktionen steht. Er droht nach Experteneinschätzung auseinanderzubrechen. Ob die Ölverschmutzung an der iranischen Küste mit der „Caroline Bezengi“ in Zusammenhang steht, war noch unklar.

Ölfilm am Wasser an einem Strand auf Insel Qeshm
Bei der Insel Keschm schwimmt ein Ölfilm auf dem Wasser

Um faktisch die Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu blockieren, hatten die iranischen Streitkräfte seit Ausbruch des Iran-Krieges viele Frachter attackiert. Die USA reagierten mit einer Seeblockade für iranische Schiffe und feuerten ebenfalls mehrfach, um diese manövrierunfähig zu machen.

Trump: „Großer Dienst für die Welt“

Bei der Konfliktbeilegung gab es zuletzt keinerlei Fortschritte. In ihrem Rahmenabkommen hatten Washington und Teheran vereinbart, dass es innerhalb von 60 Tagen Verhandlungen geben soll. Diese Frist läuft an diesem Wochenende aus.

US-Präsident Donald Trump rief unterdessen die US-Bürger dazu auf, sich auf weiterhin hohe Kraftstoffpreise einzustellen. Es sei den Preis wert, „ein kleines bisschen mehr für Benzin“ zu zahlen, um sicherzustellen, dass ein „sehr böses Land“ nicht über Atomwaffen verfüge, sagte er am Freitag auf einer Wahlkampfveranstaltung.

„Was wir tun, ist ein großer Dienst für die Welt, nicht nur für uns selbst.“ Zudem sagte der US-Präsident, er wolle die Straße von Hormus zu US-Territorium erklären: „Nachdem wir den Iran besiegt haben (…), werde ich die Straße von Hormus schon bald zum Territorium der Vereinigten Staaten erklären“, so Trump.

Iran: Noch kein Beschluss für neue Gespräche

Der Iran wiederum forderte am Samstag die USA auf, ihre Niederlage einzugestehen. „Diese Meerenge wird nur unter dem Kommando des Iran geöffnet und geschlossen“, erklärte der iranische Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi auf der Onlineplattform X. Solange die USA die Realität der Niederlage nicht akzeptierten, werde der Iran die Blockade weiter durchsetzen. Die Straße von Hormus könne nicht durch einen Tweet, einen Flugzeugträger, einen Befehl oder eine Wahlkampfrede eingenommen werden.

Der iranische Außenminister Abbas Araktschi unterstrich, sein Land habe noch nicht darüber entschieden, ob die Gespräche mit den USA wiederaufgenommen werden sollten. In einem am Samstag veröffentlichten Interview des iranischen Nachrichtenportals Schahrara erklärte er, die US-Regierung müsse Bedingungen für die Straße von Hormus erfüllen, damit der Schiffsverkehr in der Wasserstraße wieder aufgenommen werden könne.