Stadt nennt Zahlen: So viele Obdachlose leben (wahrscheinlich) in Saarbrücken

Wie viele Menschen in Saarbrücken kein Zuhause haben, lässt sich nicht exakt sagen. Doch nun gibt es neue Schätzungen. Die Stadt verteilt an Obdachlose neuerdings Hitzeschutzpakete.

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Stadt nennt Zahlen: So viele Obdachlose leben (wahrscheinlich) in Saarbrücken

Stadt nennt Zahlen So viele Obdachlose leben (wahrscheinlich) in Saarbrücken

Saarbrücken · Wie viele Menschen in Saarbrücken kein Zuhause haben, lässt sich nicht exakt sagen. Doch nun gibt es neue Schätzungen. Die Stadt verteilt an Obdachlose neuerdings Hitzeschutzpakete.

17.08.2026 , 08:40 Uhr

Zwei Obdachlose sitzen vor einem Einkaufsgeschäft (Symbolbild).

Zwei Obdachlose sitzen vor einem Einkaufsgeschäft (Symbolbild).

Foto: dpa/Sina Schuldt

Manche schlafen vor Geschäften in der Bahnhofstraße, in Hauseingängen im Nauwieser Viertel, andere auf Bänken an der Saar oder auf einem Parkplatz. Mindestens gefühlt ist die Zahl der Menschen in Saarbrücken, die kein Zuhause haben, in jüngster Zeit gestiegen. Wie viele wohnungslose beziehungsweise obdachlose Personen es aktuell tatsächlich in der Stadt gibt, weiß man selbst im Rathaus nicht. Die genaue Anzahl könne „nicht exakt bestimmt werden, da sie gewissen Schwankungen unterliegt“.

Was es gibt, sind Schätzungen. Wie einer Vorlage für den kommenden Sozialausschuss des Stadtrates zu entnehmen ist, geht das Sozialamt davon aus, dass in Saarbrücken „rund 80 Personen“ auf der Straße leben. Die Zahl variiere aber „ständig“. Deutlich höher sind die Angaben zu wohnungslosen und obdachlosen Menschen. Als wohnungslos gelten Personen, die keinen eigenen Mietvertrag haben, jedoch über einen Schlafplatz verfügen. Insgesamt rund 320 Menschen werden demnach derzeit in städtischen Obdachlosenunterkünften versorgt. Weitere Menschen in schwierigen Situationen dürften in weiteren Einrichtungen wie Notschlafstellen sozialer Träger unterkommen.

Anlass für die Veröffentlichung dieser neuen Zahlen ist ein Bericht darüber, wie Saarbrücken Obdachlose in Zeiten extremer Hitze unterstützt. Die Stadt, das wird betont, engagiere sich mit ihren Streetworkern und Sozialarbeiterinnen „weit über ihre gesetzlichen Verpflichtungen hinaus mit vielen freiwilligen Leistungen“, um Menschen in Not zu helfen. Streetworker seien regelmäßig im Stadtgebiet unterwegs, würden Betroffene und bekannte Plätze aufsuchen und immer wieder auch auf die Möglichkeit zur Unterbringung in einer Unterkunft hinweisen oder auch über die Standorte der städtischen Trinkbrunnen informieren.

Seit diesem Jahr gilt zudem ein besonderes Hitzeschutzkonzept für obdachlose Menschen. Denn diese verfügen schließlich häufig nicht über einen regelmäßigen Zugang zu kühlen Aufenthaltsräumen oder ausreichend Trinkwasser. Gleichzeitig leiden viele unter chronischen Erkrankungen, Herz-Kreislauf- und psychischen Problemen, nicht wenige sind suchtkrank. All das erhöhe das Risiko für hitzebedingte Gesundheitsprobleme „erheblich“, erklärt die Stadt. Ziele ihres Konzepts sind unter anderem die Verringerung von Gesundheitsrisiken, die Förderung der Eigenvorsorge und die Verbesserung des Zugangs zu gesundheitsfördernden Maßnahmen.

Konkret werden in der Stadt seit einiger Zeit „Hitzeschutzpakete“ verteilt. Sie bestehen aus einer Gürteltasche, Sonnencreme, einem Sonnenschutzhut, einem Kühltuch sowie einer Sprühflasche. Die Stadt hat der Vorlage zufolge unter anderem 100 Tuben Sonnencreme und 100 Sonnenhüte gekauft, insgesamt 633,63 Euro für Obdachlose ausgegeben. Wie viele Tuben oder Hüte bereits verteilt worden sind, ist unklar. (lck)