SpaceX-Aktie unter Emissionspreis: Dunkle Wolke für IPO von Anthropic und OpenAI

Die SpaceX-Aktie notiert jetzt unter ihrem Emissionspreis von 135 Dollar. Kein gutes Zeichen für anstehende Mega-Emissionen von Anthropic oder OpenAI. Im Chart sehen wir: Am 12. Juni wurde die Aktie ausgegeben ...

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SpaceX-Aktie unter Emissionspreis: Dunkle Wolke für IPO von Anthropic und OpenAI

Die SpaceX-Aktie notiert jetzt unter ihrem Emissionspreis von 135 Dollar. Kein gutes Zeichen für anstehende Mega-Emissionen von Anthropic oder OpenAI. Im Chart sehen wir: Am 12. Juni wurde die Aktie ausgegeben zu 135 Dollar, der erste Börsenkurs lag bei 150 Dollar. Dann stieg die Aktie in einer großen Anlegereuphorie bis zum 16. Juni sogar auf das Rekordhoch von 225,64 Dollar. Zu dem Zeitpunkt dachten wohl alle Anleger: Jetzt geht es nur noch aufwärts, alle kaufen, rein da, den schnellen Dollar machen. Wie in vielen anderen Situationen auch, was dieses Hinterher-Rennen hinter schnell steigenden Kursen ein Fehler.

SpaceX-Aktie hat seit dem Börsengang alle Gewinne wieder verloren

SpaceX unter IPO-Preis – für OpenAI und Anthropic ein Problem

Inzwischen sehen wir das Debakel. Die Aktie konnte die Euphorie nicht halten. Viele Anleger nahmen offenbar die schnellen Gewinne mit, Anschlusskäufe blieben aus. Bis gestern Abend sank die SpaceX-Aktie mit 131,11 Dollar unter den Emissionskurs. Und noch schlimmer: Bis jetzt sehen wir vorbörslich in New York für den heutigen Handel ein weiteres Minus von 4,8 % auf 124,79 Dollar.

Dabei sind die Analysten weiterhin frohen Mutes, um es vorsichtig zu formulieren. Immer noch trudeln die Kaufempfehlungen rein für die SpaceX-Aktie. Die Konsensschätzung von 37 Analysten liegt bei 235,34 Dollar für Juli 2027. Bernstein kam heute dazu mit 239 Dollar, RBC Capital gestern mit 225 Dollar. JPMorgan erneuerte gestern sein Ziel von 225 Dollar. Ein Analyst sagt „Verkaufen“, 6 sagen „Halten“, und 30 sagen „Kaufen“.

Wenn SpaceX es nur für so kurze Zeit schafft an der Börse zu glänzen, kann das ein Problem werden für die KI-Schwergewichte Anthropic und OpenAI, die auch in den nächsten Monaten an die Börse gehen wollen. Anleger könnten sich mit der Zeichnung dieser Aktien deutlich zurückhaltender zeigen, und die Firmen könnten schlechtere Bewertungen erzielen beim Erstverkauf ihrer Aktien. Auch der gerade laufende Absturz bei Chipaktien und die US-Notierung von SK Hynix vor wenigen Tagen, die ihren Schwung verloren hat, sind negative Faktoren für neue große IPOs.

Der Rückgang bei Aktien aus Bereichen wie Infrastruktur für künstliche Intelligenz sowie Luft- und Raumfahrt und Verteidigung – zwei der gefragtesten Sektoren für neu börsennotierte Unternehmen – drückte die gewichtete Durchschnittsrendite der diesjährigen US-Börsengänge auf 6 % und blieb damit hinter der Rendite des S&P-500-Index von 11 % zurück, wie aus Daten hervorgeht, die Bloomberg bis zum 15. Juli zusammengestellt hat. Die Mehrheit der US-Börsengänge der letzten zwei Monate notiert unter ihrem Ausgabepreis, wie von Bloomberg zusammengestellte Daten zeigen.

Ausblick auf Börsengänge in den nächsten Monaten

Die Aktivität werde kurzfristig „geringer ausfallen als gedacht“, sagte Michael Ventura, Co-Leiter des Bereichs US-Aktienkapitalmärkte bei der Royal Bank of Canada, in einem Interview. „Es wird zwar Transaktionen geben, die an den Start gehen und ihren Kurs festlegen, aber abgesehen von den namhaften Unternehmen wird es ruhiger zugehen.“

Auch ohne Blockbuster-Deals wie SpaceX und SK Hynix hat der breitere US-Börsengangmarkt nicht gerade für Furore gesorgt. Die gewichtete Durchschnittsrendite dieser US-Börsengänge des Jahres 2026 ist bis zum Handelsschluss am 15. Juli auf rund 10 % zurückgegangen und bleibt damit leicht hinter der Rendite des S&P 500 zurück.

Bis zum 16. Juli haben Unternehmen bereits 157 Milliarden US-Dollar eingeworben, wobei Blankoscheck-Unternehmen und andere Finanzvehikel nicht berücksichtigt sind, wie aus von Bloomberg zusammengestellten Daten hervorgeht. Die Banker sind optimistisch, dass nach dem Labor Day im September weitere Transaktionen folgen werden.

„Gibt es Volatilität am breiteren Markt, die sich auf den IPO-Markt auswirkt? Ja“, sagte Arnaud Blanchard, Co-Leiter des globalen ECM-Geschäfts bei Morgan Stanley. „Aber insgesamt sehen wir keinen Rückgang des Interesses an Transaktionen, die voraussichtlich in den kommenden Quartalen auf den Markt kommen werden.“

FMW/Bloomberg

Claudio Kummerfeld

Über den RedakteurClaudio Kummerfeld

Capital Markets Redakteur

Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.

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