Steilshoop: Sozialdienst zieht um – andere müssen warten
Hamburg Sozialer Dienst in Steilshoop darf umziehen: (k)eine gute Nachricht? Vorn die U5-Baustelle, dahinter das Ärztehaus mit der letzten Apotheke und dem letzten Kinderarzt in Steilshoop ...
- 3 min read
Hamburg
Sozialer Dienst in Steilshoop darf umziehen: (k)eine gute Nachricht?
Der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) in Steilshoop darf aus dem rotten Ärztehaus an einen anderen Ort ziehen. Das sorgt für Unverständnis.
Der ASD verlässt als erster Mieter das sanierungsbedürftige Ärztehaus an der Gründgensstraße in Steilshoop. Der Sozialdienst zieht weiter an den Rand des Stadtteils. Auch für die übrigen Mieter – darunter die letzte Apotheke im Stadtteil – zeichnen sich laut des Bezirksamts Lösungen ab. Bei der CDU sorgt der Umzug des ASD allerdings aus mehreren Gründen für Unbehagen.
In der Woche vom 24. bis 31. August zieht der ASD von der Gründgensstraße 26 in den Edwin-Scharff-Ring 41. Während des Umzugs ist der ASD nur telefonisch oder per E-Mail erreichbar, ab dem 1. September wird der Dienst dann wieder für den Publikumsverkehr geöffnet sein.
Der Grund: Das in die Jahre gekommene EKZ Steilshoop sowie das Ärztehaus sollen saniert und umgebaut werden. Für die bisherigen Mieter sind laut Angaben des Bezirksamts „alternative Lösungen erforderlich“. Daher habe man für den ASD im Edwin-Scharff-Ring eine Interimslösung entwickelt. Mitte 2027 soll der Sozialdienst dann noch einmal innerhalb des Edwin-Scharff-Rings an einen finalen Standort umziehen.
Anzeige
Umzug des ASD in Steilshoop sorgt für Ärger
Ursprünglich sei eine Übergangsfläche im EKZ Steilshoop vorgesehen gewesen. Diese wurde aber „aufgrund der Raumstruktur, des Tageslichtbezugs und der Zugänge verworfen“. Der Edwin-Scharff-Ring 41 wäre laut des Bezirksamts die beste Alternative.
Anzeige
Der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Sandro Kappe (CDU) hat beim Umzug des ASD gleich aus mehreren Gründen Bedenken. „Damit zieht eine wichtige öffentliche Einrichtung aus dem zentralen Innenbereich Steilshoops an den Rand des Stadtteils – fast an die Grenze zu Barmbek-Nord und Ohlsdorf“, sagt er. Für die Menschen in Steilshoop und das Einkaufszentrum sei das ein „fatales Signal“.
Dass der ASD, also ein Teil der öffentlichen Verwaltung, zuerst umziehen darf, sieht Kappe ebenfalls kritisch: „Während andere Nutzer des EKZ noch immer auf verlässliche Perspektiven warten, hat die Verwaltung für den eigenen Sozialdienst längst eine neue Unterkunft gefunden.“
Anzeige
Ärztehaus in Steilshoop: Was wird aus der letzten Apotheke?
Tatsächlich kämpft unter anderem die letzte Apotheke im Stadtteil, die ebenfalls im Ärztehaus an der Gründgensstraße sitzt, seit Jahren um eine verlässliche Perspektive. Dazu heißt es auf Nachfrage aus dem Bezirksamt: „Die Verlagerung der Mieter befindet sich vorrangig im Verantwortungsbereich der Eigentümerin.“
Nach Informationen des Bezirksamts sei eine Interimsunterbringung für einige Mieter im EKZ geplant. Für die Apotheke prüfe die Eigentümerin des EKZ eine Unterbringung in Containern. „Dabei unterstützen die zuständigen Behörden die Inhaberin der Apotheke sowie auch weitere Praxen aus dem Ärztehaus bei ihren Gesprächen.“