Sonnenfinsternis 2026 in Potsdam: Menschen, die auf die Sonne und Schnuppen starren
Himmelsspektakel über Potsdam: Erst begeistert die partielle Sonnenfinsternis am frühen Abend. Hunderte Menschen haben sich auf der Habichtwiese und im Park Babelsberg versammelt. In der Nacht folgen die Perseiden, einer der bekanntesten Sternschnuppenströme des Jahres.
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Eine totale Sonnenfinsternis hat in Nordsibirien begonnen. Der Kernschatten des Mondes zieht nach astronomischen Berechnungen in einem großen Bogen an Grönland und Island entlang und durchquert Spanien. Eine partielle Sonnenfinsternis gibt es ab 19.11 Uhr an bis zum Sonnenuntergang auch in Deutschland.
Hier beginnt das Schauspiel im Norden. In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern schiebt sich der Mond ab 19.11 Uhr allmählich vor die Sonne. In den Bundesländern weiter südlich beginnt das kosmische Spektakel einige Minuten später, in Bayern etwa um 19.19 Uhr. Insgesamt wird das Ereignis fast zwei Stunden dauern, auf dem Höhepunkt wird die Sonne je nach Standort zu etwa 84 bis 90 Prozent verdeckt.

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Hunderte Sonnenfinsternis-Fans auf der Habichtwiese und im Park Babelsberg
In Potsdam gibt es ein gemeinsames „SoFi“-Schauen vom Nachbarschaftsverein StadtrandELFen mit dem Potsdamer Urania-Planetarium auf der Habichtwiese im Norden der Stadt. Dort haben sich am Mittwochabend mehrere Hundert Menschen versammelt, um der Sonnenfinsternis zuzuschauen. Die Brillen werden herumgereicht. „Wir haben die Brillen im Internet bestellt“, sagen zwei junge Frauen. An die Sonnenfinsternis von 1999 können sie sich nicht erinnern, da seien sie noch zu klein gewesen.

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Anders als ein älteres Ehepaar. Sie haben die Brillen noch von damals aufbewahrt und sie jetzt mitgebracht. Andere Besucher haben sich Lochkameras aus Kartons oder Chipspackungen gebastelt. Auch mehrere Teleskope sind aufgebaut. Daneben gibt es ein Lagerfeuer, viele haben Picknick mitgebracht.

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Im Potsdamer Norden herrscht entspannte Stimmung. Bei Musik, belegten Broten und Limo erklären Eltern ihren Kindern das Himmelsphänomen. Während die Sonnensichel immer schmaler wird und langsam hinter den Bäumen versinkt, rutschen die Menschen immer weiter nach hinten auf der Wiese. „Krass, das ist ja nur noch ein Streifen“, ruft ein kleiner Junge.

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Leibniz-Institut für Astrophysik verteilt in Babelsberg kostenlos Spezialbrillen
Dank der Langen Nacht der Astronomie am Babelsberger Leibniz-Instirtut für Astrophysik (AIP) schauen sich Hunderte Interessierte das Spektakel im Park Babelsberg an. In Trauben sitzen sie vor dem Schloss Babelsberg. Das AIP hatte – ohne es vorher explizit anzukündigen – Restbestände der Spezial-Brillen und verteilt diese kostenlos an die Besucher.
Am Großen Stechlinsee im Norden Brandenburgs haben sich rund 100 Menschen versammelt, um das Himmelsspektakel zu beobachten. Ein Junge wirft einen Blick durch die Sonnenfinsternisbrille und ruft begeistert: „Das sieht ja aus wie bei Star Wars“. Seine Mutter reagiert: „Ick weeß, unten rechts“.
Niemals ohne Spezial-Brille in die Sonne schauen!
Wer die partielle Sonnenfinsternis bestaunen möchte, sollte besondere Vorsicht walten lassen. Schauen Sie niemals direkt in die Sonne! Hier drohen schwere und vor allem irreparable Augenschäden. Die sicherste und bequemste Methode für die Beobachtung ist sicherlich die Sonnenfinsternis-Brille mit Spezialfolie, durch die höchstens 0,001 Prozent des Sonnenlichts durchkommen. Diese Brillen waren aber in Potsdam und Umgebung nahezu restlos ausverkauft. Auch in Berlin fanden sich kaum noch kaufbare Exemplare.

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Das Zeiss-Großplanetarium hatte im Vorfeld allerdings damit geworben, eine kostenfreie Sonnenfinsternisbrille zur Verfügung zu stellen. Aber nur „solange der Vorrat reicht“, so die Pressesprecherin der Stiftung Planetarium Berlin. Die Folge: Ein überfüllter Vorplatz am frühen Mittwochabend, sogar die Polizei muss koordinierend eingreifen.
Perseiden folgen der Sonnenfinsternis
Nach der Sonnenfinsternis ist vor dem Perseidensturm. Denn am Abend und in der Nacht ist noch ein zweites Himmelsspektakel zu erwarten. Die Perseiden, einer der bekanntesten Sternschnuppenströme des Jahres, haben zufällig in dieser Nacht ihr Aktivitätsmaximum. Sie entstehen jedes Jahr Mitte August, wenn die Erde eine Staubbahn durchquert, die ein bestimmter Komet auf seiner Umlaufbahn hinterlassen hat. Gelangen diese winzigen Staubteilchen in die Atmosphäre, verglühen sie und erzeugen die charakteristischen Leuchtspuren, die umgangssprachlich als Sternschnuppen bezeichnet werden.
Die Astrophysikerinnen und Astrophysiker der Universität Potsdam laden ein zur „Sternschnuppennacht“ am Campus Golm: Ab 21.30 Uhr erfährt man in der Übungssternwarte auf dem Dach des Instituts im Haus 28, Karl-Liebknecht-Straße 24/25, mehr zu den Teleskopen und Instrumenten. (mit dpa/AFP)