Zwei Jahre nach dem Anschlag: Die Menschen in Solingen feiern ausgelassen ihre Sommerparty.
"Der Knoten ist geplatzt, es kehrt zurück, die Menschen sind wieder fröhlich", so fasst es Mitveranstalter Waldemar Gluch vom Initiativkreis Solingen zusammen. Die 15. Sommerparty sei ein großer Erfolg gewesen,...
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"Der Knoten ist geplatzt, es kehrt zurück, die Menschen sind wieder fröhlich", so fasst es Mitveranstalter Waldemar Gluch vom Initiativkreis Solingen zusammen. Die 15. Sommerparty sei ein großer Erfolg gewesen, die Stimmung auf dem Neumarkt sei vor allem Freitag- und Samstagabend fröhlich und fantastisch gewesen.
Ein Jahr Planung und Vorbereitung
Auch die Einsatzkräfte waren zufrieden. Es ist alles friedlich geblieben, es gab keine besonderen Vorkommnisse. All das ist für den Solinger Initiativkreis eine mehr als positive Bilanz. Fast ein Jahr Planung und Arbeit haben sich gelohnt, heißt es, es sei alles richtig gemacht worden und zwei Jahre nach dem Terroranschlag würde man in der Stadt und unter den Menschen merken: es kehrt zurück, die Leute machen mit, haben Lust und sind wieder positiv.
Rund 4.000 Menschen wurden sowohl am Freitag-, als auch am Samstagabend auf dem Neumarkt gezählt. Viel mehr ging nicht, damit war der Platz "proppevoll". Eine Befragung unter dem Publikum hat ergeben, dass rund ein Drittel von außerhalb nach Solingen gekommen ist, um in der Stadt zu feiern.
Angepasstes Sicherheitskonzept
Beide Veranstaltungen nach den geltenden Standards abzusichern, habe sich im vergangenen Jahr als sehr schwierig erwiesen, berichtet der Initiativkreis Solingen. Das wäre in diesem Jahr nicht noch einmal so leistbar gewesen - da waren sich Veranstalter, Stadt und Polizei einig. Rund 50.000 Euro wurden in die Sicherheitsvorkehrungen investiert, die nach dem Anschlag auf dem CSD in Berlin im Juli auch nochmal angepasst wurden. So sind die Zufahrten beispielsweise noch weiter verengt worden.
"Wir sprechen jetzt von Autos. Dagegen können wir absichern. Aber das, was vor zwei Jahren hier passiert ist, das kann man nicht verhindern." Waldemar Gluch, Initiativkreis Solingen
Schon im vergangenen Jahr, als die Sommerparty unter dem Motto "Wir feiern weiter" stattgefunden hat, haben die Solinger natürlich den August 2024 im Hinterkopf gehabt.
Damals hatte ein islamistischer Attentäter auf dem Solinger Stadtfest drei Menschen mit einem Messer getötet und weitere teils schwer verletzt. Im September 2025 wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt. Aber nicht mehr zu feiern sei keine Option. "Dann hätten sie ja gewonnen", sagt Gluch weiter.
Neu war in diesem Jahr auch eine "Chill-out-Zone" gegenüber dem Gebäude der Stadtsparkasse auf Höhe des Backstage-Bereichs. Auch dort gab es Imbiss-, Getränke- und Cocktailstände, außerdem noch drei Informationsstände. Wem es vor der Bühne zu laut und zu voll war, konnte sich hier entsprechend zurückziehen. Das sei gut angenommen worden.
Mehr Barrierefreiheit auf dem Solinger Fest
Der Eintritt zur Sommerparty war auch in diesem Jahr kostenlos. Damit das Konzept funktioniert, hatte der Initiativkreis Solingen im Vorfeld darum gebeten, keine eigenen Speisen und Getränke mitzubringen. Denn mit dem Kauf von Essen und Trinken hätten die Besucher automatisch das Bühnenprogramm unterstützt, sagen die Veranstalter. Ohne diese Einnahmen sei ein kostenloses Fest nicht möglich.
Und mit Blick auf das nächste Jahr gibt es zumindest schon eine Neuerung: Waldemar Gluch hat angekündigt, dass die diesjährige Sommerparty seine letzte als Mitveranstalter war. "Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Und das war es in diesem Jahr definitiv", so Gluch. Der Initiativkreis Solingen bleibt aber weiter bestehen. Und auch für das nächste Jahr ist wieder eine Sommerparty in Solingen in Planung.