Wildblumen und Photovoltaik statt Müll auf dem Spielfeld: Das macht dieser Bonner Verein anders

Pure Energie - nicht nur auf dem Fußballplatz. Auf dem Dach des Vereinsheims ist eine Photovoltaik-Anlage angebracht. Sie liefert Strom für die elektrischen Geräte im Vereinsheim. Das Solarmodul über dem Materi...

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Wildblumen und Photovoltaik statt Müll auf dem Spielfeld: Das macht dieser Bonner Verein anders

Pure Energie - nicht nur auf dem Fußballplatz. Auf dem Dach des Vereinsheims ist eine Photovoltaik-Anlage angebracht. Sie liefert Strom für die elektrischen Geräte im Vereinsheim. Das Solarmodul über dem Materiallager versorgt eine Ladestation für Elektroräder. Nur zwei der Maßnahmen zur Nachhaltigkeit, auf die die Vereinsvorsitzende stolz ist.

"Weil immer irgendwo Müll rumlag"

"Das fing mit kleinen Kabbeleien zwischen unserem ehemaligen Platzwart und den Fußballmannschaften an", erzählt Beatriz Dirksen, die erste Vorsitzende des BSV Roleber in Bonn, "weil immer irgendwo Müll rumlag. Und aus diesem kleinen Disput wurde dann sehr schnell eine große Sache und wir haben gesagt, da machen wir ein Konzept draus."

Eine Nachhaltigkeits-AG mit vielen Ideen

Das war vor etwa fünf Jahren. Sie gründeten im Verein eine Nachhaltigkeits-AG und diese entwickelte viele Ideen. Jetzt stehen beispielsweise an vielen Stellen neben dem Platz Mülleimer - auch zum Trennen. Neben dem Spielfeld entstand eine Wildblumenwiese. Auf dem Dach des Vereinsheims wachsen Pflanzen. Die Spieler des Vereins tragen nachhaltige Trikots. Die alten werden in einer Kooperation mit einem Recycling-Unternehmen gesammelt. "Und aus diesen Fasern werden dann neue Trikots erstellt von dieser Firma", sagt Vereinsmitglied Elmar Heide-Schönrock.

Drei Säulen der Nachhaltigkeit: Ökologie, Ökonomie und Soziales

Außerdem hat der Verein neue energieeffizientere Kühlschränke angeschafft und Totholz für Insekten bereitgelegt. Alles nur ein paar Beispiele von mehr als 50 Maßnahmen. Elmar Heide-Schönrock ist auch Mitglied des Stadtsportbundes und hatte die Idee, das Ganze zertifizieren zu lassen. So entstand ein Maßnahmenkatalog mit drei Säulen der Nachhaltigkeit: Ökologie, Ökonomie und Soziales. Zu jeder dieser Säulen sind Handlungsfelder zugeordnet worden. Und für jedes Handlungsfeld gibt es Maßnahmen.

"Grün, grüner, der BSV"

Dazu gehören auch Anlagen, die Nicht-Vereinsmitglieder nutzen dürfen, wie ein selbst gebauter Bücherschrank, Fitness-Geräte neben dem Spielfeld und eine Boule-Bahn. Bei den Sportlern kommt das gut an. Der 19-jährige Hendrik Marx findet neben den Photovoltaikanlagen auch gut, dass es bei Spielen hier Pappbecher gibt, die gegen Pfand zurückgegeben werden können.

Ben Hartmann ist 12 Jahre alt und sagt: "Ich war auch schon auf ganz vielen Plätzen, wo dann auf dem Feld ganz viel Müll rumliegt und das fand ich nicht cool. Deswegen find ich schön, dass die hier ganz viele Mülleimer hinstellen.“ Und Simon Bickel, dreizehn Jahre alt, freut sich besonders über die Blumenwiese und das Totholz für Insekten. Der 12-jährige Vito fasst es so zusammen: "Ich würd' sagen: Grün, grüner, der BSV!" - nicht nur, weil grün die Vereinsfarbe ist.

Elf Vereine machen schon mit

Rund 30.000 Euro hat der Verein dafür ausgegeben, finanziert durch Zuschüsse und Preisgelder. In diesem Jahr hat die Stadt Bonn den BSV Roleber mit dem Bonner Klima-Preis ausgezeichnet.

Die Zertifizierung ist nach Aussagen des Vereins deutschlandweit einzigartig. In Bonn machen inzwischen elf Vereine mit, weitere wollen sich zertifizieren lassen.

Gemeinsam geht's besser

So wie sich die erste Herrenmannschaft des Vereins auf dem Platz fürs Training warm läuft, hat sich der Vorstand scheinbar auch in Sachen Nachhaltigkeit gerade erst warmgelaufen. So denkt man schon über weitere Maßnahmen nach. Geplant ist beispielsweise ein Cleanup Day, also gemeinsames Aufräumen. Außerdem will der Vorstand das Abfallwirtschaftskonzept noch weiter vorantreiben.

Fast unbemerkt am Rande des Spielfeldes hilft Vito seinem Kumpel Ben auf den Barren, weil der nicht raufkommt. Die Jungs haben längst kapiert, dass alles nur gemeinsam klappt.