So lief der Start von Adi Hütter bei der Eintracht: "Wir müssen den Fans etwas zurückgeben"
Adi Hütter hat die Stimmungslage bei der Eintracht schon am ersten Tag gedreht. Beim Auftakt nimmt er einen Spieler an die Seite und schickt fünf gleich weg. Sein Auftritt hebt sich gänzlich vom Vorgänger ab.
- 3 min read
Service Navigation
So lief der Start von Adi Hütter bei der Eintracht "Wir müssen den Fans etwas zurückgeben"
Adi Hütter hat die Stimmungslage bei der Eintracht schon am ersten Tag gedreht. Beim Auftakt nimmt er einen Spieler an die Seite und schickt fünf gleich weg. Sein Auftritt hebt sich gänzlich vom Vorgänger ab.
Adi Hütter schwört sein Team beim ersten Training ein. Bild © imago / Jan Hübner
Audio
03:38 Min. |hr-iNFO
Bild © hessenschau.de| zur Audio-Einzelseite
Um 13 Uhr, das erste Training war bereits eine Stunde vorbei, verließ Adi Hütter den Platz. Da tummelten sich noch einige Edelfans, zwei im Rollstuhl. Sie waren fast zu Tränen gerührt. "Willkommen zurück. Es ist so schön, dass du wieder da bist", sagten sie. Und Hütter verteilte Busserl. Er selbst hatte eine angekratzte Stimme. Aber das habe an den Klimaanlagen gelegen. "Oder am Alter", fügte der Österreicher grinsend an.
Die Stimmung war gelöst am ersten offiziellen Tag der neuen Saison. Die 2.000 Fans hatten Hütter mit Applaus sowie "Adi, Adi"-Rufen begrüßt. Er sprach davon, Gänsehaut gehabt zu haben. "Man merkt, wie dieser Verein gewachsen ist", sagte der neue, alte Trainer, als er auf den Mikrofonwald vor ihm sah bei der Medienrunde. Ohne Frage: Nach turbulenten Monaten unter Albert Riera sorgt der vertraute Adi Hütter fast schon für ein heimeliges Nostalgie-Gefühl im Stadtwald.
Hütter sieht Team in der Bringschuld
Hütter hatte sich die richtigen Worte zurechtgelegt für den Neustart: "Wir müssen den Fans etwas zurückgeben", war einer. "Wir müssen hier wieder eine Einheit herstellen" oder "Ich haben den Spielern vor dem Auftakt klar gesagt, dass wir alle eine Linie haben müssen". Augenscheinlich war, wie Hütter sich das Thema Kommunikation vornahm. Und dabei einen Spieler zur Brust. Mit Jonathan Burkardt stand er minutenlang auf dem Platz im Austausch. Auf hr-sport-Nachfrage meinte der Coach: "Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man nicht im WM-Kader dabei ist. Bei mir war es 1998 mit Österreich ähnlich, da wurde ich rausgestrichen."
Bild © hessenschau.de
Hütter erklärte, dass er in den vergangenen Tagen mehrmals mit Jonathan Burkardt gesprochen habe. "Am wichtigsten ist mir, dass er gesund bleibt", so Hütter. Burkardt zeigte im Trainingsspiel jedenfalls seinen Tatendrang. Einen Treffer erzielte er, einen anderen Angriff leitete er formidabel mit der Hacke ein. Er blieb lange zum Autogrammeschreiben und bekam dann noch ein verspätetes Geburtstagsständchen.
Burkardt könnte eine der Korsettstangen werden - aber wer sonst? Nur ein Neuzugang (Malik Pimpong) stand auf dem Rasen, dazu viele Youngster, aber auch Wechselwillige. Hütter hat noch keine Klarheit in der Kapitäns- oder Torwartfrage, er wolle sich Zeit nehmen. So blieben beim Blick auf den Kader ein großes Fragzeichen, wohl aber fünf einzelne Ausrufezeichen.
Fünf Spieler ohne Chance
Niels Nkounkou, Noel Futkeu, Jessic Ngankam, Junior Dina Ebimbe und Michy Batshuayi bildeten am Montag die Trainingsgruppe zwei. "Wir können nur zehn gegen zehn spielen lassen, da haben manche die A...karte", sagte Hütter. Er wies aber auch darauf hin, dass in den Gesprächen mit den Beratern klare Absprachen getroffen seien. Heißt: Für die fünf Aussortierten dürfte kein Platz unter Hütter sein, in diesem Punkt war er schon in der Vergangenheit rigoros gewesen. "Wir stehen vor einem Umbruch", sagte er.
Am Mittwoch lässt er noch einmal öffentlich trainieren. Die Mannschaft wird jetzt vor allem konditionell geschult, sie soll intensiv Fußball spielen und eben auch laufintensiv. In der kommeden Woche will Hütter dann an die Basics, mit Ball und ohne Ball. "Das ist das Schwierige: der Transport von meinen Ideen in die Köpfe der Spieler." Er machte keinen Hehl daraus, dass genau das eine große Herausforderung sein kann. Man kann sagen: Im Gegensatz zu seinem Vorgänger präsentierte sich Hütter nicht nur in diesem Punkt zugänglich, aber auch wohltuend zurückhaltend.
Video
01:21 Min. |13.07.26|hr
Ein paar Fragen zum Abschluss
Bild © IMAGO / HMB-Media