Sicher feiern in Wittlich: Kameras, Poller, Bodycams: Das steckt im Sicherheitsplan der Säubrennerkirmes

Auf Wittlichs größtem Volksfest spielt auch die Sicherheit eine große Rolle. Rund 100.000 Menschen werden zur Säubrennerkirmes erwartet. Worauf sich die Sicherheitsbehörden vorbereiten.

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Sicher feiern in Wittlich: Kameras, Poller, Bodycams: Das steckt im Sicherheitsplan der Säubrennerkirmes

Sicher feiern in Wittlich Kameras, Poller, Bodycams: Das steckt im Sicherheitsplan der Säubrennerkirmes

Wittlich · Auf Wittlichs größtem Volksfest spielt auch die Sicherheit eine große Rolle. Rund 100.000 Menschen werden zur Säubrennerkirmes erwartet. Worauf sich die Sicherheitsbehörden vorbereiten.

06.08.2026 , 07:31 Uhr

Die Säubrennerkirmes beginnt am Freitag, 14. August, in Wittlich.

Foto: Christoph Strouvelle

In wenigen Tagen verwandelt sich die Wittlicher Innenstadt mit mehreren Bühnen, Imbiss- und Getränkeständen und Rummelplatz wieder in ein Festgelände. Innerhalb weniger Tage treffen auf dem großen Volksfest, das am Freitag, 14. August, beginnt, wieder rund 100.000 Menschen aufeinander. Die Polizei rechnet mit einem Besucheraufkommen entsprechend der letzten Jahre.

Säubrennerkirmes: Was tun Stadtverwaltung und Polizei für die Sicherheit auf Wittlichs größtem Volksfest?

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In Rheinland-Pfalz sind Veranstalter solcher öffentlicher Großveranstaltungen gesetzlich verpflichtet, rechtzeitig vor Beginn ein Sicherheitskonzept vorzulegen. In diesem Fall ist das Aufgabe der Stadtverwaltung. Im Rahmen der weiteren Abstimmung unter Koordination der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich sind auch die Polizeiinspektion Wittlich sowie Vertreter der Feuerwehr und der Rettungsdienste eingebunden. Neben dem Ordnungsamt der Stadt trägt die Polizeiinspektion maßgeblich zur Sicherheit auf dem großen Volksfest bei.

Welche Bestandteile des Sicherheitskonzepts gegenüber 2025 konkret verändert wurden, teilt die Polizei auf Anfrage jedoch nicht mit. Klar ist aber: Die Polizei greift auf Maßnahmen zurück, die sich in den vergangenen Jahren bewährt haben. Zugleich bewertet sie fortlaufend die aktuelle Sicherheitslage.

Bei der Säubrennerkirmes in Wittlich handele es sich um ein Volks- und Familienfest mit langer Tradition, erklärt die Pressestelle des Polizeipräsidiums Trier auf Anfrage unserer Zeitung. „Die beteiligten Behörden und Stellen verfügen über ein breites Erfahrungswissen im Hinblick auf die Durchführung der Veranstaltung. Der Polizeiinspektion Wittlich liegen keine konkreten Hinweise auf Gefahren- oder Bedrohungslagen im Kontext der Säubrennerkirmes vor." Gleichwohl könne es bei Veranstaltungen, bei denen viele Menschen zusammenkommen, zu Konflikten zwischen einzelnen Teilnehmern kommen. Diesen begegne die Polizei durch „präventivpolizeiliche Maßnahmen".

Videoüberwachung auf der Säubrennerkirmes: Wo wird gefilmt?

Dazu zählt beispielsweise auch der Einsatz von Kameratechnik: Die Polizeiinspektion Wittlich führt auch in diesem Jahr eine offene Videoüberwachung im Rahmen der Säubrennerkirmes durch. Gefilmt wird auf dem Platz an der Lieser, dem Schlossplatz, in der Schlossstraße sowie auf dem Kurfürsten- und Ottensteinplatz inklusive des ZOB. Besucher werden durch entsprechende Hinweisschilder auf die Kameras hingewiesen.

Bei der Videoüberwachung handele es sich um eine frühzeitige präventivpolizeiliche Maßnahme im öffentlichen Raum, „insbesondere zur Verhinderung von beabsichtigten Gewalttätigkeiten". Neben einer präventiven Wirkung durch die Erhöhung des Entdeckungsrisikos ermögliche die Videoüberwachung das frühzeitige Erkennen kritischer Situationen auf dem Veranstaltungsgelände, erklärt das Polizeipräsidium. Der Einsatz der Kameras ermögliche es der Polizei, die im Veranstaltungsbereich eingesetzten Beamten zielgerichtet an den jeweiligen Brennpunkten einzusetzen „und so möglichen Konflikten frühzeitig und effektiv zu begegnen". Darüber hinaus könne mit den erhobenen Daten eine zielgerichtete Erkenntnisgewinnung in allen Kriminalitätsbereichen erreicht werden. „Das in den letzten Jahren bewährte Videokonzept wird auch dieses Jahr umgesetzt."

Säubrennerkirmes in Wittlich: Laut Polizei liegt keine konkrete Gefährdungslage vor

Wie in den vergangenen Jahren verfolge die Polizeiinspektion Wittlich das Ziel, eine friedliche und störungsfreie Veranstaltung zu gewährleisten. „Hierzu sind die Beamtinnen und Beamten der Polizei Wittlich über den Veranstaltungszeitraum auf der Säubrennerkirmes und im angrenzenden Stadtgebiet präsent und für die Bürgerinnen und Bürger ansprechbar." Fußstreifen werden auf dem Festgelände unterwegs sein, sowohl in Uniform als auch in Zivil. Bodycams gehören ebenfalls zur Ausrüstung.

Zudem bereiten sich die Sicherheitsbehörden auch auf unwahrscheinliche Ereignisse wie Unwetter vor, um die Sicherheit der Besucher bestmöglich zu gewährleisten.

„Auch wenn die involvierten Behörden und Stellen bei der Betreuung der Säubrennerkirmes auf bewährte Konzepte zurückgreifen können, findet eine ständige Bewertung der aktuellen Lage statt", erklärt das Polizeipräsidium Trier. „Das tragische Ereignis am Rande des CSD in Berlin beschäftigt und sensibilisiert auch unsere Einsatzkräfte. Es bestärkt uns aber darin, bewährte Konzepte konsequent zu verfolgen und dort, wo es erforderlich ist, anzupassen." Wie bereits dargestellt, lägen der Polizeiinspektion Wittlich keine Hinweise für eine konkrete Gefährdungslage vor, gleichwohl sei es Ausdruck professioneller Polizeiarbeit, sich ebenso auf vergleichbare Ereignisse vorzubereiten.

„Wie die Besucherinnen und Besucher in den letzten Jahren feststellen konnten, war die Veranstaltung bereits umfassend abgesichert, sodass ein Einfahren mit einem Fahrzeug auf das Veranstaltungsgelände weder unbeabsichtigt noch beabsichtigt möglich war." Das Sperrkonzept werde durch den Veranstalter in Abstimmung mit den übrigen Beteiligten stetig geprüft und durch neue Sperrmittel und Poller verfeinert. Auch mit „anlassbezogenen Personenkontrollen" wollen die Beamten der Polizeiinspektion Wittlich für Sicherheit sorgen. Die Gäste der Großveranstaltung können demnach unbeschwert Kirmes feiern.

Allerdings haben die Sicherheitsvorkehrungen vor dem Hintergrund eines tragischen Vorfalls aus dem Jahr 2023 besondere Bedeutung: Bei einem Messerangriff auf der Kirmes wurde damals ein 28-jähriger Wittlicher getötet. Zwei Verdächtige wurden 2024 an einem US-Militärgericht freigesprochen. Der Fall ist bis heute offiziell unaufgeklärt. Die Familie kämpft weiterhin um juristische Aufarbeitung.