SES und Eutelsat: Europäische Satellitenbetreiber bekommen Milliarden von der FCC - Golem.de

Die europäischen Satellitenbetreiber SES und Eutelsat benötigen das C-Band nicht mehr. Die FCC zahlt viel Geld, wenn die Frequenzen freigegeben werden. Bodenstationen von Eutelsat Bild: Eutelsat D...

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SES und Eutelsat: Europäische Satellitenbetreiber bekommen Milliarden von der FCC - Golem.de

Die europäischen Satellitenbetreiber SES und Eutelsat benötigen das C-Band nicht mehr. Die FCC zahlt viel Geld, wenn die Frequenzen freigegeben werden.

Bodenstationen von Eutelsat (Bild: Eutelsat)

Bodenstationen von Eutelsat Bild: Eutelsat

Die europäischen Satellitenbetreiber SES und Eutelsat erhalten rund 6,1 Milliarden US-Dollar Anreizzahlungen von der Bundeskommunikationskommission FCC, wenn sie Satellitenfrequenzen für US-Mobilfunkbetreiber freigeben. Das gaben SES(öffnet im neuen Fenster) und Eutelsat(öffnet im neuen Fenster) am 27. Juli 2026 bekannt.

Insgesamt werden 6,3 Milliarden US-Dollar an drei Satellitenbetreiber gezahlt, wobei SES 89 Prozent, Eutelsat 8 Prozent und das kanadische Unternehmen Telesat 3 Prozent erhalten sollen.

Die US-Regulierungsbehörde FCC beabsichtigt, Mobilfunkbetreibern ein Frequenzspektrum von 160 Megahertz im oberen C-Band bei 3,98 GHz bis 4,20 GHz von insgesamt 220 MHz zur Verfügung zu stellen. Eine Frequenzauktion der FCC für das Spektrum soll am 27. April 2027 beginnen.

Gestaffelte Zahlung

Um Anreizzahlungen in Höhe von 4,9 Milliarden US-Dollar zu erhalten, müssen die Satellitennetzbetreiber wesentliche Frequenzumstellungen bis Dezember 2030 abschließen; eine zusätzliche Zahlung von 1,4 Milliarden US-Dollar ist an eine weitere Frist im Juni 2031 geknüpft. Zudem werden ihnen Umstellungskosten erstattet, die von der FCC auf 4 bis 5 Milliarden US-Dollar geschätzt werden.

"Die breitbandige Satellitenkommunikation verlagert sich schon seit Jahren zunehmend ins Ku- und Ka-Band und teils noch höhere Frequenzbänder, während am Boden durch die steigende Mobilfunknutzung der Bedarf an Frequenzspektrum kontinuierlich wächst. Die Satellitenbranche benötigt das C-Band grundsätzlich auch gar nicht mehr", sagte der Satellitenexperte Christian von der Ropp Golem am 28. Juli 2026 auf Anfrage.

"Vielmehr gilt das C-Band in der Satellitenkommunikation heute als ungünstig, weil es aus physikalischen Gründen große Parabolspiegel mit üblicherweise 2,4 Meter Durchmesser erfordert. Ein User Terminal in der Größe eines Pizzakartons wie bei Starlink wäre im C-Band gar nicht möglich", erklärte er weiter.

Daher liegt es laut von der Ropp ganz im Sinne der effizienten Frequenznutzung, wenn das C-Band an den terrestrischen Mobilfunk umgewidmet wird und die terrestrischen Zuteilungsnehmer die Kosten der Migration von Satellitenteilnehmern vom C- auf das Ku- oder Ka-Band tragen, direkt oder indirekt.

In den USA werden bereits Teile des C-Bands umgewidmet. Die Zahlungen der FCC seien "nur die Fortsetzung eines bereits begonnenen Prozesses", sagte von der Ropp.

SES ist einer der weltweit größten kommerziellen Satellitenbetreiber mit Hauptsitz in Betzdorf, Luxemburg. SES betreibt unter anderem die Astra-Satelliten auf der Position 19,2° Ost, über die der Direktempfang von Satelliten-TV in Europa läuft, sowie GEO- und MEO-Satellitenkonstellationen wie O3b Mpower für Datenverbindungen, Mobilfunk und Regierungsdienste. SES führt gemeinsam mit Eutelsat und Hispasat das Konsortium Spacerise an, das für die Europäische Union die Iris²-Konstellation im LEO-Bereich aufbaut.

Eutelsat ist weltweit der erste Multi-Orbit-Betreiber mit eigener GEO- und LEO-Flotte. Im September 2023 schloss das Unternehmen die Komplettübernahme des britischen LEO-Pioniers Oneweb ab. Eutelsat besitzt Hunderte GEO-Satelliten und das Oneweb-LEO-Netz. Unternehmenskunden werden Kombipakete angeboten: hohe Durchsatzmengen über GEO, kombiniert mit niedrigen Latenzen über LEO für Videokonferenzen oder Echtzeitanwendungen.