Mika Noodt: Deutsches Triathlon-Talent bei Ironman schwer gestürzt

In dem Video sitzt ein junger Mann mit freiem Oberkörper im Behandlungsraum eines Krankenhauses in Swansea in Wales. Über den Beinen liegt ein gemustertes Klinikhemd, am Handgelenk trägt er ein Patientenarmband...

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Mika Noodt: Deutsches Triathlon-Talent bei Ironman schwer gestürzt

In dem Video sitzt ein junger Mann mit freiem Oberkörper im Behandlungsraum eines Krankenhauses in Swansea in Wales. Über den Beinen liegt ein gemustertes Klinikhemd, am Handgelenk trägt er ein Patientenarmband. Im Gesicht sind mehrere Schürfwunden und Blutspuren zu erkennen, an Wange, Nase, Mund und Kinn. Auch an Schulter, Brust, Unterarmen und Händen finden sich Abschürfungen; am Unterbauch ist eine Wunde zu sehen.

Der junge Mann, der dieses Video auf Instagram postete, ist der Darmstädter Triathlet Mika Noodt. Er blickt in die Kamera, wirkt erschöpft. Er hat am Sonntag beim Ironman 70.3 in Swansea, einem mit Weltklasse-Athleten besetzten Triathlon über die halbe Ironman-Distanz (1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen), einen Horrorcrash – man muss es wohl so sagen – mit viel Glück überlebt. „Ich bin froh, dass ich noch da bin“, sagte er.

Noodt lag beim Unfall mehr als vier Minuten vorn

Bis zu diesem Moment hatte Noodt ein nahezu perfektes Rennen geliefert. Der Fünfundzwanzigjährige kam mit der Spitzengruppe aus dem Wasser und setzte sich auf dem Rad von seinen Konkurrenten ab. Nach rund 85 Kilometern führte er mit mehr als vier Minuten Vorsprung. Der spätere Sieger Harry Palmer sagte, Noodt hätte das Rennen mit einer Wahrscheinlichkeit von „99,9 Prozent“ gewonnen.

Dann kam die Abfahrt. Eine schmale, kurvige Straße, die Sicht eingeschränkt. Noodt fuhr rund 70 Kilometer pro Stunde und lag in der aerodynamischen Position auf den Aufliegern seines Zeitfahrrads. Als er um eine Kurve kam, befand sich auf seiner Fahrbahn ein Rettungswagen. Noodt sah das Fahrzeug spät, wich aus und verhinderte gerade noch einen Frontalzusammenstoß. Mit der Hüfte traf er jedoch die Seite des Wagens und wurde anschließend in die Büsche geschleudert.

Der Unfall war in der Liveübertragung nicht zu sehen. Erst nach einem Bildwechsel zeigte die Kamera Noodt am Straßenrand. Auf der anderen Straßenseite lag das Fahrrad. Der Aero-Aufsatz samt Teilen des Cockpits war abgerissen. Ein Helfer trug die schwer beschädigte Maschine von der Strecke. Noodt war ansprechbar und konnte selbst gehen. Zunächst habe er kaum Schmerzen gespürt, schrieb er auf Instagram. Dafür habe er fast anderthalb Stunden lang gezittert. Als die Wirkung des Adrenalins nachließ, machte ihm vor allem die Hüfte zu schaffen. Er wurde ins Krankenhaus gebracht und untersucht. Schwere Verletzungen wurden nach den bisher vorliegenden Berichten nicht festgestellt. Einen ausführlichen medizinischen Befund hat Noodt bislang allerdings noch nicht veröffentlicht. Er selbst fasste den Tag auf Instagram knapp zusammen: „Es hätte sehr viel schlimmer kommen können.“