Schweinebauern fürchten um ihre Betriebe: Preisverfall bedroht die Höfe
KI-Stimme. InfoDie rund 14.700 Schweine haltenden Betriebe in Deutschland steuern wegen niedriger Preise offenbar auf eine Krise zu. „Wir haben eine brutale Marktlage auf dem Schweinemarkt. Viele Betriebe werde...
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KI-Stimme. Info
Die rund 14.700 Schweine haltenden Betriebe in Deutschland steuern wegen niedriger Preise offenbar auf eine Krise zu. „Wir haben eine brutale Marktlage auf dem Schweinemarkt. Viele Betriebe werden das nicht mehr lange aushalten“, sagte Axel Finkenwirth, der Sprecher des Deutschen Bauernverbandes, unserer Redaktion.
In einem Papier hat der Verband rechtzeitig vor einem am Mittwoch stattfindenden „Schweinegipfel“ mit Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) die Probleme aufgelistet: Statt eines Preisanstiegs habe man im Frühjahr und Sommer dieses Jahres eine „völlig ungewöhnliche, deutliche Preisabwärtsentwicklung zu beobachten“.
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Viele Betriebe arbeiteten ohnehin unter hohem Kostendruck. „Mit den aktuellen Preisrückgängen auf nur noch 1,40 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht werden vielfach nicht mehr die variablen Kosten gedeckt.“ Die Lage sei vielfach existenzbedrohend, es drohe ein „Strukturbruch“ wie zuletzt während der Corona-Krise. Damals hatten Schlachthofschließungen, Exporteinbrüche und die geschlossene Gastronomie für Einbußen gesorgt.
Schweinefleisch: Verdrängungswettbewerb innerhalb der EU
Der Bauernverband nennt mehrere Gründe für die neue Krise: Unter anderem wegen der Afrikanischen Schweinepest hätten sich die Exportbedingungen für EU-Schweinefleisch verschlechtert. Das frühere Abnehmerland China habe seine eigene Schweinezucht ausgeweitet. Gleichzeitig hätten andere Exportländer, beispielsweise Brasilien, ihre Produktion und Exporte verstärkt.
Aufgrund dieser Trends verbleiben für die Ausfuhr in Drittländer vorgesehene Mengen im EU-Binnenmarkt, sie lösten einen Preisdruck und einen Verdrängungswettbewerb aus. Wegen der in Deutschland vergleichsweise hohen Produktionskosten bestehe die Gefahr, „dass die heimische Erzeugung erheblich einbricht“ und die Versorgung mit regionalen erzeugtem Schweinefleisch schwächer werde.
Die Marktlage ist prekär. Für viele Betriebe geht es ums nackte Überleben.
Hubertus Beringmeier,, Veredelungspräsident des Bauernverbandes
Vergangene Woche hatte die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) zwar eine „erfreuliche Aufwärtsbewegung“ gemeldet, der Preis war auf 1,50 Euro pro Kilo geklettert. Doch dieser Anstieg sei nicht das Ende der Durststrecke der Erzeuger, heißt es in einem Bericht der ISN: „Selbst mit dem Plus von zehn Cent schreiben die Betriebe tagtäglich weiterhin deutlich rote Zahlen. Um eine echte Vollkostendeckung für Ferkelerzeuger und Schweinemäster zu erreichen, wären Schlachtschweinepreise in Richtung der Zwei-Euro-Marke notwendig.“

Noch werden in Deutschland 21 Millionen Schweine gehalten. Aber der Bestand sowie die Zahl der schweinehaltenden Betriebe nimmt von Jahr zu Jahr ab.© picture alliance / Countrypixel | Frp
Bauern fordern unbürokratische Hilfen von der Regierung
Die Marktlage sei so prekär, „dass es für viele Betriebe ums nackte Überleben geht“, sagt der Veredelungspräsident des Bauernverbandes, Hubertus Beringmeier. Er will ins Gespräch mit dem Bundeslandwirtschaftsminister mit einer Liste von Forderungen gehen, unter anderem nach der unbürokratischen Bereitstellung von Liquiditätshilfen und der vorzeitigen Auszahlung der EU-Direktzahlungen aus der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).
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Die Zahl der Schweine haltenden Betriebe in Deutschland ist laut Statistischem Bundesamt in den vergangenen zehn Jahren um 40 Prozent gesunken, der Schweinebestand um 22,5 Prozent auf jetzt rund 21 Millionen Tiere.