Schreiner baut Schachtisch – und darf nicht am Wettbewerb teilnehmen

Florian Sack aus Grafrath hat seine Ausbildung zum Schreiner abgeschlossen. Sein Gesellenstück kann er beim Gestaltungswettbewerb nicht einreichen – weil sein Betrieb nicht in der Innung ist.

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Schreiner baut Schachtisch – und darf nicht am Wettbewerb teilnehmen

Stand: 22.08.2026, 16:16 Uhr

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Ein Möbel, das immer irgenwo Platz findet: Florian Sack mit seinem Schachtisch.

Ein Möbel, das immer irgendwo Platz findet: Florian Sack mit seinem Schachtisch. © Metzler

Florian Sack aus Grafrath hat seine Ausbildung zum Schreiner abgeschlossen. Sein Gesellenstück kann er beim Gestaltungswettbewerb nicht einreichen – weil sein Betrieb nicht in der Innung ist.

Grafrath – Ein handwerklicher Beruf schwebte Florian Sack schon immer vor. Nach der Mittleren Reife stellte sich aber die Frage, welches Handwerk es werden sollte. Er entschied sich für eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner.

„Die Arbeit hat irgendwie schon Spaß gemacht“, erzählt der Grafrather. „Aber ich konnte mir während der Ausbildung nicht vorstellen, diesen Beruf ein Leben lang auszuüben.“ Florian Sack hielt aber bis zum Ende der Lehrzeit durch. Doch dann sattelte er um und begann eine Ausbildung zum Schreiner beim Betrieb Johannes Zajonz GmbH & Co. KG in Türkenfeld.

Tatsächlich hätte Florian Sack schon früher darauf kommen können, Schreiner zu werden. Denn sein Großvater hatte eine kleine Werkstatt, in der er mit ihm immer wieder einige Sachen gebastelt hatte. „Das hat mir eigentlich schon damals viel Freude gemacht“, erinnert sich der Grafrather. Holz sei einfach ein sehr schöner und angenehmer Werkstoff. Die Ausbildung verlief reibungslos und gefiel dem Lehrling auf Anhieb.

Bei seinem Gesellenstück entschied sich Florian Sack für einen Schachtisch. „Ich wollte kein Möbel, das in einer neuen Wohnung womöglich keinen Platz findet, sondern ein Möbel, das man sich immer irgendwo hinstellen kann.“

Florian Sack wird vom Türkenfelder Betrieb übernommen, möchte aber möglichst zügig den Meister machen. „Und irgendwann steht auch der Schritt in die Selbstständigkeit auf meiner Agenda.“

Mit seinem Gesellenstück kann der Grafrather nicht beim Gestaltungswettbewerb des Schreinerhandwerks „Die Gute Form“ teilnehmen. Denn dieser ist Auszubildenden aus Innungsbetrieben vorbehalten. Das findet Florian Sack schade. In seinen Augen werden die Azubis, die eigentlich nichts dafür können, dass ihr Betrieb der Innung nicht angehört, bestraft. „Wer achtet schon darauf, wenn er seinen Lehrvertrag unterschreibt, ob der Betrieb der Innung angehört?“, meint er. Er selbst hätte seinen Schachtisch gerne dem Wettbewerb gestellt.