Schieferplatte herabgestürzt: Nach gefährlichem Zwischenfall in der Trierer Neustraße: Hauseigentümer reagiert
In der Neustraße sorgt ein altes Gebäude für Ärger. Bröckelnde Teile von der Fassade gefährden Café-Besucher. Wegen der Absperrungen beklagen Gastronomen finanziellen Schaden. Jetzt tut sich was.
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Schieferplatte herabgestürzt Nach gefährlichem Zwischenfall in der Trierer Neustraße: Hauseigentümer reagiert
Update | Trier · In der Neustraße sorgt ein altes Gebäude für Ärger. Bröckelnde Teile von der Fassade gefährden Café-Besucher. Wegen der Absperrungen beklagen Gastronomen finanziellen Schaden. Jetzt tut sich was.
04.08.2026 , 13:30 Uhr
Eine Besucherin im Café Allerlei wurde beinahe von einer Schieferplatte getroffen, die sich von einer Häuserfassade gelöst hatte. Jetzt ist das Haus eingerüstet.
Foto: TV/Lisa Harlou
Stellen Sie sich vor: Sie sitzen gemütlich in einem Café, trinken etwas, unterhalten sich mit Ihrer Begleitung und genießen das schöne Wetter. Doch auf einmal wird die Ruhe gestört. Völlig unvermittelt stürzt am Nachbarhaus eine Schieferplatte vom Dach und fällt direkt über Ihnen auf den Sonnenschirm. Genau das ist einer Kundin im Café Allerlei am 24. Juli passiert. Nach der Berichterstattung im Volksfreund reagiert der Eigentümer.
„Zum Glück war der Schirm aufgespannt“, sagt Inhaberin Silke Stapf. „So ist es bei unserer Besucherin bei einem Schreck geblieben. Trotzdem haben wir natürlich sofort die Feuerwehr verständigt.“ Die habe daraufhin die Schäden an dem Gebäude Neustraße 26 beseitigt. „Dafür musste ein Teil der Fußgängerzone für ein paar Tage gesperrt werden.“ Mittlerweile seien die Arbeiten abgeschlossen und die Gefahr zum Glück beseitigt.
Neustraße Trier: Fassadenteil fällt beinahe auf Café-Besucherin
Auf Anfrage der Redaktion bestätigt Ernst Mettlach, Sprecher der Trierer Stadtverwaltung, den Einsatz der Feuerwehr: „Bei der Absperrung vor dem Gebäude handelte es sich um eine Maßnahme zur Gefahrenabwehr. Weil die Möglichkeit bestand, dass sich weitere Fassadenteile lösen und direkt unter der Gefahrenstelle die Fußgängerzone verläuft, wurde die Absperrung umgehend veranlasst.“ Der private Eigentümer des Gebäudes sei noch am selben Tag über den Sachverhalt in Kenntnis gesetzt worden. „Wir haben ihn aufgefordert, die Schadensstelle begutachten zu lassen sowie die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen zu erledigen.“
Diese Schieferplatte vom Dach des Nachbargebäudes hätte beinahe eine Cafébesucherin getroffen.
Foto: Tv/Leon Scheid
Das Problem mit dem alten Gebäude zwischen dem Café Allerlei und dem Bubble-Tea-Laden Mr. Box Tea beschäftigt die Neustraße nicht erst seit gestern. Das bestätigt Nima Haghighi. Er ist Inhaber des Haaft Café, das direkt gegenüber liegt. „Die Straße musste jetzt schon dreimal wegen Arbeiten an dem Gebäude gesperrt werden, da dort ständig Teile abbröckeln. Mich ärgert es sehr, dass ich währenddessen jedes Mal den Betrieb meiner Terrasse einschränken muss.“
Gastronomien ärgern sich über Sperrungen und Umsatzverlust
Wie Haghighi erklärt, hänge sein Betrieb stark von der Laufkundschaft und der Nutzung der Terrasse ab. Daher sei es besonders im Sommer extrem ärgerlich, wenn er diese nicht nutzen könne. „Auch wenn die Sperrung diesmal nur ein paar Tage gedauert hat, habe ich allein am vergangenen Wochenende mehrere Tausend Euro Umsatz eingebüßt.“ Auch die restlichen umliegenden Gastronomien konnten ihre Terrassen während der Sperrung nur teilweise in Betrieb nehmen.
„Das Schlimme ist, dass völlig unklar ist, wie es mit dem Gebäude weitergeht“, sagt Haghighi. Gerüchte über einen potenziellen Abriss gebe es zwar. „Aber wir als direkt betroffene Gastronomien werden nur informiert, wenn es mal wieder eine Sperrung gibt. Wir leben aktuell immer mit der Gefahr, dass wir von heute auf morgen wieder unsere Terrassen schließen müssen.“
Trier: Wird das Haus Neustraße 26 abgerissen?
Die Situation um die Neustraße 26 belastet nicht nur die Gastrobetriebe. Marita Kils-Aldrovandi betreibt das Damenmodengeschäft Marithé: „Auch ich hatte während der Sperrung deutlich weniger Kundschaft. Wenn die Fußgänger eine Baustelle sehen, gehen sie automatisch nicht so gerne daran vorbei. Dadurch habe auch ich an Umsatz eingebüßt.“
Kils-Aldrovandi geht davon aus, dass das Gebäude auf lange Sicht abgerissen werden muss. „Und das wird dann natürlich noch einmal eine enorme Einschränkung für uns alle. Ich hoffe, dass dann richtig mit uns kommuniziert und bei den Arbeiten Rücksicht auf uns genommen wird. Wenn alle Seiten mitdenken und zusammenarbeiten, wäre uns sehr geholfen.“
Die Beschwerden der Anwohner und die Aufforderung der Stadtverwaltung zeigen offenbar Wirkung. Seit Dienstag, 4. August ist die Fassade der Neustraße 26 eingerüstet und mit einem Schutznetz versehen.
Einem Abriss des Gebäudes könnte jedoch im Weg stehen, dass das Haus Teil einer Denkmalzone ist, dem laut der Stadtverwaltung auch diverse andere Gebäude in der Neustraße sowie die Kaiserstraße 31 angehören. Die Neustraße 26 gehöre demnach zum ältesten Bestand der Denkmalzone und entspreche der barocken Bautradition.