Satire-Musiker im Interview: „Party wie im Stadion, wenn Bayern kommt“ – was die Dennis & Jasko Band in Neunkirchen bieten will

Mehr als 500 Millionen Mal wurden ihre Fußball-Hits geklickt. Jetzt kommt die Dennis & Jesko Band nach Neunkirchen. Was das Publikum erwartet – und warum das Saarland schon besungen wurde.

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Satire-Musiker im Interview: „Party wie im Stadion, wenn Bayern kommt“ – was die Dennis & Jasko Band in Neunkirchen bieten will

Interview · Mehr als 500 Millionen Mal wurden ihre Fußball-Hits geklickt. Jetzt kommt die Dennis & Jesko Band nach Neunkirchen. Was das Publikum erwartet – und warum das Saarland schon besungen wurde.

Mit ihren „Fußball-Hits mit viel Wumms für Groß und Klein“ kommt die „Dennis & Jesko Band“ auf ihrem Youtube-Kanal auf mittlerweile über 500 Millionen Abrufe. Die drei kreativen Köpfe hinter der Gruppe sind die Satiriker und Comedians Dennis Kaupp und Jesko Friedrich sowie der Producer und DJ Markus Baier. Am Freitag, 11. September, 17 Uhr, kommen sie in die Neue Gebläsehalle in Neunkirchen.

Was verbindet ihr mit dem Saarland?

Jesko Friedrich Wir waren alle drei definitiv noch zu wenig im Saarland!

Markus Baier Also, bei Saarland denke ich an landschaftliche Schönheit, französisch gefärbte Lebensart ...

Dennis Kaupp Und es ist das einzige Bundesland, das in einem „Wumms“-Song vorkommt: „Erling Haaland, so groß wie’s Saarland ...“

Was erwartet das Publikum in euren Shows?

Baier Party wie im Stadion, wenn Bayern kommt!

Friedrich Wir machen auf der Bühne jede Menge Quatsch, singen unsere Hits von Ramos bis Mbappé ...

Kaupp Und das Publikum singt und hüpft mit, bis die Bude wackelt!

Wie ist das Verhältnis von „Groß und Klein“ im Publikum?

Baier Hm, das könnte halb-halb sein, aber vielleicht auch zwei Drittel Kinder, ein Drittel Erwachsene?

Kaupp Auf jeden Fall sind die Eltern ziemlich textsicher, weil sie die „Wumms“-Songs bei ihren Kindern immer zwangsweise mithören müssen.

Friedrich Danke für Eure guten Nerven, liebe Eltern!

Wie ist die Idee zu eurer Show entstanden und wie hat sich alles weiterentwickelt?

Baier Wir waren eher eine Studioband mit viel Spaß am musikalischen Basteln und lustigen Musikvideos, aber im Frühjahr 2024 haben uns die „Horber Musiktage“ angefragt, ob wir da ein Konzert spielen können.

Friedrich Zu dem Zeitpunkt hatten wir noch nicht ein einziges Lied live gesungen, deshalb haben wir natürlich sofort zugesagt (lacht).

Kaupp Wir mussten dann ziemlich schnell überlegen, welche Bühnenshow-Elemente wir einbauen wollten, haben in kurzer Zeit viel geprobt, das Konzert als Feuertaufe über die Bühne gebracht. Und seitdem versuchen wir, jedes Jahr ein paar andere von unseren „Wumms“-Songs zu spielen.

Baier Das sind ja mittlerweile über 80.

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Foto: BeckerBredel

Wie entstehen eure Songs, und habt ihr selbst Kinder, beziehungsweise welche in eurem Familienkreis, um diese zu testen?

Baier Wir haben Kinder von elf bis 22 Jahren, die wir immer wieder mal als Testpublikum benutzen. Aber am besten werden die Songs, wenn sie uns selber Spaß machen.

Kaupp Bei den Songs kommt es wie beim Fußball auf eine gute Mannschaftsleistung an – einer hat eine gute Melodie-Idee, der zweite eine gute Textzeile und der dritte macht das Ding dann rein.

Stimmt es, dass ihr mit euren Songs ein klares Statement setzen möchtet?

Friedrich Ja. Bei uns geht es zwar in erster Linie um schönen Fußball und tolle Spieler-Persönlichkeiten, aber im Hintergrund – und manchmal auch im Vordergrund – steht unser moralischer Kompass. Wir sind gegen Gewalt, übermäßige Kommerzialisierung, Fifa-Korruption, Rassismus und Homophobie. Weltmeisterschaften in autoritären Staaten versuchen wir kritisch zu begleiten.

Kaupp Und bei unfairem Spiel und zu vielen Schwalben sagen wir auch unsere Meinung.

Hättet ihr jemals damit gerechnet, Stars im Netz zu werden?

Kaupp Unsere „Extra 3“-Satire-Songs, vor allem der über den türkischen Präsidenten Erdoğan, waren ja schon ziemliche Youtube-Hits, aber der „Rambo-Ramos“-Song hat dann die Skala völlig gesprengt. Mittlerweile 62 Millionen Views – das hat uns wirklich umgehauen!

Baier Platz eins der Youtube Creator Charts in Österreich und der Schweiz, Platz zwei in Deutschland – Wahnsinn!

Habt ihr schon Feedbacks von prominenten Fußballern auf eure Musik erhalten?

Friedrich Yeah! Thomas Müller hat sich per Youtube-Kommentar für seinen Song bedankt, und Kimmich und Gnabry haben neulich in einem Interview den „weltberühmten“ „Gnabry“-Song erwähnt – das ist für uns natürlich ein toller Moment!

Habt ihr die WM verfolgt, und was haltet ihr von deren Verlauf?

Friedrich Ach, so lala. Wir hätten’s Norwegen gegönnt – oder England, die hatten ja seit 1966 keinen Spaß mehr. Am Ende muss man wohl froh sein, dass – bei allem Respekt für Messi – wenigstens die ruppigen, destruktiven Argentinier nicht gewonnen haben.

Spielt ihr auch selbst Fußball?

Friedrich Nicht mehr so viel. Dennis hatte wohl die größten Aussichten auf eine Profikarriere, musste aber wegen einer Verletzung bei der SG Stuttgart West aufhören.

Kaupp Ich war jahrelang linker Verteidiger ohne irgendwelche Dribbelkünste, erst im Verein und als Student noch in der Kneipenliga.

Baier Meine Karriere als aktiver Fußballer war superkurz und endete auf der Ersatzbank der Minikicker – da wurde ziemlich schnell die Liebe zur Musik stärker als die Liebe zu blauen Flecken (lacht).

Welche weiteren Pläne und Wünsche habt ihr?

Baier Wir sind da ganz bescheiden. Wenn wir dafür sorgen können, dass irgendwo 1.000 Kids und ihre Eltern bei unserem Konzert eine tolle Zeit haben, dann ist das schon etwas, für das wir sehr dankbar sind.

Kaupp Das hast du schön gesagt!

Friedrich Ach ja, und unser Wunsch an die Fifa: WM 2038 in Nordkorea und 2042 in Mordor – mit Verleihung des „Fifa-Friedenspreises“ an Sauron (lächelt). (ian/sil)