Samsung Galaxy Watch Ultra 2: Ein Kraftpaket mit wenigen Schwächen

Test Samsung Galaxy Watch Ultra 2: Ein Kraftpaket mit wenigen Schwächen Samsungs neues Smartwatch-Aushängeschild überzeugt im Praxistest mit viel Leistung und voluminösem Design. Nur zierliche Arme und...

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Samsung Galaxy Watch Ultra 2: Ein Kraftpaket mit wenigen Schwächen

Test

Samsung Galaxy Watch Ultra 2: Ein Kraftpaket mit wenigen Schwächen

Samsungs neues Smartwatch-Aushängeschild überzeugt im Praxistest mit viel Leistung und voluminösem Design. Nur zierliche Arme und fremde Android-Handys bremsen die Freude

Test

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Alexander Amon

Samsung Galaxy Watch Ultra 2
Auch starkes Sonnenlicht stört nicht. Dank 5000 Nits Spitzenhelligkeit, ist das Display immer gut lesbar.

Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Dass Smartwatches aber wohl nie einen Schönheitspreis gewinnen werden, da sind sich die meisten von uns einig. Wer sich statt für eine Mido Multifort oder eine Seiko Alpinist lieber für eine Galaxy Watch entscheidet, hat ohnehin nicht den Modeaspekt im Fokus, sondern den Funktionsumfang.

Der Galaxy Watch Ultra 2 von Samsung – der Vorgänger erschien 2024 – kann man zumindest nicht absprechen, dass sie mit ihrem "Cushion-Design", so nennt es der Hersteller, ein unverwechselbares Auftreten aufweist. Auch sonst kann die neue Sport-Watch des südkoreanischen Tech-Konzerns in vielen Punkten überzeugen. Zumindest dann, wenn man ein kompatibles Android-Smartphone besitzt und das eigene Handgelenk große Uhren verträgt.

Samsung Galaxy Watch Ultra 2
Die Form ist ungewöhnlich, aber dadurch ist die Smartwatch auch unverwechselbar.

Dick aufgetragen

Ein wichtiger Fakt gleich vorweg: Einige der exklusiven Gesundheitsfunktionen (wie EKG oder Blutdruckmessung) funktionieren tatsächlich nur im Zusammenspiel mit Samsung-Smartphones. Ein stures Ökosystem-Denken, das man sonst sehr stark von Apple kennt. Android-User anderer Marken bei einzelnen Features einzuschränken, kann man mutig oder ungeschickt nennen.

Wer ein passendes Handgelenk und das nötige Smartphone mitbringt – in den vergangenen Wochen wurden ja wieder einige neue auf den Markt geworfen –, für den lohnt es sich, die Ultra 2 genauer anzusehen. Das Design wurde bereits angesprochen: Mit einer Dicke von 10,7 Millimetern ist man trotz des massiven Auftritts in einem recht annehmbaren Bereich – eine elegante Dresswatch will das Gerät ohnehin nicht sein.

Mit einem Durchmesser von 47 Millimetern ist man am oberen Limit für viele Handgelenke. Wer wie der Autor dieser Zeilen einen Handgelenksumfang von rund 17 Zentimetern hat, wird die Uhr als sehr groß empfinden. Dafür gibt es als Belohnung ein sattes 1,52-Zoll-Display mit einer Auflösung von 327 ppi und einer enormen Helligkeit von bis zu 5.000 Nits. All das bringt exzellente Ablesbarkeit – selbst direkte Sonneneinstrahlung entlockt der Ultra 2 nur ein müdes Lächeln.

Samsung Galaxy Watch Ultra 2
Drei Tasten erleichtern die Navigation. Eine drehbare Lünette wäre allerdings praktisch gewesen.

Schnell und zuverlässig

Mit einem Gewicht von 61,5 Gramm ist die Uhr trotz ihrer Größe nicht unangenehm schwer. Sie liegt gut an und auch das mitgelieferte Marineband in Grün – beim schwarzen Modell ist auch das Armband schwarz – ist etwas dünner als beim Vorgänger und weniger steif, was dem Tragekomfort ebenfalls zugute kommt.

Für die Bedienung dienen drei Tasten an der rechten Seite: Während die obere Taste immer zum Uhr-Bildschirm zurückführt, hilft die untere Taste, einen Schritt zurückzuspringen, was bei den vielen Untermenüs hilfreich ist. Die mittlere "Aktionstaste" kann frei belegt werden, etwa mit der Lieblings-Fitness-App, einer Taschenlampe oder einer Stoppuhr. Leider handelt es sich bei dieser mittigen Taste um keine drehbare Lünette. Ist man diese Möglichkeit von anderen Smartwatches gewohnt, muss man sich in Sachen Bedienung umgewöhnen.

Dank des neuen Snapdragon Wear Elite sowie 2 GB RAM reagiert die Uhr jederzeit schnell und flüssig – sehr angenehm. Mit 64 GB Speicher kann man sich zudem Musik auf die Uhr laden, um sich auch offline berieseln zu lassen. Mobilfunk-Fähigkeit per eSIM ist möglich. Bluetooth und WLAN werden ebenfalls unterstützt.

Das Sport-Ass

Sportfunktionen sind für Smartwatches nichts Neues. Neben den Gesundheitsaspekten ist das Tracken von Laufwegen und das Erkennen von Schwimm- bis Ruderbewegungen sicher ein Hauptgrund für viele, zu einer solchen Smartwatch zu greifen. Dank IP69K- sowie 10-ATM-Zertifizierung braucht man sich beim Duschen oder beim Laufen im Regen keine Sorgen um die Uhr zu machen. Laut Hersteller soll man mit der Ultra 2 auch tauchen können. In der klassischen Uhrenwelt würde man eine 10-ATM-Zertifizierung diesbezüglich eher skeptisch hinterfragen. Mit dem Kind im hauseigenen Pool den Körper unter Wasser zu halten, sollte dennoch kein Problem sein. Ob man mit dem Gerät in der Südsee Korallentauchen gehen kann, wird an dieser Stelle sanft hinterfragt.

Was die Unterstützung von Trainings betrifft, kann man auch bei der Ultra 2 aus dem Vollen schöpfen: Wandern, Schwimmen, Radfahren oder auch Bahnenlauf beziehungsweise Zirkeltraining finden sich im umfangreichen Menü. Für einige Sportarten bietet sich der verbesserte GPS-Empfang an, um Laufrouten präziser tracken zu können.

Samsung Galaxy Watch Ultra 2
Zusammen mit einem Samsung-Smartphone, hat man auf alle Funktionen Zugriff. Für manche gibt es sogar kurze Erklärungen.
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Es gibt fast nichts, was man mit der Uhr nicht messen kann. Zumindest in Sachen Sport und Gesundheit.

Gesundheit über alles

Mit dem Kauf einer Smartwatch wollen viele nicht nur signalisieren, dass sie extrem sportlich sind, sondern auch auf ihre Gesundheit achten. Auch bei der Ultra 2 spielt Health-Tracking deshalb eine große Rolle. Man kann via EKG-Funktion feststellen, ob der Herzrhythmus Auffälligkeiten aufweist, oder den Blutdruck schätzen lassen. Dafür muss man das Gerät zuvor mit einem Oberarm-Blutdruckmessgerät kalibrieren. Bei vielen dieser Messungen wird von der Uhr darauf hingewiesen, dass sie keinen Arztbesuch ersetzen kann. Es geht vielmehr um Auffälligkeiten, die im Idealfall früh entdeckt werden.

Auch der Uhr eine Pause zu gönnen, macht Sinn, weil der Akku (800 mAh) zwar je nach Nutzung bis zu vier Tage hält, für eine vollständige Ladung allerdings knapp über anderthalb Stunden benötigt. Wer also das Always-On-Display aktiviert, viel Sport trackt und dazwischen Nachrichten angezeigt bekommen möchte, sollte die Uhr alle zwei Nächte auf das mitgelieferte Ladegerät legen.

Die implementierte Gemini-Funktion wurde im Test wenig verwendet. Man kann mit einer Handbewegung den Chatbot aktivieren und diesen nach dem Wetter fragen oder eine Playlist starten lassen – ein lustiger Bonus, aber mehr wohl nicht.

749 Euro kostet die Ultra 2 im regulären Handel. Man wählt aus Titanium Gray, das mehr wie ein Schwarz wirkt, oder Titanium Silver (siehe Fotos).

Samsung Galaxy Watch Ultra 2
Übersichtlicher können die Ergebnisse der Messung am Smartphone durchgeschaut werden.
Samsung Galaxy Watch Ultra 2
Natürlich hat man wie immer eine große Auswahl an unterschiedlichen Zifferblättern.

Fazit

Die Einschränkung mancher Features auf Samsung-Smartphones ist schade, denn die Ultra 2 hat eine Daseinsberechtigung auf dem gefühlt schon sehr überfüllten Wearables-Markt: Das Design ist mutig, der Tragekomfort gegeben, die Leistung hoch und das Display ohnehin eines der besten am Markt.

Das Fehlen einer drehbaren Lünette ist wohl der einzige Kritikpunkt im Hinblick auf Bedienkomfort, und dünnere Handgelenke hätten sich sicherlich über eine etwas kleinere Version gefreut. Aber dafür hat Samsung ja auch die Watch 9 im Angebot. Diese ist zwar weniger robust gegen Wasser und hat einen schwächeren Akku, dafür gibt es sie auch für schlanke Arme und in mehreren Farben. (Alexander Amon, 15.8.2026)

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