Signaturenlehre: Was Rüebli, Walnüsse und Tomaten wirklich für den Körper tun
Laut der Signaturenlehre ist es kein Zufall, dass Tomaten an ein Herz und Walnüsse ans Gehirn erinnern: Die Lebensmittel sollen den Organen guttun, denen sie ähneln. Teilweise ist das auch belegt.
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Publiziert2. August 2026, 04:55
SignaturenlehreRüebli für die Augen, Walnüsse fürs Hirn: Stimmt das wirklich?
Laut der Signaturenlehre ist es kein Zufall, dass Tomaten an ein Herz und Walnüsse ans Gehirn erinnern: Die Lebensmittel sollen den Organen guttun, denen sie ähneln. Teilweise ist das auch belegt.

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass ein aufgeschnittenes Rüebli wie ein Auge aussieht, eine Walnuss einem Gehirn gleicht und eine Tomate an ein Herz erinnert? Dahinter steckt die sogenannte Signaturenlehre – und diese besagt, dass einige Lebensmittel Nährstoffe beinhalten, die den Organen guttun, denen sie optisch ähneln.
Was hältst du von der Vorstellung, dass Lebensmittel Organen guttun, denen sie optisch ähneln?
Ich finde das spannend und glaube, da ist etwas Wahres dran.
Eine nette Idee, aber ich verlasse mich lieber auf wissenschaftliche Fakten.
Ich finde es eine gute Merkhilfe, aber mehr nicht.
Das ist für mich reiner Aberglaube ohne jede Grundlage.
Ich habe noch nie darüber nachgedacht oder davon gehört.
Auch auf Social Media hat die Lehre Anklang gefunden und liefert Stoff für Content. Doch was steckt dahinter? Kann das Aussehen eines Gemüses oder einer Frucht Hinweise darauf liefern, welche positiven Wirkungen es auf ein Organ hat?
Tomaten für das Herz
Wenn du eine Tomate aufschneidest, kann das Innere an ein Herz mit seinen Kammern erinnern. Tomaten enthalten den roten Pflanzenstoff Lycopin und dieser kann freie Radikale neutralisieren und Entzündungen im Körper reduzieren.
Eine Metaanalyse zeigt: Menschen, die viel Lycopin aufnehmen, erkranken seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Forschende vermuten, dass der Pflanzenstoff die Blutgefässe schützt, indem er schädliche Ablagerungen verringert. Auch für einen Schutz vor bestimmten Krebsarten – vor allem Prostatakrebs – gibt es Hinweise. Eindeutig bewiesen ist dieser Zusammenhang bisher aber nicht.
Was ist die Signaturenlehre?
Ihren Ursprung hat die Signaturenlehre in der Antike, ehe sie sich später in der Naturheilkunde weiterentwickelte. Sie besagt, dass Aussehen, Form oder Farbe einer Pflanze Hinweise darauf geben können, für welches Organ sie besonders nützlich sein soll. Aus wissenschaftlicher Perspektive fehlen für diese Theorie jegliche Beweise.
Rüebli für die Augen
Schneidet man sie auf, ähneln sie einer Iris mit Pupille – und auch jedem Kind wird erzählt: Rüebli sind gut für die Augen. Tatsächlich steckt in dem orangen Gemüse viel Beta-Carotin, aus dem der Körper Vitamin A bildet. Dies kann laut Forschungen dazu beitragen, dass die Netzhaut gesund bleibt. Ein Wundermittel für die Sehkraft sind Rüebli deshalb aber nicht.
Neben Beta-Carotin erhalten Rüebli auch die Pflanzenstoffe Lutein und Zeaxanthin. Diese schützen die Stelle im Auge, mit der man am schärfsten sieht. Studien zeigen, dass sie das Risiko für Makuladegeneration, eine altersbedingte Netzhauterkrankung, senken können. Wer jedoch bereits genügend Vitamin A aufnimmt, bekommt durch den Verzehr von zusätzlichen Rüebli laut Untersuchungen keine bessere Sehkraft. Diese helfen vielmehr dabei, die normale Funktion der Augen zu erhalten.

Walnüsse für das Gehirn
Mit ihren zwei Hälften und den zahlreichen Falten sehen Walnüsse dem Gehirn erstaunlich ähnlich. Ob Zufall oder handfester Beweis – die fettigen Nüsse werden tatsächlich häufig mit Hirngesundheit in Verbindung gebracht.
Walnüsse liefern pflanzliche Omega-3-Fettsäuren, Vitamin E und viele Antioxidantien. Mehrere Studien deuten darauf hin, dass regelmässiger Walnusskonsum Gedächtnis, Konzentration und andere Hirnfunktionen unterstützen kann. Forschende vermuten, dass dafür die entzündungshemmenden und zellschützenden Inhaltsstoffe verantwortlich sind. Ob Walnüsse tatsächlich vor Demenz oder Alzheimer schützen, ist bisher aber nicht eindeutig belegt.
Ingwer für den Magen: Eher Merkhilfe statt Beweis
Die verzweigte Form von Ingwer erinnert an einen Magen. Tatsächlich wird Ingwer seit Langem gegen Übelkeit eingesetzt. Verantwortlich dafür sind unter anderem die enthaltenen Gingerole. Gut belegt ist die Wirkung insbesondere bei Schwangerschaftsübelkeit. Zudem gibt es Hinweise, dass Ingwer die Magenentleerung beschleunigen und dadurch Völlegefühl lindern kann.
Auch Trauben, Avocados oder Ingwer werden bestimmten Organen zugeordnet. Für einzelne gesundheitliche Effekte gibt es wissenschaftliche Hinweise, viele Aussagen sind bisher jedoch nicht eindeutig belegt. Die Ähnlichkeit zwischen Lebensmitteln und Organen ist deshalb eher eine Merkhilfe als ein medizinischer Beweis.

Carolina Lermann (ler) arbeitet seit Mai 2023 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin für Body & Soul im Lifestyle-Ressort und schreibt über Erziehung, Sport und Psychologie.
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