Ritterturnier in Kaltenberg feiert Premiere: Packende Show mit mehreren Höhepunkten

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Ritterturnier in Kaltenberg feiert Premiere: Packende Show mit mehreren Höhepunkten

Stand: 12.07.2026, 13:38 Uhr

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Die Show beginnt: Farbenfrohes Spiel auf Kämpfen und Reiter-Stunts.

Die Show beginnt: Farbenfrohes Spiel auf Kämpfen und Reiter-Stunts. © walter weiss

Das Kaltenberger Ritterturnier hat am Samstagabend Premiere gefeiert. Schon in der ersten Minute ermordet Königin Magdalenen ihren eigenen Mann.

Kaltenberg – Mit einer packenden, emotionalen, an dramatischen Momenten reichen Show hat das Kaltenberger Ritterturnier am Samstagabend eine umjubelte Premiere gefeiert. „Der Sohn des Schwarzen Ritters“, so der Titel, entführt das Publikum in die Welt der Könige, der höfischen Lebensart und der geknechteten Landbevölkerung – nimmt aber auch Bezug auf die Gegenwart.

Schöner kann ein Sommerabend kaum sein. Tausende Besucher schlendern über den Mittelaltermarkt mit seinen Handwerksständen, Lagern und den fünf Bühnen, auf denen Live-Musiker, Artisten und Magier ihr Können zeigen. Auf dem Marktplatz gibt es Schaukämpfe der tschechischen Stunt-Gruppe Merlet zu sehen – ein Vorgeschmack auf das, was später in der Arena folgen wird.

Ritterturnier in Kaltenberg - Sitzreihen bis auf den letzten Platz gefüllt

Von dort ertönt alsbald das Trompetensignal des Herolds – es kündet vom baldigen Beginn der Show und ruft die Zuschauer zusammen. Während sich die Sitzreihen bis auf den letzten Platz füllen, sorgen Stelzenläufer in mystischer Verkleidung und die Mittelalter-Kultband Corvus Corax für ein stimmungsvolles Vorprogramm.

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Mitten durch die Menge: Ritter auf dem Weg in die Arena. Die Stuntreiter der französischen Gruppe Cavalcade donnern gefühlt wagemutiger denn je auf ihren Pferden durch den Arenasand. © walter weiss

Narr Wandelbar, seit 35 Jahren fester Bestandteil des Ritterturniers, erntet Lacher, als er statt des angekündigten Luitpold Prinz von Bayern in die Arena gestolpert kommt. Doch dann folgt der Begründer der Veranstaltung und ehemalige Kaltenberger Schlossherr, um die Ritterspiele stilecht zu eröffnen: „Das Turnier nehme seinen Anfang!“

Die Story beginnt spektakulär – ab Minute eins ist klar, wer hier das Böse verkörpert. Königin Magdalenen stößt den eigenen Gatten von der Königsloge und tut sich mit dem Schwarzen Ritter Hergest zusammen. Dessen Sohn Albrecht wird am Hof zum Ritter ausgebildet, um die Schreckensherrschaft von Vater und Stiefmutter fortzusetzen. Ein Plan, der nicht aufgeht, denn Albrecht beweist sehr bald, dass er ein gutes Herz hat.

Kaltenberger Ritterturnier 2026: Zwei Höhepunkte in zweistündiger Show

Zwei Höhepunkte sind gesetzt in der knapp zweistündigen Show – die Voltige und der Ritterkampf. Die Stuntreiter der französischen Gruppe Cavalcade donnern gefühlt wagemutiger denn je auf ihren Pferden durch den Arenasand, kopfüber am Sattel hängend, auf dem Pferderücken stehend oder wie schwerelos über das galoppierende Tier springend. Später, beim finalen Showdown zwischen Gut und Böse, splittern die Lanzen und fliegen die Reiter aus dem Sattel, dass den Zuschauern der Atem stockt.

Riesenapplaus bekommen auch die Laien, über 200 an der Zahl, die ihre Choreografie perfekt beherrschen. In Windeseile bauen sie ein Dorf auf, spielen die verzweifelten, hungernden Bewohner, lassen in einem Freeze-Moment das gesamte Bild erstarren, um dann panisch eine wirkungslose Barrikade gegen den Schwarzen Ritter zu errichten.


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Ritterturnier-Stammgäste (v.l.): Jay Toscano (18) aus Fürstenfeldbruck mit Akira de Run (21) aus St. Gallen, Nox Thoma (22) aus München und Elvira Belmont (20) aus Fürstenfeldbruck © walter weiss

Mit der im Mittelalterdorf herrschenden Dürre hat Autor Thomas Limpinsel einen direkten Bezug zur Gegenwart in die Story eingebaut. Ebenso mit den zwei Königen Ramiro und Konstantin, die sich einen Sandkastenstreit darüber liefern, wer den größeren Ball – pardon, Thronsaal – hat. Und geltende Vereinbarungen brechen, sobald sie einen Vorteil für sich wittern. Der rechtschaffene König Edmund muss aufpassen, zwischen den hinterhältigen Opportunisten nicht unter die Räder zu kommen.

Mit punktgenau abgefeuerter Pyrotechnik, dramatischer Musik und großer Geste packt die Show das Publikum bei den Emotionen – das Phänomen Kaltenberg ist nach 46 Jahren noch so lebendig wie eh und je. Und der Schwarze Ritter? Der zeigt sich erstmals auch von einer schwachen Seite. Und endet schließlich geläutert im Arenasand.