Niedrigwasser-Chaos am Rhein: Duisburg fällt auf nie dagewesenen Pegel – LKW-Sonntagsfahrverbot im Fokus

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Niedrigwasser-Chaos am Rhein: Duisburg fällt auf nie dagewesenen Pegel – LKW-Sonntagsfahrverbot im Fokus

Rhein heizt sich auf 30 Grad auf: Industrie in der Krise – Ex-Ministerin schlägt Alarm

Stand: 06.08.2026, 13:34 Uhr

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Historische Tiefststände am Rhein zwingen die Wirtschaft zu Notlösungen. Auch der Natur droht der Kollaps. Die Politik sucht nach Auswegen.

Düsseldorf – Der Rhein führt so wenig Wasser wie selten zuvor. In Nordrhein-Westfalen fallen die Pegelstände auf nie dagewesene Tiefstwerte. Das zwingt die Industrie zu teuren Notlösungen, während die Politik nach schnellen Antworten sucht – und Umweltschützer vor einem ökologischen Kollaps warnen.

Niedrigwasser am Rhein in Köln

Niedrigwasser in NRW: Pegeluhr am Rheinufer © Oliver Berg/dpa

Die Zahlen machen die Dramatik greifbar: In Düsseldorf ist der Rhein auf 19 Zentimeter gesunken, in Duisburg-Ruhrort fiel der Pegel auf bisher unerreichte 149 Zentimeter. Auch Köln verzeichnete Ende Juli einen Tiefststand von nur 67 Zentimetern. Das extreme Niedrigwasser legt die Logistik auf Europas wichtigster Wasserstraße in weiten Teilen lahm. Frachtschiffe können oft nur noch ein Viertel ihrer üblichen Ladung transportieren.

Für Großkonzerne wie Thyssenkrupp, BASF und Evonik bedeutet das enormen Kostendruck. Sie müssen ihre Güter kurzfristig auf Züge und Lastwagen umverteilen. Das Problem: Um die Ladung eines einzigen großen Rheinschiffs auszugleichen, rollen derzeit bis zu 100 zusätzliche Lkw über die Straßen.

Niedrigwasser am Rhein schädigt Wirtschaft: Politik sucht nach schnellen Lösungen

Um drohende Lieferengpässe abzuwenden, denkt Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) nun darüber nach, das Sonntagsfahrverbot für Lkw vorübergehend aufzuheben. Gleichzeitig macht NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) Druck auf den Bund.

Er fordert, die Fahrrinne auf dem ohnehin baureifen Abschnitt zwischen Krefeld und Düsseldorf schneller zu vertiefen. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) unterstützt diese Forderung, um die Versorgungssicherheit zu garantieren.

Niedrigwasser am Rhein lebensbedrohlich für Fische: Die ökologischen Folgen

Doch die Krise trifft nicht nur die Wirtschaft – auch wenn Ökonomen den Ausfall für das dritte Quartal 2026 auf bis zu zwei Milliarden Euro schätzen. Ex-Bundesumweltministerin Steffi Lemke warnt davor, nur auf die Industrie zu schauen. Das Wasser der Flüsse heizt sich bei den aktuellen Temperaturen auf bis zu 30 Grad auf.

Ab 25 Grad wird die Lage für viele Fischarten lebensbedrohlich. Die Grüne Lemke forderte im Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) daher, Auen und Feuchtgebiete wiederherzustellen, um die Flüsse ökologisch zu entlasten.

Nach dem trockensten Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen zeigt dieser Sommer in NRW unmissverständlich, wie massiv die Folgen des Klimawandels bereits heute den Alltag und die Wirtschaft prägen. (Quellen: RND, 24rhein.de, ruhr24.de, fr.de, vorherige Berichterstattung) (frs)