Reit-WM: Steve Guerdat ist Weltmeister im Springreiten

Bei der Weltmeisterschaft in Aachen setzt sich der Schweizer als beständigster Reiter durch. Drei Deutsche starten ebenfalls aussichtsreich in den Schlusstag der WM, leisten sich aber zu viele Fehler.

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Reit-WM: Steve Guerdat ist Weltmeister im Springreiten

Steve Guerdat ist neuer Weltmeister im Springreiten. Mit fünf fehlerfreien Runden auf seiner Stute Dynamix sicherte sich der Schweizer den WM-Titel und verlängerte damit die Liste seiner großen Erfolge im Springsport.

Der Olympiasieger von 2012 und Europameister von 2023 ging als führender und letzter Starter in den entscheidenden Durchgang bei der Reit-WM in Aachen und verteidigte seine Führung souverän. Sein Vorsprung war groß genug, dass er sich sogar einen Abwurf hätte leisten können, ohne den WM-Titel zu gefährden, doch er blieb auch im letzten Parcours fehlerfrei.

Die weiteren Medaillen gingen an Thibeau Spits aus Belgien auf Impress und Harry Charles aus Großbritannien auf Freda.

Hinners, Ehning und Deußer fallen zurück

Mit Sophie Hinners, Marcus Ehning und Daniel Deußer waren drei deutsche Starter aussichtsreich in den Schlusstag der Reit-WM in Aachen gestartet. Vor den abschließenden beiden Prüfungen lag Hinners mit ihrem Pferd Singclair auf Rang fünf, direkt vor ihr Ehning auf Coolio auf Rang vier und Deußer ging mit Otello sogar als Erstplatzierter in den Parcours. Er war punktgleich mit dem späteren Weltmeister Guerdat.

Daniel Deusser reitet vor Publikum auf Otello bei der Springreit-WM
Ein Fehler am letzten Hindernis kostet Daniel Deußer eine MedailleBild: J. Derondeau/Eibner-Pressefoto/picture alliance

Doch alle drei absolvierten die Runde über die 16 Sprünge nicht fehlerfrei und fielen vor der letzten Prüfung, bei der nur noch die besten zwölf Reiter der WM-Einzelwertung zugelassen sind, etwas zurück. Am Ende hätte Deußer eine Medaille gewonnen, wenn er im letzten Durchgang fehlerfrei geblieben wäre, doch ausgerechnet am letzten Hindernis des Parcours unterlief ihm doch noch ein Fehler.

Letztlich wurde Deußer in der Endabrechnung Sechster, Ehning landete auf Rang sieben und Hinners auf Platz neun. Gemeinsam mit Richard Vogel, dem vierten deutschen Reiter hatten sie am Freitagabend noch den Weltmeistertitel mit der Mannschaft gewonnen.

WM-Modus belohnt Konstanz über fünf Prüfungen

Bei WM im Springreiten müssen die Teilnehmer insgesamt fünf schwere Prüfungen absolvieren, um den Titel zu gewinnen. Zunächst gibt es ein Zeitspringen. Wer dort bei null Fehlern die schnellste Zeit reitet, geht mit dem Fehlerwert 0.00 in die weiteren Springen. Abwürfe im Zeitspringen werden mit der Addition von vier Sekunden auf die Zeit bestraft. Anschließend werden die Zeitrückstände halbiert daraus ein Fehlerwert generiert, den die Teilnehmer über die weiteren Prüfungen mitnehmen.

Beispielweise blieb Sophie Hinners beim Zeitspringen als beste Deutsche ohne Abwurf, war aber 1,68 Sekunden langsamer als der Tagesbeste. Sie ging daher mit 0.84 Fehlerpunkten in die nächsten Springen. Dort werden Abwürfe wie immer mit vier Fehlerpunkten bestraft, Zeitfehler mit einem Fehlerpunkt pro angefangener Sekunde, die man langsamer ist als die für den Parcours vorgegebene Zeit.

Das Zeitspringen sowie die beiden folgenden Prüfungen, also die ersten drei WM-Springen zählen nicht nur für die Einzelwertung, sondern entscheiden auch über die WM-Medaillen in der Teamwertung. Danach sind am Schlusstag im vierten Springen nur noch die 25 Besten der Einzelwertung im Rennen. Die besten Zwölf erreichen das fünfte und entscheidende Springen. Wer am Ende die wenigsten Punkte auf dem Konto hat, ist Weltmeister. Sollten am Ende der letzten Prüfung mehrere Reiter mit dem identischen Punktwert auf dem Spitzenplatz liegen, entscheidet ein Stechen über den WM-Titel.

Doch das war dieses Mal nicht nötig, schließlich war der neue Weltmeister Steve Guerdat der einzige Springer, der in allen fünf Prüfungen ohne Abwurf blieb.