Reit-WM: Fry schwebt mit Glamourdale zu Gold, Hemmer schnappt Werth Bronze weg

KI-Stimme. InfoIst es ihr Name, einer der großen des Pferdesports? Einhundertprozentig. Sind es ihre funkelnden Augen? Keine Zweifel. Ist es Hengst Glamourdale? Oh, ja, der Glamouröse. In der Welt des Dressursp...

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Reit-WM: Fry schwebt mit Glamourdale zu Gold, Hemmer schnappt Werth Bronze weg

KI-Stimme. Info

Ist es ihr Name, einer der großen des Pferdesports? Einhundertprozentig. Sind es ihre funkelnden Augen? Keine Zweifel. Ist es Hengst Glamourdale? Oh, ja, der Glamouröse. In der Welt des Dressursports, wo Eleganz auf Kraft trifft, gibt es nur wenige Namen, die so hell strahlen wie der von Charlotte Fry. Als sie nun in Aachen, mit der Goldmedaille um den Hals baumelnd, den Raum betritt, um stolz von ihrer Titelverteidigung im Grand Prix Spécial zu berichten, erleuchtet sie alles um sich herum. Selbst Cathrine Laudrup-Dufour, die Silbermedaillengewinnerin, und Katharina Hemmer, mit Bronze dekorierte und überglückliche WM-Debütantin, flankieren die Britin und himmeln sie beinahe an. „Ein so wunderbarer Moment“, sagt die 30 Jahre alte Fry und fühlt sich so: frei.

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„Glamourdale war die ganze Zeit bei mir. Es war ein einziges Geben, Geben, Geben – ein unglaubliches Gefühl.“ Es fällt Charlotte Fry, die alle nur Lottie nennen, kinderleicht, über ihre Glanzleistung im Sattel von Glamourdale, diesem 15 Jahre alten, mächtig schwarzen Hengst, zu reden. Der in der sengenden Aachener Hitze bei der Piaffe-Passage einmal kurz aus dem Takt geraten war. Dann aber im Galopp so stolz und gar nicht hektisch daherkam. Und der seine Reiterin am Ende leichtfüßig zum Gold trug.

Kronprinzessin war gestern

Deutschlands Dressur-Equipe startet bei der Reit-WM in Aachen mit Gold. Katharina Hemmer legt stark vor, Isabell Werth macht den Triumph perfekt – und feiert ihren zehnten Weltmeistertitel.

Was das fachkundige Publikum bereits zu Jubelstürmen veranlasst hatte, noch bevor das Paar zu seinem Abschiedsgruß Aufstellung nahm. Die Kulisse ist für eine Dressurprüfung außergewöhnlich – im Grand Prix Kür am Samstag (ab 19 Uhr/WDR) wird die Kapazität des Aachener Hauptstadions mit 40.000 Zusehern maximal ausgelastet sein – und sorgt für eine unvergessliche Atmosphäre. „Ich wusste, dass Glamourdale diese großartige Arena lieben würde“, sagte Charlotte Fry. „Das war etwas, von dem man als Kind träumt.“

Worte, die Isabell Werth nicht hörte, da sie der Runde nicht beiwohnte. Doch sie freute sich so sehr für die Goldkollegin aus der Equipe. Hemmer war den Tränen nah, bezeichnete Denoix als ihren besten Freund und Bronze als „großes Geschenk, das mein Pferd mir gemacht hat“. Also Isabell Werth: „Katha war ganz große Spitze.“ Die 57 Jahre alte Rheinbergerin, die mit Wendy de Fontaine hinter der Dänin Cathrine Laudrup-Dufour auf Freestyle (80,927) und Katharina Hemmer auf Denoix (80,866) mit 79,544 Prozent Vierte wurde, ist eine von zwei prägenden Frauen in der Reitsportkarriere der Lottie Fry. „Ich bewundere sie, seit ich fünf Jahre alt war. Sie ist mein Idol und der netteste Mensch, den es gibt“, sagt die Britin. Bereits vor vier Jahren in Herning war sie Weltmeisterin, Werth stand damals als Dritte mit auf dem Siegerpodest.

Reit-WM Aachen

In der Medaillenkutsche: (von links) Cathrine Laudrup-Dufour, Charlotte Fry und Katharina Hemmer.© dpa | Vennenbernd

Der Respekt vor der achtmaligen Olympiasiegerin vom Niederrhein ist immens. Aber Fry ist dabei, den royalen Titel der Kronprinzessin abzulegen. Auf der Britischen Insel ist sie ja schon die legitime Nachfolgerin der großen Charlotte Dujardin; die dreimalige Olympiasiegerin ist durch die Veröffentlichung von Videos in Ungnade gefallen, die sie zeigen, wie sie ihr Pferd mit einer Peitsche schlägt. Keine Zweifel, dass im olympischen Dressurviereck auch bald mehr als Equipe-Bronze wie 2021 in Tokio und 2024 in Paris (plus Einzel-Platz drei) herausspringt.

Ihr zweites Idol findet Lottie Fry in der eigenen Familie. 1996 in Scarborough in North Yorkshire geboren, wächst sie in einem sehr pferdeaffinen Haus auf. „Ich wurde im Grunde mit Pferden geboren, bin also geritten, bevor ich überhaupt laufen konnte.“ An ihrer Seite: ihre Mutter Laura Fry, die Großbritannien 1992 in Barcelona im olympischen Dressursand vertrat. „Sie war meine Inspiration und hat mich in diesen Sport gebracht.“ Laura Fry erlebte noch, wie ihre Tochter auf Nachwuchs-Championaten zu einem der größten Talente heranwuchs. Doch 2012, Lottie war 16 Jahre alt, starb ihre Mutter an Brustkrebs. Ein schwerer Schlag für den Teenager, der ambitioniert, aber zu diesem Zeitpunkt erschüttert den Weg in den Sport findet. Seitdem trägt sie ein Medaillon mit dem Bild der Mutter um den Hals.

In den Niederlanden gereift

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Bereits im Alter von 14 Jahren hatte Englands Olympiareiter Carl Hester Lottie Fry unter seine Fittiche genommen und das Talent gefördert. Als Gegenleistung für Arbeit in seinem Stall gab er, der WM-Sechste an diesem Freitag, der jungen Schülerin Reitunterricht. Vor zwölf Jahren dann der nächste große Schritt im Leben der Britin: Sie geht in die Niederlande. In Den Hout wird sie von ihrer Trainerin Anne van Olst in die Weltspitze geführt. Sie will Berufsreiterin werden, zu den großen Championaten, von Erfolg zu Erfolg reiten. Mit dem nachtschwarzen Glamourdale findet sie dazu den richtigen Partner. Es dauert eine Weile, sich aneinander zu gewöhnen, die Ausbildung zu perfektionieren.

Doch Charlotte Fry, zierlich gebaut auf 1,70 Metern Körpergröße, geht unbeirrt ihren Weg: In Herning vor vier Jahren stößt sie mit dem Rappen in der Kür in die elitäre 90-Prozent-Gruppe vor. „Ich denke, unser Sport gibt Frauen wirklich die Möglichkeit, die gleichen Chancen wie Männer zu haben“, sagt sie. „Es ist wahrscheinlich eine der wenigen Sportarten auf der Welt, in denen Männer und Frauen gleichberechtigt gegeneinander antreten.“ Nun der nächste WM-Goldritt. „Vielleicht einer meiner besten jemals“, sagt die alte, die neue Weltmeisterin. Beinahe hört man God save the Queen im Hintergrund.