Reisen mit spirituellen Erfahrungen – Urlauber-Seelsorge bietet jedes Jahr neue Formate an

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Reisen mit spirituellen Erfahrungen – Urlauber-Seelsorge bietet jedes Jahr neue Formate an

Stand: 15.08.2026, 13:19 Uhr

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Anlaufstelle der Tourismusseelsorge im Ostseebad Dahme

Die Tourismus-Seelsorge entwickelt und bietet jedes Jahr neue Formate an, die „vom Gast her denken“. © Christiane Tauer/KNA

Viele Menschen suchen im Urlaub nicht nur Erholung, sondern auch Besinnung. Die christlichen Kirchen haben sich darauf eingestellt und bereiten jedes Jahr entsprechende Angebote vor.

Osnabrück (KNA)

Wie groß ist das Thema für die Reisebranche?

Spiritueller und religiöser Tourismus sind ein bedeutender Wachstumsmarkt. Laut Welttourismusorganisation (UNWTO) besuchen jährlich rund 330 Millionen Reisende die wichtigsten religiösen Stätten der Welt. Das spiegelt sich auch in der Beliebtheit von Zielen in Europa wider: In Barcelona hat die Kathedrale Sagrada Família mehr Zulauf als das Stadion des legendären Fußballclubs; Notre-Dame in Paris wird von mehr Menschen angesteuert als Louvre und Eiffelturm; der Kölner Dom als Deutschlands attraktivstes Gebäude hat fünfmal so viele Besucher wie Schloss Neuschwanstein.

Artikel der KNA

Dieser Beitrag stammt von der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Was weiß die Wissenschaft über Tourismusseelsorge?

Nach einer Umfrage der Stiftung für Zukunftsfragen möchte jeder fünfte Deutsche im Urlaub gern spirituelle Erfahrungen machen. Um die Menschen anzusprechen, sollten die Kirchen möglichst wenig Hürden errichten; sie sollten Formate entwickeln, die „vom Gast her denken“ und wenig kosten. Finanzierungsprobleme sind relativ. Paula Hofmeister ermittelte 2024 in einer Befragung für eine Bachelor-Arbeit an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg, „dass die Spendenbereitschaft sehr groß ist, wenn Menschen einen guten Abend erleben“.

Was sind die beliebtesten Angebote der Tourismusseelsorge?

Gottesdienste unter freiem Himmel, bei Sonnenauf- oder Untergang, am Gipfelkreuz oder vor einer idyllisch im Wald gelegenen Kapelle, offene Gesprächsangebote, etwa im Kirchenstrandkorb am Meer, Mitmachformate wie gemeinsames Singen in den Dünen.

Was sind die neuesten Trends im spirituellen Tourismus?

Abseits überlaufener Massenpilgerwege wie dem klassischen Jakobsweg werden kleinere Wallfahrtsorte und Ziele entdeckt. Unberührte Natur und malerische Aussichtsplätze zum Innehalten gewinnen an Bedeutung. Übernachtungsmöglichkeiten mit spirituellem Mehrwert werden entwickelt: Wer gut schläft, findet auch innere Ruhe. Die Touristenseelsorger im Erzbistum München und Freising sprechen von „Sinnstifter-Orten“.

Hat sich auch schon der Papst mit Tourismus beschäftigt?

In gewisser Weise ja. 2001 veröffentlichte der Päpstliche Rat der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs das Papier „Orientierungen für die Tourismusseelsorge“. Einige Kernaussagen: „Der Tourismus bietet ideale Voraussetzungen, damit der Mensch sich als Pilger in Raum und Zeit wahrnimmt.“ Er ist eine Chance zur kulturellen Verständigung, für Gastfreundschaft und interreligiösen Dialog. Ausbeutung soll vermieden werden. Auch im Tourismus gilt es, die Würde des Menschen zu wahren und die Schöpfung zu respektieren.