Höcke und Wagenknecht: Nie haben sich die extreme Linke und Rechte so entlarvt

KI-Stimme. InfoLiebe Leserin, lieber Leser,Teile der deutschen Politik sind verrückt geworden. Anders kann ich die Debatte um eine von der AfD unterstützte Ministerpräsidentin Sahra Wagenknecht in Thüringen nic...

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Höcke und Wagenknecht: Nie haben sich die extreme Linke und Rechte so entlarvt

KI-Stimme. Info

Liebe Leserin, lieber Leser,

Teile der deutschen Politik sind verrückt geworden. Anders kann ich die Debatte um eine von der AfD unterstützte Ministerpräsidentin Sahra Wagenknecht in Thüringen nicht einordnen.

Der Hass auf die geschmähten „Altparteien“ und der Drang zur Macht von BSW und AfD sind so groß, dass man bereit ist, eigene fundamentale Überzeugungen abzuräumen. Plötzlich war vorstellbar, dass eine linke Partei gemeinsame Sache mit einer Partei macht, die vom Verfassungsschutz in Teilen als rechtsextrem eingestuft ist.

Jörg Quoos.

Jörg Quoos.

Sie interessieren sich für politische Hintergründe und wollen wissen, was in der Hauptstadt hinter verschlossenen Türen passiert? Dann ist der Newsletter „Hauptstadt Inside“ von Jörg Quoos, dem Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion, genau das Richtige für Sie. Dreimal pro Woche fasst er zusammen, was Sie wissen müssen – und ordnet die Geschehnisse ein. Hier können Sie sich anmelden.

Nie hat sich die extreme Linke und die extreme Rechte so entlarvt, wie in diesen Planspielen.

Es ist auch kein Zufall, dass Sahra Wagenknecht im Zentrum der Debatte steht. Wagenknecht ist eine politische Egomanin und sie wittert, dass sich die Zukunft ihrer jungen Partei jetzt entscheidet. Für deren Überleben scheint ihr fast alles recht zu sein. Ihr jüngster Rückzieher ist taktisch, er folgt keiner politischen Überzeugung. Lesen Sie dazu den Kommentar meiner Kollegin Melanie Amann.

Scheitert das BSW, scheitert Sahra Wagenknecht und mit ihr auch ihr wichtigster Berater, der einmal mächtiger Bundesfinanzminister und Parteichef der SPD war. Auch Oskar Lafontaine verlor – wie seine Frau – an einem entscheidenden Punkt seiner Karriere den politischen Kompass. Daran erinnerte ich mich gestern, am 65. Jahrestag des Berliner Mauerbaus.

65 Jahre nach dem Mauerbau - Veranstaltungen in Berlin

Auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (M, CDU) und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (links neben ihr, CDU) besuchten gestern die Gedenkstätte Berliner Mauer© Sören Stache/dpa | Sören Stache

Als Ende der 80er Jahre die Wiedervereinigung plötzlich zum Greifen nah war, wollte Lafontaine die deutsche Einheit mit Macht verhindern. Lafontaine warnte vor „nationaler Besoffenheit“ und wollte den Zuzug von Ostdeutschen nach Westdeutschland begrenzen. Der alte Willy Brandt war zu Recht empört und brach mit Lafontaine. Ich weiß gar nicht, welchen politischen Irrtum aus dem Hause Lafontaine/Wagenknecht ich schlimmer finde.

Kompromiss bei „Rente mit 63“?

Die „Rente mit 63“ könnte schon bald Geschichte sein

Die „Rente mit 63“ könnte schon bald Geschichte sein© Getty Images | Nastasic

Unsere schlingernde Bundesregierung muss sich in einem heiklen Streitpunkt dringend einigen. Es geht um die Abschaffung der „Rente mit 63“, wie es die Rentenkommission vorgeschlagen hat, um Geld zu sparen. Besonders im Osten und bei der SPD-Basis ist der Widerstand gegen diese Kürzung groß und Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) steht jetzt vor der heiklen Aufgabe, den Auftrag des Bundeskanzlers umzusetzen.

Unionsfraktionschef Thorsten Frei hat im Interview mit meinen Kollegen Julia Emmrich, Melanie Amann und Jan Dörner eine Art Härtefallregelung für den Übergang ins Spiel gebracht. Aber wie könnte dieser Weg aussehen? Wer bekommt die Rente noch? Und wer nicht mehr? Mein Kollege Christoph Link hat dazu recherchiert und interessante Ansätze gefunden.

Das „Volksbad“ geht baden 

Baden vor der Volksbühne

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht: Heute bleibt das „Volksbad“ zu© Soeren Stache/dpa | Soeren Stache

Der permanent politisierte Kulturbetrieb Berlins ist um eine besonders bescheuerte Idee – anders kann ich es leider nicht bezeichnen – reicher. Die Berliner Volksbühne hat seit einiger Zeit ein „Pop-up“-Schwimmbad vor ihrem Theaterbau aufgestellt. Eigentlich eine super Idee in dieser heißen Zeit und angesichts rappelvoller Berliner Bäder. Heute blieb das neue Bad allerdings zu, weil eine Aktion des Vereins „Each One Teach One“ gründlich schiefging. Geplant war, zwischen 12 und 18 Uhr nur Schwarze Kinder und Jugendliche einzulassen, um ihnen einen „geschützten Raum für Menschen mit Diskriminierungserfahrung“ zu bieten.

Ich weiß nicht, wann die Veranstalter zuletzt in einem öffentlichen Berliner Schwimmbad waren, aber ich kann Ihnen versichern, dass dort Menschen aller Hautfarben zu allen Öffnungszeiten sehr, sehr viel Spaß haben. Die verkopfte Idee mit dem „Exklusivzugang“ für Schwarze hat jetzt ohne Not rechte Trolle aus dem Sommerloch geholt und gleichzeitig Menschen, denen man etwas Gutes tun wollte, komplett verunsichert. So kann man auch die beste Idee kaputt machen.

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende mit völlig unideologischen Erfrischungen,

herzlich, Ihr

Jörg Quoos
Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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