Rastloses Multitalent: Ruhestand ist für ihn ein Fremdwort

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Rastloses Multitalent: Ruhestand ist für ihn ein Fremdwort

Stand: 21.08.2026, 08:03 Uhr

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Wenn er nicht gerade auf seiner Vespa oder auf dem Rennrad durch Eichenau fährt, setzt sich Bernd Heilmeier für Lokalpolitik und die Wirtschaft ein – oder kümmert sich um sein Eigenheim.

Wenn er nicht gerade auf seiner Vespa oder auf dem Rennrad durch Eichenau fährt, setzt sich Bernd Heilmeier für Lokalpolitik und die Wirtschaft ein – oder kümmert sich um sein Eigenheim. © Nilda Frangos

Lokalpolitiker, Rennradler, Hobbyhandwerker – für Bernd Heilmeier (67) ist Ruhestand ein Fremdwort. „Couch-Potato ist nicht meins“, sagt der Eichenauer.

Eichenau – Heute 67 Jahre jung, gilt Bernd Heilmeier seit drei Jahren zwar offiziell als Rentner – aufs Sofa legt sich der sportliche Wahl-Eichenauer deshalb jedoch noch lange nicht. Als Verlagsleiter eines Fachverlages für Industrie- und IT-Publikationen hatte Heilmeier über Jahrzehnte einen vollen Terminkalender. Die 60-Stunden-Woche versüßte er sich mit Sport und handwerklichem Geschick. Seine kleine, selbst gebaute Sonnenterrasse hielt jahrelang auch nach Feierabend noch Abendsonne für den späten Heimkehrer bereit.

Serie: Von wegen altes Eisen

In der Serie stellt die Heimatzeitung Menschen aus dem Landkreis vor, die trotz Ruhestand so einiges voranbringen. Haben Sie sich beim Lesen wiedererkannt oder kennen Sie jemanden, der sich trotz Rente in der Gesellschaft einbringt? Dann melden Sie sich bei uns in der Redaktion: [email protected].

Heilmeiers Händchen fürs Praktische wird schnell deutlich, wenn man die Augen über die prachtvollen Weinreben gleiten lässt, die heute die Hauptterrasse säumen. „Daraus machen wir dann Marmelade und Chutney“, erzählt der Heimgärtner stolz. Auch der eigene „energetische Fußabdruck“ ist ihm wichtig. So wurde das Eigenheim mit Photovoltaikanlage und Batteriespeicher sowie bereits vor 17 Jahren mit einer Pelletsheizung ausgestattet. Umweltschutz und Autarkie sind für Heilmeier in der Tat kein bloßes Lippenbekenntnis.

Das Leben ist immer Arbeit und ständiges Lernen.

Anno 1997 verschlug es das Münchner Kindl mitsamt Familie nach Eichenau. Als politisch vielseitig interessierter Mensch trat er mit Frau Angie im Jahr 2007 den Freien Wählern bei, denen er sich bis heute sehr verpflichtet fühlt. „Vor allem deshalb, weil sie ideologiefrei agieren und keine Großspenden annehmen“, betont Heilmeier. Zwar sitzt der Eichenauer aktuell nicht mehr im Gemeinderat, mischt jedoch als stellvertretender Ortsvorsitzender sowie stellvertretender Kreisvorsitzender nach wie vor mit.

Auch als Mitglied im Bundesfachausschuss für Wirtschaft und im Landesarbeitskreis für Wirtschaft, Energie, Digitalisierung und Medien verschafft sich der 67-Jährige Gehör. „Ich bin noch politisch engagiert, aber mit dem Ziel, den Stab an Jüngere weiterzugeben und zu reduzieren. Das Problem ist allerdings, dass zu wenig Jüngere nachrücken.“

Neue Herausforderungen bleiben bei so viel Engagement nicht aus. Als Gründungsmitglied für das „Bündnis für Demokratie“ der Bürgerstiftung im Landkreis setzt Heilmeier sich aktuell für den Erhalt der Demokratie ein und organisierte Anfang des Jahres gemeinsam mit Bündnis-Kollegen eine Veranstaltung zum Thema „Fake News“ im Veranstaltungsforum Fürstenfeld.

Das aktive Mitglied beim Eichenauer Freundeskreis Amici d’Italia lernt zudem mit Begeisterung Italienisch. „Ich habe da eine spielerische Sprach-App, die ist so gestaltet, dass man täglich dranbleibt.“ Sein grundsätzliches Erfolgsrezept fußt auf Fleiß und Kontinuität – sein beherztes Lebensmotto macht Mut: „Was heute aussichtslos erscheint, kann morgen gelöst werden. Geht ned, gibt’s ned! Es gibt immer eine Perspektive und eine Lösung.“

Durch seinen Heimatort kurvt der umweltbewusste Eichenauer entweder mit der Vespa oder mit dem Rennrad, mit dem er auch gerne in die oberbayerische Region ausschwärmt. „Man ist so viel an der frischen Luft, und gerade das Radeln hält einen wirklich fit.“

Heilmeiers Empfehlung für den gelungenen (Un-)Ruhestand: „Das Leben ist immer Arbeit und ständiges Lernen. Couch-Potato ist nicht meins und der Fernseher läuft bei uns selten vor 22 Uhr.“ Kommen die Heilmeiers dann spätabends doch einmal zur Ruhe, schaut der Aktiv-Rentner ein Genre besonders gern. Er verrät: „Ich mag bayerische Krimis. Eberhofer, Watzmann, Rosenheim-Cops. Das ist lustig – und man bekommt nicht gleich einen Herzinfarkt.“