Putin lässt Schulen in Milliardenhöhe fallen und verzichtet auf viel Geld
StartseiteWirtschaftPutin erlässt Milliarden-Schulden – Moskau verzichtet auf viel GeldStand: 22.08.2026, 16:43 UhrKommentareUns auf Google folgen5,3 Milliarden Euro hat Moskau in diesem Jahr bereits an regiona...
- 3 min read
Putin erlässt Milliarden-Schulden – Moskau verzichtet auf viel Geld
Stand: 22.08.2026, 16:43 Uhr
Kommentare
5,3 Milliarden Euro hat Moskau in diesem Jahr bereits an regionalen Schulden erlassen. Nun zeigt sich, wie groß der finanzielle Druck auf Russlands Regionen tatsächlich ist.
Frankfurt – Russlands Regionen geraten zunehmend unter finanziellen Druck. Präsident Wladimir Putin hat deshalb die Regierung angewiesen, besonders angeschlagene Gebiete zu unterstützen. Geplant sind Hilfen von mindestens 100 Milliarden Rubel. Gleichzeitig werden Schulden gestrichen und Rückzahlungen über Jahre gestreckt.

Russlands Milliardenloch in den Regionalhaushalten
Die Dimension des Problems zeigt sich in den Planungen für dieses Jahr: Die russischen Regionen rechnen 2026 mit einem Defizit von rund 1,9 Billionen Rubel. Das entspricht etwa 22 Milliarden US-Dollar.
Dabei ist die Lage nicht überall gleich. Einige Regionen verfügen über deutlich größere finanzielle Reserven, während andere ihre laufenden Ausgaben kaum noch aus eigenen Einnahmen finanzieren können. Putin hat deshalb angekündigt, den am stärksten belasteten Regionen in diesem Jahr mindestens 100 Milliarden Rubel zur Verfügung zu stellen, berichtet die Moscow Times.
Regionen sitzen auf 3,3 Billionen Rubel Schulden
Auch bei den Verbindlichkeiten wächst der Druck. Nach Angaben von Finanzminister Anton Siluanow belaufen sich die Schulden der russischen Regionen inzwischen auf etwa 3,3 Billionen Rubel.
Zwei Drittel dieser Summe entfallen auf Kredite des russischen Staates. Diese Darlehen sind vergleichsweise günstig. Der Rest stammt vom Kapitalmarkt und verursacht wegen der hohen Zinsen deutlich größere Kosten. Gerade diese Zinslast wird für manche Regionen zum Problem. Offenbar haben sich die Zinszahlungen der Regionalhaushalte zuletzt mehr als verdoppelt.
Putin erlässt Milliarden von Schulden
Der Kreml reagiert darauf nicht nur mit neuen Hilfen. Ein Teil der Schulden wird schlicht erlassen. Seit Beginn des Jahres hat die russische Regierung nach Angaben des Finanzministers Kredite über 518 Milliarden Rubel – umgerechnet rund 5,4 Milliarden Euro – abgeschrieben. Davon profitieren 76 Regionen. Der Schritt verringerte deren gemeinsame Schulden allerdings nur um etwa 115 Milliarden Rubel, weil gleichzeitig neue Verbindlichkeiten entstanden sind.
Daneben verschiebt die Regierung die Rückzahlung bestehender Kredite. Rund 100 Milliarden Rubel, die eigentlich 2026 zurückgezahlt werden müssten, sollen erst 2030 fällig werden, berichtet Focus. Auch für die folgenden Jahre sind solche Verschiebungen vorgesehen. Ein Teil der Zahlungen, die zwischen 2027 und 2029 anstehen, soll erst zwischen 2031 und 2033 erfolgen. Nach Angaben des Finanzministeriums verschafft das den Regionen über einen Zeitraum von drei Jahren fast 300 Milliarden Rubel zusätzlichen finanziellen Spielraum. Das entspricht umgerechnet rund 3,1 Milliarden Euro. Die Schulden verschwinden nicht, sondern werden lediglich später fällig.
Besonders bemerkenswert ist, wofür die frei werdenden Mittel eingesetzt werden. Nach Angaben von Siluanow haben die Regionen bereits mehr als 300 Milliarden Rubel aus den erlassenen Schulden für Unterstützungsleistungen an Militärangehörige und deren Familien sowie für weitere kriegsbedingte Ausgaben verwendet.
Weniger Spielraum für andere Ausgaben
Gleichzeitig steigen die Ausgaben der Regionen. Nach Angaben der Moscow Times nahm etwa der Aufwand für den Bereich nationale Sicherheit in den ersten vier Monaten des Jahres um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Die Ausgaben für Wohnen und kommunale Infrastruktur stiegen ebenfalls deutlich.
Allerdings gingen die Ausgaben für Wirtschaft und Gesundheitsversorgung zurück. Die Einnahmen entwickeln sich zudem unterschiedlich: Während die Einnahmen aus der Einkommensteuer im ersten Quartal um knapp 15 Prozent zulegten, sanken die Einnahmen aus der Unternehmensgewinnsteuer um fast zwölf Prozent.
Russland: Noch kein Finanzkollaps, aber ein wachsendes Problem
Von einem unmittelbaren Zusammenbruch der russischen Regionalfinanzen kann derzeit keine Rede sein. Die Zentralregierung verfügt weiterhin über Möglichkeiten, angeschlagene Regionen zu unterstützen und ihre Schuldenlast zu begrenzen.
Für Moskau wird die Lage dennoch zum doppelten Problem: Der Kreml muss finanzschwache Regionen stützen, während diese zugleich einen Teil der Kosten des Krieges tragen. Das setzt die ohnehin angespannten Haushalte zusätzlich unter Druck. (Verwendete Quellen: Reuters, Moscow Times, Focus)