Prien spart beim Unterhaltsvorschuss am falschen Ende
StartseiteMeinungStand: 13.07.2026, 16:28 UhrKommentareUns auf Google folgenMit ihren Kürzungsplänen stößt Prien auf viel Widerstand. © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd ElmenthalerDie Familienministerin will den Ans...
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Stand: 13.07.2026, 16:28 Uhr
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Die Familienministerin will den Anspruch für 16- und 17-Jährige streichen. Die geplanten Einsparungen würden vor allem Jugendliche aus Alleinerziehendenfamilien treffen. Das ist kurzsichtig und sozial ungerecht. Ein Kommentar.
Eine Trennung der Eltern stürzt in aller Regel auch die Kinder in eine Krise. Der Verlust des gewohnten Familienlebens trifft alle. Für jene, bei deren Eltern das Geld knapp ist, kommt oft noch eine wirtschaftliche Krise hinzu. Verzicht wird nötig. Wenn obendrein die unterhaltspflichtigen Ex-Partner – in großer Mehrzahl sind es die Väter – nicht zahlen, dreht sich die Spirale in Richtung Armut weiter.
Um das zu verhindern, leistet der Staat einen Unterhaltsvorschuss bis zum 18. Geburtstag, den sich das Jugendamt von den säumigen Elternteilen zurückholt. Soweit die Theorie. Denn das gelingt nur zu 20 Prozent. Nun will Familienministerin Karin Prien (CDU) zum 1. Januar 2027 den Unterhaltsvorschuss für 16- und 17-Jährige streichen. Es ist richtig, dass angesichts der angeschlagenen Staatsfinanzen alles auf den Prüfstand muss. Aber ausgerechnet hier zu kürzen, ist falsch.
Der Staat zahlte zuletzt für 855.000 Kinder einen Unterhaltsvorschuss. Laut Statistik geht es um 80.000 bis 90.000 Jugendliche, die in dem Alter sind, für die Prien kein Geld mehr geben will – ein Einsparpotenzial hat sie nicht genannt. Klar ist nur, dass nun Mütter leisten sollen, was der Staat nicht schafft: den Unterhalt einzutreiben.
Neue Sanktionen wie ein vorübergehender Führerscheinentzug sollen die Zahlungsmoral verbessern. Viele brauchen aber das Auto, um zur Arbeit zu kommen. Lohnpfändung wäre angebrachter, allerdings hat rund die Hälfte aller Unterhaltsverweigerer selbst zu wenig Geld, um belangt werden zu können. Was dann? 16-Jährigen, die es ohnehin schon nicht leicht hatten, wird der Start ins Leben über Gebühr erschwert. Die Staatskasse auf ihre Kosten aufzufüllen, ist kurzsichtig und sozial ungerecht.