Sozialhilfe-Ausgaben steigen auf 21,5 Milliarden – und das ist noch nicht die ganze Wahrheit
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Pflegekosten treiben Sozialhilfe nach oben – Ausgaben legen erneut massiv zu
Stand: 22.08.2026, 06:19 Uhr
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Deutschlands Sozialhilfeausgaben sind 2025 auf 21,5 Milliarden Euro gestiegen. Das zeigt vor allem, wie teuer Pflege für den Staat wird.
Berlin – Deutschland wird immer älter. Das hat Folgen für die Renten- und Sozialsysteme. Die Sozialhilfeausgaben stiegen im vergangenen Jahr um 6,1 Prozent auf 21,5 Milliarden Euro an, wie das Statistische Bundesamt am Freitag (20. August) mitteilte. Zum dritten Mal in Folge nahm der Anteil der Pflegekosten damit zu: 2025 waren es demnach 27,8 Prozent an den gesamten Sozialhilfeausgaben. Im Jahr 2022 lag der Anteil noch bei 23,6 Prozent. Insgesamt zahlte der Staat demnach sechs Milliarden Euro für die Pflege. Andere Posten stiegen dafür weniger stark.

Die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung etwa kletterte weniger als in den Jahren zuvor. Das Plus lag lediglich bei 2,9 Prozent, was dem geringsten Anstieg seit zehn Jahren entsprach. Vom Statistischen Bundesamt hieß es zur Erklärung, die Regelsätze für den Lebensunterhalt seien zum 1. Januar 2025 erstmals seit dem Jahr 2011 nicht erhöht worden. Insgesamt lagen die Zahlungen für die Grundsicherung bei 11,8 Milliarden Euro. Der Anteil an den gesamten Sozialhilfeausgaben lag damit bei 54,9 Prozent.
Grundsicherung für Arbeitssuchende nicht in der Statistik enthalten
Für die Hilfe zum Lebensunterhalt wurden laut Statistischem Bundesamt 1,7 Milliarden Euro ausgegeben. Sie unterstützt Menschen, die vorübergehend arbeitsunfähig sind. Für die Hilfen zur Gesundheit, die Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten und die Hilfe in anderen Lebenslagen zahlte der Staat insgesamt zwei Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilte. Andere Leistungen wie etwa die Grundsicherung für Arbeitssuchende waren in der Statistik nicht enthalten.
Zuletzt war der Anteil, den Pflegebedürftige im Pflegeheim aus eigener Tasche bezahlen müssen, erneut gestiegen, wie es vom Verband der Ersatzkassen (vdek) Anfang des Jahres hieß. Die Überalterung der Gesellschaft macht sich aber auch in anderen Bereichen bemerkbar, etwa im Arbeitskräftemangel. Im Osten Deutschlands geht das laut einem aktuellen Forschungsbericht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) sogar so weit, dass in Zukunft die Versorgung der Bevölkerung gefährdet sein könnte, betonen die Forschenden. Davon ebenfalls betroffen ist laut den Experten auch die Pflege. (Quellen: IW, Statistisches Bundesamt, AFP, vdek) (bme)