Pferdekadaver im Aargau: Totes Tier lag über 40 Stunden in der Sommerhitze
Nach dem Tod von Pferd Bubu wartet ein Pferdehof im Aargau mehrere Tage, bis der Kadaver abgeholt wird. Trotz Notfallnummer habe die zuständige Tierkörperentsorgung nicht gehandelt – das entspreche aber dem regulären Ablauf.
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Publiziert3. August 2026, 18:35
Trotz Notfallnummer«Pferdekadaver lag über 40 Stunden lang in der Sommerhitze»
Nach dem Tod von Pferd Bubu wartet ein Pferdehof im Aargau mehrere Tage, bis der Kadaver abgeholt wird. Trotz Notfallnummer habe die zuständige Tierkörperentsorgung nicht gehandelt – das entspreche aber dem regulären Ablauf.

Darum gehts
- Nach dem Tod von Pferd Bubu lag der Kadaver auf einem Aargauer Pferdehof über 40 Stunden in der Sommerhitze.
- Trotz mehrfacher Anrufe bei der Notfallnummer hat die zuständige Tierkörperentsorgung GZM den Kadaver am Wochenende nicht abgeholt.
- Die GZM erklärt, die Abholung am Montag habe dem regulären Ablauf entsprochen – die Notfallkapazität sei nur für klar definierte Ausnahmefälle vorgesehen.
Bubu war bereits 32 Jahre alt, als er am vergangenen Samstagnachmittag starb. Marc fand den Wallach leblos in seiner Box. Nachdem der Tierarzt kurze Zeit später den Tod des Tieres bestätigt hatte, kontaktierte Marc die zuständige Tierkörperentsorgung in Lyss BE.
Weil Wochenende war, wählte er die Notfallnummer. «An diesem Nachmittag riefen wir mehrmals an. Dabei wurden wir immer wieder mit der Aussage vertröstet, man werde sich bei uns melden. Um 22 Uhr teilte man uns schliesslich mit, dass niemand mehr kommen werde und das tote Tier wohl erst am Montag abgeholt werden könne.»
Kadaver begann bereits zu verwesen
Am Montagmorgen liegt der Kadaver noch immer in seiner Box, wie Marc gegenüber 20 Minuten am Telefon berichtete. «Seit mehr als 40 Stunden liegt das tote Tier bei diesen sommerlichen Temperaturen dort.» Der Verwesungsprozess habe bereits eingesetzt. Marc befürchtete, dass sich der Kadaver aufblähen könnte, falls ihn die Tierkörperentsorgung nicht bald abhole.

«Normalerweise arbeitet die GZM sehr speditiv. Aber das geht gar nicht», sagte der 26-Jährige. Er kritisiert die Organisation der Tierkörperentsorgung: «Wenn der Pikettdienst am Wochenende nicht funktioniert, sollte man gar keinen anbieten.»
Auch für die Frau, die Bubu mehr als zehn Jahre lang betreut hatte, sei die Situation belastend. «Als sie von seinem Tod erfuhr, war sie sehr traurig. Dass Bubu nun noch tagelang in seiner Box liegt, macht es emotional nicht leichter.»
Laut Marc kritisierte auch die zuständige Tierärztin die Situation. «Schon wegen möglicher Seuchen und Krankheiten sollte ein totes Tier nicht so lange irgendwo liegen bleiben», zitiert er die Tierärztin.
«Ablauf entsprach regulärem Ablauf»
Als Marc am Montag erneut bei der Tierkörperentsorgung anrief, wurde ihm mitgeteilt, dass jemand vorbeikommen werde. Wann genau der Kadaver abgeholt werde, habe man ihm jedoch nicht sagen können. Kurz vor dem Mittag wurde der Kadaver schliesslich abgeholt.

Auf Anfrage von 20 Minuten erklärt die Tierkörperentsorgung, die Abholung am Montag habe dem regulären Ablauf entsprochen: «Gemäss den geltenden Abholbedingungen werden Aufträge, die am Samstag nach 10 Uhr oder am Sonntag eingehen, grundsätzlich am darauffolgenden Montag ausgeführt.» Für Sonn- und Feiertage halte die GZM eine Notfallkapazität bereit. Diese sei ausschliesslich für sofortige Abholungen in klar definierten Ausnahmefällen vorgesehen.
«Nach den uns vorliegenden Informationen lag im geschilderten Fall kein solcher Ausnahmefall vor», sagt ein Mediensprecher der GZM. Eine Meldung über die Pikett-Nummer bedeute daher nicht automatisch, dass ein Tierkörper umgehend abgeholt werde. Trotzdem betont die Tierkörperentsorgung: «Wir bedauern, dass der Tod des Pferdes für die betroffene Tierhalterin mit einer zusätzlichen Belastung verbunden war.»
Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?
Hier findest du Hilfe:
Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen
Du weisst von einem Tier in Not?
Hier findest du Hilfe:
Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)
Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)
GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)
Tierquälerei:

Melissa Greiter (mgr) arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Sie ist seit Februar 2025 Redaktorin im Ressort News, Wirtschaft und Videoreportagen.