Persönliche Assistentin von Donald Trump: Als ein US-Demokrat „Natalie“ erwähnt, wütet die Maga-Welt los
Jon Ossoff, möglicher künftiger Präsidentschaftskandidat der Demokraten, hatte in einer Rede Natalie Harp erwähnt. Trump und sein Umfeld reagierten darauf mit großer Empörung. Wer ist die Frau?
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Eine bloße Erwähnung von Donald Trumps persönlicher Assistentin Natalie Harp in einer Rede des demokratischen Senators Jon Ossoff hat in der US-Regierung und dem Kosmos der Republikaner für Entrüstung gesorgt. Der 39-jährige Ossoff bewirbt sich aktuell um seine Wiederwahl im Bundestaat Georgia, wird von Experten aber im Falle eines Sieges auch als ein möglicher, aussichtsreicher Präsidentschaftskandidat der Demokraten im Jahr 2028 gesehen.
In einer Wahlkampfrede hatte Ossoff scharfe Kritik am US-Präsidenten Trump geübt: „Er spielt Golf und handelt mit Aktien. Sehen Sie, er will den Job gar nicht machen. Er will seinen Ballsaal bauen und mit Natalie in ihrem offenbar schutzlosen, fliegenden Palast reisen, den ihnen der Emir von Katar geschenkt hat.“ Das Publikum in Georgia reagierte mit Jubel auf Ossoffs klare Worte.
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Wütende bis beleidigende Reaktionen der Trump-Regierung
Im Trump-Kosmos sorgte die bloße Erwähnung von „Natalie“ aber für große Empörung, obwohl Ossoff hier nichts Unwahres erzählt hatte: Die 35-Jährige begleitet Trump tatsächlich auf Schritt und Tritt, war kürzlich sogar mit ihm an Bord, als Trump heimlich den Präsidentenflieger wechselte und Außenminister Rubio, Pressevertreter und weitere Mitarbeiter Trumps in der Air Force One verblieben.
Regierungssprecher Steven Cheung polterte auf X in einer ersten Reaktion: „Jon Jackoff (zu deutsch Jon Wichser – d. Red.) ist wohl der größte ‚Cuck‘-Versager in der Politik. Anstatt hart arbeitende Menschen herabzuwürdigen, die ihrem Land dienen, sollte Jon tief in seine Seele blicken und sich fragen, warum er ein erbärmlicher Mensch ist, der dieses Land hasst. Der Grund dafür ist, dass er ein radikaler, extremistischer ,Dumokrat' ist.“
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Als die CNN-Reporterin Kristen Holmes Trump auf Natalie Harp ansprach, reagierte dieser erst ausweichend, später aber auch gereizt. Er lieferte sich ein Wortgefecht mit Holmes und bezeichnete die Reporterin als respektlos. „Sie sind eine laute, aufdringliche Person. Sie sind Fake News. Seien Sie still.“
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Damit nicht genug: Im Anschluss wurde Holmes von Trumps Team noch einmal gemaßregelt und beschimpft. „Eines Tages werden Ihre Kinder auf Ihre widerwärtige und unmenschliche Frage stoßen. Sie werden sich angewidert und beschämt fühlen, einen Elternteil zu haben, der so gefühllos und rachsüchtig ist“, schrieb das Weiße Haus bei X an Holmes gerichtet. „Diese Mistkerle sind das Niedrigste vom Niedrigen“, hieß es weiter.
Melania Trump sei bei Andeutungen einer Nähe Trumps zu anderen Frauen sehr empfindlich
Auch im weiteren Trump-Kosmos wurde Ossoff scharf angegriffen. Die ehemalige Fox-Reporterin Megyn Kelly, die selbst von Trump einst als „Bimbo“ (abwertender Begriff für eine attraktive, aber dumme Frau) beschimpft wurde, warf Ossoff vor, Trump und Harp eine Affäre unterstellt zu haben. Die republikanische Abgeordnete Anna Paulina Luna sagte in einem Video bei X, Ossoff sei ein „arroganter sexistischer Trottel“ und solle „erwachsen werden“.
Das US-Politportal Semafor berichtete, Ossoffs Erwähnung von Harp sei im Weißen Haus als „Tiefschlag“ empfunden worden. Eine dem Weißen Haus nahestehende Person sagte, Harp sei „diejenige, die am höchsten springt, wenn er ‚Spring!‘ sagt“. First Lady Melania Trump sei bei Andeutungen einer Nähe Trumps zu anderen Frauen sehr empfindlich. Auch Trump selbst möge es gar nicht, wenn über persönliche Themen gesprochen werde.

© AFP/KEN CEDENO
Dabei wird Trump selbst auch nicht müde, in politischen Streits auf die persönliche Ebene zu gehen. Im US-Vorwahlkampf 2016 stellte er etwa die Ehefrau des republikanischen Senators Ted Cruz als hässlich dar. Dem Ehemann von Kamala Harris warf er 2024 in einer Wahlkampfrede vor, einst eine Affäre mit einem Kindermädchen gehabt zu haben. Kürzlich postete er ein Foto des muslimischen, demokratischen Politikers Abdul El-Sayed mit dessen Ehefrau und stellte ein Foto mit sich und Melania daneben: Dies seien zwei sehr unterschiedliche Amerikas, schrieb Trump, und spielte darauf an, dass El-Sayeds Frau ein Kopftuch trägt.
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Kürzlich war Harps Rolle in Trumps Beraterteam durch ein Enthüllungsbuch bekannter geworden. „Sie ist bei fast jedem einzelnen Meeting dabei“, sagte die Autorin und „New York Times“-Reporterin Maggie Haberman. Harp versorge Trump ständig mit ausgedruckten Informationen, die in der Regel schmeichelnd und positiv sind, weswegen sie auch als „menschlicher Drucker“ bezeichnet wird. Kritiker werfen Harp vor, Trump eine Scheinrealität vorzugaukeln und schlechte Nachrichten oder Berichterstattung von ihm fernzuhalten.
Harp kontrolliert Trumps Truth-Social-Account
Eine Dokumentation aus dem US-Wahlkampf 2024 zeigte auch, dass Harp Trumps Truth-Social-Postings formuliert und abschickt, während dieser Stichworte dafür gibt. Harp war es auch, die Anfang des Jahres ein Video auf Trumps Kanal teilte, das Barack und Michelle Obama als Affen darstellte. Laut Haberman soll Trump zu Mitarbeitern über Harp gesagt haben: „Ihr werdet alle gehen und Geld verdienen. Sie wird mich nie verlassen.“ Sie sei die Einzige, die ihn so sehr liebe wie seine Frau und seine Kinder.
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Der Secret Service, der für die Sicherheit des US-Präsidenten verantwortlich ist, soll einst Bedenken über die große Nähe zwischen Harp und Trump geäußert haben. So soll sie Trump auf Zetteln sehr persönliche Nachrichten hinterlassen haben, an Orten, die ihr eigentlich nicht zugänglich sein sollten. Auf einem Zettel soll „Du bist alles, was für mich zählt“ gestanden haben, auf anderen nannte sie Trump ihren „Lebensbeschützer und Schutzengel“, sprach von einer „Synergie“ zwischen ihnen, wo sie „über alles und nichts reden“ können, und schrieb: „Ich möchte dir Freude bringen.“
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Die „Aggressivität ihrer Aufmerksamkeit“ habe zu Sicherheitsbedenken geführt, Harp sei als „Gefahr für sich selbst und für den Präsidenten“ eingestuft worden, berichtete der Autor Michael Wolff in seinem Buch „All Or Nothing“.
Sie wird mich nie verlassen.“
soll Donald Trump über Natalie Harp gesagt haben
Harp arbeitete einst im US-Wahlkampf 2020 für Trump, bevor sie mehrere Jahre als Moderatorin für den rechtsextremen TV-Sender „One America News“ tätig war. Sie beendete ihre Sendung mit einem täglichen Bibelzitat, tauschte dieses aber gelegentlich gegen ein Zitat von Trump aus.
Harps Bruder Preston erklärte am Dienstag bei CNN, seine Schwester sei von Trump „besessen“. Bereits in der Vergangenheit sprach er gegenüber der britischen „Daily Mail“ von einer „sehr ungesunden Beziehung“ zwischen Harp und Trump, betonte aber, er glaube nicht, dass diese romantisch oder körperlich sei.
Natalie und Prestons Vater hatte sich im Jahr 2020 das Leben genommen, woraufhin es in der Familie zu einem „tiefen Riss“ gekommen sei. Harp habe schon als Jugendliche anderen US-Präsidenten Briefe geschickt. „Jetzt ist ihr Traum wahr geworden“, so der Bruder.