Irland: Mutmasslicher Gangsterboss angeklagt
Organisierte Kriminalität Gesuchter Gangster-Boss an Irland ausgeliefert Teilen ...
- 2 min read
Organisierte Kriminalität Gesuchter Gangster-Boss an Irland ausgeliefert
Teilen
- Der mutmassliche Anführer einer europaweit bedeutsamen kriminellen Organisation ist an Irland ausgeliefert worden.
- Die irische Staatsanwaltschaft hat den mutmasslichen Bandenboss anschliessend laut der Nachrichtenagentur Reuters in einer Sondersitzung angeklagt.
- Er war im Frühjahr in den Vereinigten Arabischen Emiraten festgenommen worden.
Irische Medien berichten von grossen Sicherheitsvorkehrungen. Bilder zeigen, wie Fahrzeuge mit Blaulicht beim irischen Special Criminal Court (Sonderstrafgericht) eintreffen.
Das Sonderstrafgericht hat entschieden, dass der 49-Jährige bis zu seinem nächsten Gerichtstermin in einem Hochsicherheitsgefängnis in Untersuchungshaft bleibt.
Laut Medienberichten der Sohn des Gründers
Der Mann gilt laut Medien als mutmasslicher Anführer der berüchtigten organisierten Kinahan-Clangruppe in Irland. Der 49-Jährige stehe im Verdacht, die kriminelle Vereinigung geleitet zu haben, die schwere Straftaten im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität verübt haben soll. Die Gruppe wird unter anderem mit jahrzehntelangem Drogen- und Waffenschmuggel in Verbindung gebracht.
Fahrzeuge treffen mit Blaulicht am Special Criminal Court (Sonderstrafgericht) ein, wo der mutmassliche irische Kinahan-Bandenboss vor Gericht soll (9.8.26).
REUTERS / Natalia Campos
Laut des britischen Senders BBC soll es sich um den Sohn des Gründers der Verbrecherorganisation handeln. Die Bande soll in den 1990er-Jahren entstanden sein. Die BBC berichtete, der Anwalt des Beschuldigten habe erklärt, sein Mandant sei nicht vorbestraft. Die Vorwürfe, er sei ein Gangster-Boss, seien falsch.
Vorwürfe von Drogen- und Waffenschmuggel sowie Geldwäsche-Netzwerk
Die irische Polizei verfolgt mit Unterstützung der Behörden in Grossbritannien, Spanien und den USA seit zehn Jahren Mitglieder der Kinahan-Bande. Sie wirft der Bande vor, illegale Drogen im Wert von Dutzenden Millionen Dollar, darunter Kokain und Cannabis, sowie Schusswaffen nach Europa geschmuggelt und anschliessend ein Netzwerk scheinbar legaler Unternehmen genutzt zu haben, um die Gewinne waschen zu lassen.
Mitglieder der Kinahan-Familie wurden auch mit einem blutigen Bandenkrieg gegen eine andere irische Gruppierung der organisierten Kriminalität in Verbindung gebracht. Die US-Behörden erklärten im Jahr 2022, dass die Fehde zu 18 Morden geführt habe. Die Behörden kündigten eine Belohnung von bis zu fünf Millionen Dollar für Informationen an, die zur Zerschlagung der Kinahan-Organisation oder zur Festnahme und Verurteilung von Daniel Kinahan führen würden.
Es wird angenommen, dass Daniel Kinahan die täglichen Geschäfte der Bande von seinem Stützpunkt in Dubai aus geleitet hat, so das US-Finanzministerium.
SRF 4 News, 9.8.2026, 23 Uhr ; dpa/ap/sche; baec