Norris schnappt Hamilton die Ungarn-Pole vor der Nase weg
Mit 0,012 Sekunden Vorsprung sicherte sich Lando Norris die letzte Pole Position vor der Formel-1-Sommerpause. Für Aufregung sorgte ein Dreher von Max Verstappen, der gleich zwei Konkurrenten die Session verdarb.
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Zehnmal in Folge hatte in dieser WM-Saison ein Mercedes die Poleposition geholt. Am Samstag in Budapest war es vorbei mit der Dominanz der Silberpfeile. Mc-Laren-Pilot Lando Norris war im Qualifying der Schnellste und nimmt heute den Grand-Prix von Startplatz 1 in Angriff. Norris holte seine 17. Pole, die erste seit seinem WM-Titel.
Der Brite war an diesem Wochenende in allen drei Quali-Teilen der Schnellste. „Ich bin sehr glücklich, zurück an der Spitze zu sein“, sagte er danach. „Am Ende bin ich aber auch ein bisschen positiv überrascht.“ Einen Grand-Prix-Sieg hat er in dieser Saison trotz der zuletzt spürbaren Fortschritte noch immer nicht eingefahren.
Für Lewis Hamilton hätte es die perfekte Antwort auf sein Ungarn-Debakel vom Vorjahr werden können, als er nach Startplatz zwölf noch erklärt hatte: „Ich bin nutzlos, absolut nutzlos.“ Zwölf Tausendstel fehlten diesmal auf die zehnte Ungarn-Pole, eine Fahrleistung ohne Fehl und Tadel. Die Rennkommissare sahen das anders: Weil er am Ende von Q3 Oscar Piastri auf der Ideallinie den Weg versperrte, kassierte Hamilton drei Startplätze Strafe. Aus Platz zwei wurde Startplatz fünf. Hinter Norris rückt durch die Strafe Charles Leclerc in die erste Startreihe, WM-Leader Kimi Antonelli steht auf Startplatz drei.
Für Mercedes bedeutete das Wochenende den nächsten Rückschlag: Antonelli, der zuvor zwei Poles in Serie geholt hatte, war im eigentlichen Qualifying nicht über Rang vier hinausgekommen. Sein Vorsprung in der WM-Wertung beträgt derzeit 45 Punkte auf Hamilton und ist damit dennoch komfortabel genug, um einen durchwachsenen Quali-Tag nicht zur Krise breittreten zu müssen.
Schwache Silberpfeile
Schon im Training hatte der Italiener mit der Form gehadert. Noch schlechter erging es seinem Teamkollegen George Russell. Der Brite rollte auf seiner letzten schnellen Runde nur noch aus und wurde am Ende Siebenter, hinter Oscar Piastri im zweiten McLaren und einem sich kurz vor Schluss drehenden Max Verstappen. „Das Auto fühlt sich fürchterlich an, es ist so aus der Balance“, hatte Russell schon im Training geklagt.
Für die kleinste, aber vielleicht schönste Geschichte des Nachmittags sorgte Altmeister Fernando Alonso. Mit 16 neuen Bauteilen ausgestattet, erreichte sein Aston Martin erstmals in dieser Saison die zweite K.-o.-Runde, ehe für ihn bei Startplatz 16 Schluss war. Für sein Team war es das stärkste Quali-Ergebnis seit Monaten.
Kalender-Wirbel
Während in Budapest um Zehntel und Strafpunkte gestritten wurde, bastelte die Formel 1 im Hintergrund übrigens am Saisonende. Der wegen des Iran-Krieges abgesagte Grand Prix von Bahrain soll am 4. Oktober in Sepang nachgetragen werden. Ob die Saisonfinali in Katar und Abu Dhabi angesichts der Lage im Nahen Osten stattfinden können, gilt als offen, als Alternative kursiert sogar Imola.
kurier.at, mafa | 25.07.2026, 17:08