Noch 346 Tage: Feinschliff fürs Gaufest in der Kreisstadt – Trachtler „riegeln die ganze Stadt ab“
In 346 Tagen richten die Ebersberger „Ebrachtaler“ Trachtler an der Ludwigshöhe das 137. Gautrachtenfest aus. Für den traditionellen Festzug mit knapp 10 000 Besuchern muss die gesamte Stadt abgesperrt – und sogar der anfahrende Rettungsdienst zur Klinik umgeleitet werden.
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Stand: 04.08.2026, 06:56 Uhr
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In 346 Tagen richten die Ebersberger „Ebrachtaler“ Trachtler an der Ludwigshöhe das 137. Gautrachtenfest aus. Für den traditionellen Festzug mit knapp 10 000 Besuchern muss die gesamte Stadt abgesperrt – und sogar der anfahrende Rettungsdienst zur Klinik umgeleitet werden.
Ebersberg – 346 Tage. So lange dauert es noch, bis an der Ludwigshöhe der Schlegel auf den Zapfhahn knallt und das 137. Gautrachtenfest offiziell eröffnet. 346 Tage liegen dabei für die meisten Menschen noch in weiter Zukunft. Bei den Ebersberger „Ebrachtalern“ läuft jedoch längst der Countdown: Seit Monaten plant der 13-köpfige Festausschuss der Trachtler bereits das größte Gaufest der Welt. Denn: Bis zum feierlichen Eröffnungs-Prosit muss jedes noch so kleine Detail sitzen. Und davon gibt es einen Haufen.
„Der grobe Plan steht, jetzt geht es in den Feinschliff“, resümiert Festleiter Florian Schechner die bisweilen langen Abende der vergangenen Wochen. Programm, Musi, Festwirt und Zeltbauer – die großen Brocken sind organisiert. Auch bei den Behörden stießen die Trachtler auf offene Türen. Ob bei der Kreisstadt, im Landratsamt, bei Polizei, BRK oder Feuerwehr: „Es waren alle sehr aufgeschlossen und unterstützend“, sagt der Ebersberger erleichtert über den bürokratielastigen Genehmigungsprozess.
Das Programm
Der Startschuss für das Gautrachtenfest samt 105-jährigen Gründungsfest der „Ebrachtaler“ fällt mit dem Bieranstich am Freitag, dem 16. Juli. Tagsdrauf, am Samstag, dem 17. Juli, geht es mit dem Gauheimatabend weiter. Ab 20 Uhr erwartet Besucher ein abwechslungsreiches Programm mit der Gaujugendgruppe – begleitet von der Stadtkapelle Ebersberg. Der Höhepunkt wartet am Festsonntag, dem 18. Juli. Knapp 10 000 Trachtler sollen ab 9 Uhr zum Kirchenumzug durch die Kreisstadt ziehen. Am Montag, dem 19. Juli, ab 19 Uhr laden die Trachtler dann zum Kesselfleischessen, am Dienstag, dem 20. Juli, gibt es eine gesellige Runde beim Helferessen. Dramatisch wird es am Donnerstag, dem 22. Juli, wenn die „Ebrachtaler“ ihr traditionelles Theater ab 20 Uhr auf die Zeltbühne bringen. Zum Festendspurt wird noch zur „Bankerlnocht“ (Freitag, 23. Juli) sowie zum Tag für Jung und Alt (Samstag, 24. Juli) geladen. Mit dem Gaudirndldrahn und Gaupreisplattln endet dann das Gaufest am Sonntag, dem 25. Juli.
Für Schechner und sein Team beginnt damit die Fieselarbeit. Bis zum Herbst soll etwa das Drehbuch für das vereinseigene Theater stehen. Der Kartenvorverkauf muss vorbereitet, die Festschrift samt Jahreskalender gestaltet werden. Gleichzeitig läuft die Planung für die Werbekampagne. Ortseingangstafeln, Bauzaunbanner und Flyer gehören ebenso dazu wie Radiowerbung. Sogar in S-Bahnen wollen die Ebrachtaler für ihr Gaufest werben, erzählt der Festleiter.
Sicherheitskonzept und Hitzeschutz
Zudem Straßensperren, Anti-Terror-Blockaden, Security und Schilder für die Verkehrsumleitung: Der traditionelle Festzug mit knapp 10 000 Besuchern stellt die Trachtler vor eine logistische Meisterleistung. „Wir riegeln quasi die ganze Stadt ab“, sagt Schechner. So muss nicht nur für die helfenden Kameraden der örtlichen Feuerwehr eine Ersatzbereitschaft gestellt werden. Auch der hiesige Notarztsammelplatz im Falle eines Katastrophenfalls muss für den Festzug verlegt werden. Gleichzeitig ist das Krankenhaus von Markt Schwaben und Hohenlinden aus für Notfälle nicht anfahrbar. Rettungsdienstler müssen deshalb umgeleitet werden und andere Kliniken anfahren.
Und weil heiße Sommertage längst keine Ausnahme mehr sind, beschäftigen sich die Organisatoren auch mit dem Hitzeschutz. Genügend Trinkmöglichkeiten und schattige Bereiche sollen dafür sorgen, dass die Besuchermassen gut durch den Tag kommen.
Mindestens genauso wichtig wie Zelte, Bühne oder Sicherheitskonzept sind aber die Menschen hinter dem Fest: Rund 600 Helfer werden benötigt – für den Aufbau, die Zeltwache, den Blumenschmuck oder den Verkauf. Noch sind längst nicht alle Schichten besetzt. „Jeder, der das Fest unterstützen möchte, ist willkommen“, betont Schechner, der gemeinsam mit seinen Trachtlern deshalb auch auf der Ehrenamtsmesse im Oktober kräftig die Werbetrommel rühren will.
Gaufest: Zahlreiche Helfer gesucht
Selbst steckt der Festleiter derzeit fast jede freie Minute in die Planung des Gaufestes. Pro Woche summiert sich der Zeitaufwand allein bei ihm auf knapp 15 Stunden. Und je näher das Fest rückt, desto voller dürfte der Terminkalender werden.
Große Veranstaltungen sind für die Ebrachtaler allerdings kein Neuland. Zuletzt richteten sie das Gautrachtenfest 1996 aus, davor bereits Ende der 1950er Jahre. Als Mitglied des Gauverbandes I gehören sie zu mehr als 115 Trachtenvereinen zwischen Zorneding und dem Salzburger Land. Sie alle sind als Gäste geladen. Und für sie alle wollen die Ebersberger Trachtler in genau elf Monaten und zwölf Tagen ein schönes Fest aufstellen.