Niedrigwasser im Saarland: Warum die Saar vorerst nicht austrocknet

Saarland Niedrigwasser im Saarland Warum die Saar vorerst nicht austrocknet Saarbrücken · Hitze und Trockenheit lassen die Wasserstände im Saarland ungewöhnlich stark s...

  • 2 min read
Niedrigwasser im Saarland: Warum die Saar vorerst nicht austrocknet

Niedrigwasser im Saarland Warum die Saar vorerst nicht austrocknet

Saarbrücken · Hitze und Trockenheit lassen die Wasserstände im Saarland ungewöhnlich stark sinken. Die Saar bleibt davon verschont und führt genug Wasser für die Schifffahrt.

14.08.2026 , 08:00 Uhr

 Die Saar ist ebenso wie die Mosel ein vollständig staugeregelter Fluss. Staustufen halten den Wasserstand konstant.

Die Saar ist ebenso wie die Mosel ein vollständig staugeregelter Fluss. Staustufen halten den Wasserstand konstant.

Foto: Henry Czauderna - stock.adobe.com

Deutschlandweit sind viele Flusspegel niedrig. Hitze und Trockenheit lassen die Wasserstände in den Flüssen und Bächen deutlich sinken. Auch im Saarland ist die Lage angespannt: Doch was bedeutet das für die Saar?

11 Bilder

Die zehn schönsten Flüsse und Seen in der Großregion

11 Bilder

Foto: Uwe Hentschel

Rekordwerte bei Niedrigpegel in saarländischen Gewässern

Besonders sichtbar ist das Niedrigwasser an verschiedenen Nebenflüssen der Saar. Betroffen sind auch Stadtgewässer in Rohrbach und Sulzbach. Der Sulzbach trägt aktuell nur ein Fünftel seines üblichen Wassers. Das Umweltministerium bestätigt Rekordwerte (wir berichteten). Einzelne kleinere Gewässer sind bereits vollständig ausgetrocknet.

Auf der Saar ist die Lage anders als an den trockenen Nebenflüssen. Die Saar ist ebenso wie die Mosel ein vollständig staugeregelter Fluss, erklärt Tobias Schmidt, Fachbereichsleiter für Schifffahrt beim Wasserstraßen- und Schifffahrts­amt Mosel-Saar-Lahn. Staustufen halten daher den Wasserstand konstant. „Auf Saar und Mosel stehen weiterhin drei Meter Abladetiefe zur Verfügung“, sagt Schmidt. Bei dieser Tiefe können Schiffe weiterhin ohne Probleme beladen werden.

Niedrigpegel auf dem Rhein könnte Saar-Schifffahrt beeinflussen

Probleme gibt es dagegen auf dem Rhein. Er ist ab Iffezheim freifließend und führt wenig Wasser. Sinkt der Wasserstand, müssen Schiffe ihre Ladung verringern. Diese Abladetiefe gelte dann auch für Saar und Mosel, so Schmidt. Ein zu schwer beladenes Schiff dürfte die Schleuse in den Rhein also nicht befahren.

Auf Saar und Mosel darf nicht mehr Wasser abfließen, als nachkommt. Jede Schleusung transportiert Wasser weiter. Schmidt vergleicht es mit einer Badewanne: „Wenn sie Wasser ablassen, aber oben den Hahn nicht aufdrehen, dann ist die Wanne irgendwann leer.” Bei derzeit zehn bis 15 Kubikmetern pro Sekunde müsse man deshalb sparsam schleusen. Noch werde der Stau überall gehalten und die Abladetiefe von drei Metern gewährleistet. Die Saarpegel dürften deshalb zunächst nicht weiter sinken, so Schmidt.

Niedrigpegel können ökologische Folgen haben

Anders ist die Situation in Nebenflüssen wie Blies und Nied. Niedrige Abflüsse haben ökologische Folgen. Wenn Wasser kaum noch fließt, sinkt der Sauerstoffgehalt. Das gefährdet Fische und andere Wasserlebewesen, so Schmidt. Behörden und Betreiber müssen die Werte daher überwachen.

Wie lange die Lage anhält, hängt vom Wetter ab. Regen könnte entlasten. Die Stauhaltung schützt die Saar vorerst, beseitigt aber weder den Wassermangel der Zuflüsse noch den Engpass am Rhein. (lck)