Neuried gibt bei Ladesäulen Gas

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Neuried gibt bei Ladesäulen Gas

Stand: 07.08.2026, 17:58 Uhr

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Zehn öffentliche Ladesäulen mit 17 Ladepunkten (hier die Station von EZE Network an der Gautinger Straße beim Marktplatz) gibt es in Neuried.

Zehn öffentliche Ladesäulen mit 17 Ladepunkten (hier die Station von EZE Network an der Gautinger Straße beim Marktplatz) gibt es in Neuried. Bis 2030 sind 54 Ladepunkte das Ziel der Gemeinde. © Dagmar Rutt

Die Gemeinde Neuried treibt den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge voran. Der Bau- und Umweltausschuss befürwortete in der jüngsten Sitzung einstimmig, die von der Verwaltung ausgearbeiteten Richtlinien für die Erteilung von „straßenrechtlichen Sondernutzungserlaubnissen“ für die Errichtung von E-Ladesäulen umzusetzen.

Neuried – Der Neurieder Gemeinderat hatte im März dieses Jahres beschlossen, Richtlinien für neue E-Ladesäulen zu erlassen. Aufgrund der angespannten Finanzlage der Gemeinde soll der Ausbau der Ladeinfrastruktur an private Unternehmen und Investoren übertragen werden. Das neue Konzept sieht nun vor, das Gemeindegebiet in 200 mal 200 Meter große Quadrate aufzuteilen und pro Fläche einen Anbieter zu suchen. Geeignete Quadrate sollen regelmäßig im Internet veröffentlicht werden, gegebenenfalls mit von Gemeindeseite präferierten Standorten. Je Quadrat soll zunächst nur eine Sondernutzungserlaubnis erteilt werden. Bei einer Auslastung einer Ladesäule von mehr als 50 Prozent kann eine Nachverdichtung erfolgen.

Die Gemeinde Neuried verfügt derzeit über zehn öffentliche Ladesäulen mit 17 Ladepunkten. Von der Firma Eze Network betriebene Ladesäulen befinden sich an der Gautinger Straße 1 (Marktplatz), Zugspitzstraße 12, Ettaler Straße 23, Ammerseestraße 32, Am Haderner Winkel 1 und Am Sportpark 1. Außerdem können Elektrofahrzeuge am Hainbuchenring auf den Parkplätzen von Aldi, Edeka und Rewe/dm sowie auf der Parkfläche der Vonovia-Wohnanlage am Lerchenweg 5 geladen werden. Laut der Nationalen Leitstelle für Infrastruktur wären für Neuried bis zum Jahr 2030 insgesamt 54 Ladepunkte angemessen, erklärte Miriam Pluym, Klimaschutz- und Mobilitätsmanagerin der Gemeinde. „Wir müssten die Anzahl also eigentlich verdreifachen.“

54 Ladepunkte bis 2030 das Ziel

Interessenten müssen bei der Gemeinde einen Antrag stellen und ein Leistungsverzeichnis vorlegen, das Muss- und Kann-Anforderungen der Gemeinde beinhaltet. Bei Eingang mehrerer Erlaubnisanträge soll die Vergabe über ein Punktesystem der Kann-Kriterien entschieden werden, das zum Beispiel die Preisgestaltung, eine etwaige Umsatzbeteiligung der Gemeinde oder ein zusätzliches Carsharing-Angebot berücksichtigt. Sie rechne aber nicht mit einem riesigen Ansturm von Interessenten, erklärte Pluym.

Erhält ein Anbieter den Zuschlag, muss er innerhalb von sechs Monaten nach Erteilung der Erlaubnis die Ladesäule errichten, andernfalls wird diese unwirksam. Innerhalb von zwölf Monaten muss die Anlage in Betrieb gehen. Die Sondernutzungserlaubnis soll auf zehn Jahre befristet werden.

17er Oberlandenergie möglicher Partner

Regina Lechner (BZN) brachte als Alternative die 17er Oberlandenergie GmbH ins Gespräch, einen überörtlichen Zusammenschluss von inzwischen mehr als 40 Gemeinden. Die Gesellschaft pachte Flächen, baue Ladestationen und betreibe diese auch. „Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht“, sagte Lechner, die als Bauamtsleiterin der Stadt Starnberg tätig ist. Man könnte sich bei diesem Anbieter den ganzen Verwaltungsaufwand für den Ausschreibungsprozess sparen. Voraussetzung sei nur, das man Mitglied in der Gesellschaft wird.

Der Ausschuss kam überein, die Richtlinien zwar zu implementieren, vor einer Ausschreibung aber das Angebot der 17er Oberlandenergie zu prüfen.