Gen Z „verreist fast neunmal so oft“, hat aber keine Lust auf Kreuzfahrt-Riesen: Neue Urlaubstrends in Kroatien
tzWeltNeues Lieblingsziel der Gen Z: Kroatien lockt Urlauber mit einem ganz anderen Versprechen anStand: 25.07.2026, 18:56 UhrKommentareUns auf Google folgenNicht Strand, sondern Erlebnis: Kroatien ist für die ...
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Neues Lieblingsziel der Gen Z: Kroatien lockt Urlauber mit einem ganz anderen Versprechen an
Stand: 25.07.2026, 18:56 Uhr
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Nicht Strand, sondern Erlebnis: Kroatien ist für die Gen Z zum Reiseziel Nummer eins aufgestiegen. Ein Reiseexperte erklärt die Gründe.
Zagreb – Türkisfarbene Seen, über tausend Inseln, eine Küstenlinie von knapp 1800 Kilometern – und dahinter ein Hinterland, das kaum jemand auf dem Schirm hat. Kroatien steckt voller Kontraste: Mediterrane Lebensart trifft auf dichte Wälder und Karstlandschaften, UNESCO-Altstädte liegen eine Autostunde von Wasserfällen entfernt. Das Land hat mehr zu bieten als seine bekanntesten Postkartenmotive – und genau das spricht sich gerade herum.

Unter jungen Reisenden der Gen Z (zwischen 1995 und 2010 geboren) wächst die Nachfrage nach Kroatien rasant. Laut Zahlen des Gruppenreiseanbieters WeRoad ist sie im Jahresvergleich um über 160 Prozent gestiegen – am stärksten unter den Jüngsten. Julian Witt, Travel Coordinator und Reiseexperte bei WeRoad, erklärt, welche zwei Reisemuster dabei besonders herausstechen und warum ausgerechnet Kroatien den Nerv der Generation Z trifft.
Kroatien als Gen-Z-Reiseziel hoch im Kurs: Nationalparks locken junge Urlauber an
Für das Binnenland nennt Witt hauptsächlich die Plitvicer Seen als zentralen Anlaufpunkt. Der Nationalpark gehört seit 1979 zum UNESCO-Welterbe und umfasst 16 türkisfarbene Seen, die durch 90 Wasserfälle miteinander verbunden sind. Witt zufolge empfiehlt es sich, früh zur Öffnungszeit zu kommen – der Andrang sei erheblich, Tickets müssten vorab online gebucht werden.
Da die Seen nur rund 137 Kilometer von Zagreb entfernt liegen, ließen sie sich gut als Tagesausflug in einen Städtetrip integrieren. Als ruhigere Alternative empfiehlt Witt den Krka-Nationalpark weiter südlich. Dort sei das Baden inzwischen an den meisten Stellen untersagt. „Sonnencreme und die schiere Zahl der Badenden hatten die Kalkbildung der Wasserfälle nachweislich gestört“, so der Experte.
Erlaubt sei es hingegen am Bootssteg vor dem Roški Slap sowie in Skrinice. „Der Roški Slap selbst wirkt ohnehin anders als sein berühmter Nachbar, kein einzelner großer Fotospot, sondern ein Bereich aus kleinen Kaskaden, alten Mühlen und ruhiger Landschaft“, erklärt Witt.
Segeln statt Kreuzfahrt: Junge Reisende entdecken Kroatiens Inseln auf eigene Faust
Das zweite Reisemuster ist das Segeln. Witt beschreibt es als klare Gegenreaktion auf die klassische Kreuzfahrt, die mit ihrem festen Ablauf, „der sich um das Schiff dreht statt um den Ort“, nur wenig Flexibilität biete. Zudem sei vielen Reisenden der ökologische Fußabdruck zu groß. Stattdessen gehe es für die GenZ mit einem Segelboot mit Skipper und bis zu acht Passagieren von Trogir oder Split aus in für große Schiffe unerreichbare Buchten.
„Von dort aus lässt sich zum Beispiel Vis besuchen, die am weitesten vom Festland entfernte bewohnte Insel der Adria, bis 1989 militärisches Sperrgebiet und mit der Stiniva-Bucht eine der schönsten, mit dem Auto kaum erreichbaren Buchten Europas“, so Witt. In Hvar könnten Reisende Lavendelfelder und alte venezianische Festungen bestaunen; auf Brač lohne sich der Aufstieg auf den Vidova Gora, von dem aus sich die Formveränderungen der Landzunge Zlatni Rat je nach Strömung und Wellengang beobachten ließen.
Generation Z reist anders: Öfter, kürzer, mit klarem Anspruch ans Erlebnis
Das Interesse an Kroatien trifft auf eine Generation, die Reisen grundlegend anders angeht als ihre Vorgänger. Laut der repräsentativen Simon-Kucher Travel-Trends-Studie 2024 unternimmt die Generation Z im Sommer im Schnitt 2,6 internationale Reisen pro Monat. Zum Vergleich: Millennials machen nur 1,7 Reisen. „Die Gen Z verreist fast neunmal so oft wie die Babyboomer“, erklärt Alexander Dyskin, Senior Director bei Simon-Kucher. Mit durchschnittlich 6,5 Tagen haben die 18- bis 25-Jährigen die kürzeste Reisedauer aller Altersgruppen.
Neben Flexibilität und Aktivitäten vor Ort spielt für die Gen Z auch Nachhaltigkeit eine zunehmend größere Rolle: 23 Prozent der unter 25-Jährigen nennen sie als wichtiges Reisekriterium, deutlich mehr als in älteren Altersgruppen. „Die Gen Z definiert Reisen komplett neu. Alte Regeln werden gebrochen, neue Muster etabliert“, unterstreicht Dyskin. (Quellen: Eigene Recherche, WeRoad, Simon-Kucher Travel-Trends Studie 2024) (jaka)