Beachvolleyball-EM: Lippmann verliert gegen alte Partnerin

Louisa Lippmann lernt Melanie Paul als „jüngere Version von mir“ schätzen – und trennt sich von ihrer bisherigen Spielpartnerin. Bei der Beachvolleyball-EM kommen sich alle in die Quere.

  • 3 min read
Beachvolleyball-EM: Lippmann verliert gegen alte Partnerin

Das erste Date mit der Ex fand in aller Öffentlichkeit statt – und verlief nicht ganz nach ihrem Geschmack. Court 3 bei den Beachvolleyball-Europameisterschaften im Sand von Stare Jablonki (Polen). Gleich im Auftaktspiel von Gruppe C traf Louisa Lippmann – an der Seite ihrer Neuen – auf ihre ehemalige Spielpartnerin Linda Bock. Und musste eine empfindliche 1:2-Niederlage einstecken.

Es ist keine fünf Wochen her, da trennten sich die Wege der beiden Sportlerinnen, die sich zwar nicht ewige Treue geschworen hatten, aber mindestens bis zu den Olympischen Spielen 2028 zusammenbleiben wollten. Los Angeles hieß das Ziel – doch das Erreichen des Karrierehöhepunkts sah Louisa Lippmann nach einem unbefriedigend verlaufenen Sommer als gefährdet an.

„2026 hat uns gezeigt, dass unsere gemeinsame Zeit ihr Ende gefunden hat – nicht weil wir uns nicht mehr verstehen, sondern weil Sport manchmal ehrliche Entscheidungen verlangt“, erklärte Lippmann ihre Beweggründe, sich von Bock zu trennen, obwohl sie 2025 ein erfolgreiches Jahr erlebt hatten – und auch privat gut harmonierten.

DSGVO Platzhalter

„Es war eine beschissene Situation, diese Nachricht zu übermitteln“, bekannte Lippmann im Gespräch mit der F.A.Z. „Und es war noch beschissener, es sich anhören zu müssen.“ Doch Beachvolleyball sei ein Business, so locker und lässig es auch erscheinen mag. Trennungen seien „Part of the Job“.

Die Neue an Lippmanns Seite heißt Melanie Paul. Die 25 Jahre alte Linkshänderin ist in Buenos Aires geboren, in Chile aufgewachsen und deutsche Staatsbürgerin. Sie spielte bislang mit Lea Kunst und konnte Lippmanns Angebot nicht ausschlagen. „Sie ist fast wie eine jüngere Version von mir“, schwärmt die Ältere über ihre ehrgeizige junge Partnerin. Und Lea Kunst? Tritt nun im Team mit Linda Bock auf.

Mehr Fragen als Antworten nach dem Auftaktspiel

Louisa Lippmann, 31, war fünfmal Deutschlands Volleyballerin des Jahres. Als Diagonalangreiferin war die 1,90 Meter große Sportlerin schnell der Bundesliga entwachsen. Sie spielte für Klubs in Italien, Russland und China – ehe sie 2022 den Sprung in den Sand wagte. Mit Beach-Ikone Laura Ludwig gelang ihr unmittelbar die Qualifikation für Olympia 2024 in Paris.

Auch Linda Bock, 26, kam aus der Halle, stand wie Lippmann für Münster, Dresden und Schwerin am Netz, ehe sie zum Beachvolleyball wechselte. „Zwei Spielerinnen mit Hallenhistorie“ – auch darin erkannte Lippmann retrospektiv ein Problem. Melanie Paul begann ihre Karriere schon am Strand.

Als Duo müssen sich Lippmann/Paul nun finden. Als Zielstellung für die EM gab Lippmann keine Platzierung aus, sondern ein Motto: „Ins Spiel kommen, in Routinen kommen.“ Sich Anhaltspunkte auf wichtige Fragen geben: „Wofür reicht es, wofür noch nicht?“

Das Auftaktspiel gegen die „Verlassenen“ warf allerdings mehr Fragen als Antworten auf. Die Abstimmung erschien ausbaufähig. Sie verloren den ersten Satz 19:21. Und obwohl sie sich im zweiten 22:20 durchsetzten, unterlagen sie nach Führung im Tiebreak 13:15.

„Gut, dass wir dieses Thema gleich im ersten Spiel abhaken können“, sagte Louisa Lippmann über das Wiedersehen mit Linda Bock. Das schwierigste Spiel der EM ist überstanden, auch wenn es verloren ging. Der Qualifikationszyklus für Olympia beginnt erst im November.