Was, wenn Putin angreift? NATO bereitet offenbar drei Strategien vor – „es gibt hier keine Geheimnisse“
StartseitePolitikNATO bereitet offenbar drei Strategien gegen möglichen Putin-Angriff vorStand: 17.08.2026, 22:23 UhrKommentareUns auf Google folgenSollte Russland die NATO im Baltikum angreifen, will das Bündn...
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NATO bereitet offenbar drei Strategien gegen möglichen Putin-Angriff vor
Stand: 17.08.2026, 22:23 Uhr
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Sollte Russland die NATO im Baltikum angreifen, will das Bündnis vorbereitet sein – unter anderem steht dann Kaliningrad im Visier.
München – Estland, Lettland, Litauen – drei kleine Länder an der NATO-Ostgrenze, die im Ernstfall als erste in Russlands Schusslinie geraten würden. Genau für dieses Szenario hat das westliche Verteidigungsbündnis offenbar einen konkreten Schlachtplan ausgearbeitet. Bild berichtet, dass es drei aufeinander abgestimmte Strategien gibt, die Putins Truppen stoppen sollen – bevor sie tief ins Bündnisgebiet vordringen können.

Das Konzept trägt demnach den Namen „NATO Land Warfighting Concept“. Es ist Teil der sogenannten Eastern Flank Deterrence Initiative (EFDI) – eines umfassenden Abschreckungsansatzes, den das US-Heereskommando Europa und Afrika gemeinsam mit dem NATO-Landkommando LANDCOM erarbeitet hat, wie Defense News und 19FortyFive unabhängig voneinander berichten. Lt. Col. Sam Rosenberg vom US-Heereskommando Europa und Afrika gilt laut Small Wars Journal als zentraler Entwickler des Konzepts.
Schritt 1 der NATO-Verteidigung gegen Putin: Russlands Abwehrsysteme ausschalten
Greift Russland das Baltikum mit Raketen und Drohnen an, lautet die erste Aufgabe der NATO laut Bild: den Beschuss stoppen. Dazu sollen russische Luftabwehr- und Raketensysteme ausgeschaltet werden – auch in Kaliningrad, wo Moskau einen Großteil seiner Kapazitäten stationiert hat. Das EFDI-Konzept setzt dabei auf ein Netz aus Dauersensoren und günstigen, ersetzbaren Waffensystemen, um die russische Überlegenheit in Masse und Tempo zu brechen, wie Missile Defense Advocacy Alliance (MDAA) in einer Analyse vom Juni 2026 beschreibt.

Schritt 2 der NATO-Verteidigung gegen Putin: Die autonome Zone
Gleichzeitig soll an den Grenzen zu Russland und Belarus eine sogenannte „autonome Zone“ entstehen – ein Schutzwall, in dem ausschließlich Drohnen und unbemannte Fahrzeuge kämpfen, keine NATO-Soldaten. Brig. Gen. Chris Gent, stellvertretender Stabschef beim NATO-Landkommando, erklärte bei Militärübungen in Lettland gegenüber Defense News: „Es gibt hier keine Geheimnisse, so entwickelt sich die Kriegsführung.“ Und weiter: „Das ist jetzt schon Realität. Wir reden nicht von Science-Fiction, nicht von 2040. Wir reden von dem, was heute gebraucht wird.“
Lt. Col. Rosenberg beschreibt das Konzept im Small Wars Journal in drei Schichten: eine Aufklärungszone, eine Störzone und eine Vernichtungszone – alle verbunden durch ein gemeinsames Datennetz, das Sensoren und Waffensysteme verschiedener NATO-Länder in Echtzeit zusammenschaltet.
Schritt 3 der NATO-Verteidigung gegen Putin: Angriffe auf russischen Nachschub
Im dritten Schritt will die NATO laut Bild auch russisches Territorium ins Visier nehmen. Spezialkräfte sollen demnach Militär- und Versorgungsinfrastruktur zerstören – darunter Flugplätze, Rüstungsfabriken, Brücken und Eisenbahnen. Zusätzlich soll eine sogenannte „Luftbrücke“ Drohnen und Roboter per Flugzeug in russisches Gebiet bringen. Diese Details stammen ausschließlich aus dem Bild-Besuch bei der US Army Europe and Africa und sind von anderen Quellen nicht unabhängig bestätigt.
Das Bemerkenswerte an dem Konzept: Die NATO will es nicht geheim halten. Im Gegenteil – die Abschreckung soll gerade dadurch wirken, dass Putin weiß, was ihn erwartet. Ein US-Verteidigungsvertreter sagte gegenüber Bild: „EFDI ist nicht das Produkt eines einzelnen Autors, sondern das transformative Konzept der NATO für Abschreckung durch Verhinderung im Landbereich.“ Das Bündnis betont: Es geht nicht darum, Russland zu erobern, sondern Putins Truppen bis zur eigenen Landesgrenze zurückzudrängen.
(Quellen: Bild, Defense News, 19FortyFive, Small Wars Journal, MDAA) (cgsc)