Nach kurzer Krankheit - US-Senator Lindsey Graham ist tot
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- Lindsey Graham ist im Alter von 71 Jahren gestorben.
- Er starb am Samstagabend nach kurzer und plötzlicher Krankheit.
- Graham war republikanischer Senator für den US-Bundesstaat South Carolina.
Der 71-Jährige sei am Samstagabend nach einer kurzen und plötzlichen Krankheit gestorben, teilte sein Büro am frühen Sonntag auf der Plattform X mit.
«Die Familie von Senator Graham ist dankbar für die Gebete und bittet in dieser unglaublich schwierigen Zeit um Privatsphäre».
Graham wurde 1994 ins US-Repräsentantenhaus gewählt, ab 2002 war er Mitglied des US-Senats, wo er zuletzt dem Haushaltsausschuss vorsass.
Senator Graham war nicht verheiratet und lebte in Seneca, South Carolina.
Von Trumps Kritiker zu dessen Befürworter
In früheren Jahren war er ein lautstarker Kritiker von Donald Trump, im Lauf der Zeit wurde er zu einem seiner treuesten Verbündeten im US-Kongress.
Einmal wider, einmal für Donald Trump
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2016 trat Graham in den republikanischen Vorwahlen gegen den späteren Wahlsieger Trump an. Als Konkurrenten im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur übte Graham 2015 öffentlich harsche Kritik an Trump. Trump sei ein «rassistischer, fremdenfeindlicher, religiöser Fanatiker», der nicht die Werte der republikanischen Partei vertrete, sagte Graham im Sender CNN. «Wissen Sie, wie man Amerika wieder grossartig macht? Sagen Sie Donald Trump, er soll zur Hölle fahren.»
Nach Trumps Wahl zum Präsidenten näherten sich die beiden Männer aber an. Besonders regelmässige Treffen zum Golfen hätten dazu beigetragen, hiess es in der «New York Times». «Lindsey war früher ein grosser Feind von mir, und jetzt ist er ein guter Freund von mir», sagte Trump 2018 während einer Pressekonferenz. «Ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal sagen würde, aber ich mag ihn wirklich sehr.»
Später wurde Graham zum überzeugten Unterstützer Trumps. Das hielt ihn aber nicht davon ab, Meinungsverschiedenheiten mit diesem zur Sprache zu bringen. 2021 brach er mit Trump nach der Erstürmung des US-Kapitols durch dessen Anhänger. Graham erkannte zwar selbst über Wochen nicht den Wahlsieg von Demokrat Joe Biden an – mit Blick auf die Versuche von Trump und seinen Anwälten, Zweifel an der Rechtmässigkeit der Wahl zu verbreiten, sagte er nach den Krawallen im US-Parlament aber: «Der Präsident muss verstehen, dass sein Handeln das Problem war, nicht die Lösung.» Final war der Bruch nicht – und Graham unterstützte schliesslich Trumps erneute Präsidentschaftskandidatur.
Experten und Medien verfolgten Grahams Äusserungen genau. Wann immer ein Hauch von Kritik an der Politik des US-Präsidenten zu erkennen war, war dem Senator die Aufmerksamkeit sicher. In den meisten politischen Fragen folgte er aber in den vergangenen Jahren Trumps Linie.
Tod kam überraschend
Wie überraschend Grahams Tod kam, macht nicht zuletzt sein voller Terminkalender deutlich. Gerade schüttelte er noch dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski in Kiew die Hand. Und für heute Sonntag war ein Interview im US-Fernsehen geplant.
Bei den wichtigen Zwischenwahlen im November wollte er für eine fünfte Amtszeit im Senat antreten. US-Präsident Donald Trump hatte ihm dafür seine «uneingeschränkte und volle Unterstützung» ausgesprochen.
Unterstützer Israels und der Ukraine
Als Verfechter einer harten Linie in der Verteidigung habe Graham «konsequent auf Ergebnisse im Krieg gegen den Terror gedrängt, die unsere langfristigen nationalen Sicherheitsinteressen schützen», heisst es auf seiner Website. Graham war ein prominenter Unterstützer Israels und ein Gegner des Irans.
Graham wollte mit Trumps Unterstützung bei den Zwischenwahlen im November das fünfte Mal für den Senat kandidieren. Nach Angaben seines Büros war er am Samstagabend nach kurzer und schwerer Krankheit gestorben. (12.05.2026)
Keystone/AP/ALEX BRANDON
In der Ukraine-Politik hatte Graham lange für verschärfte Sanktionen gegen Russland plädiert, dabei aber einen offenen Konflikt mit Trump gescheut. Noch am Freitag hatte Graham erklärt, China könne eine entscheidende Rolle dabei spielen, Russland zu Friedensgesprächen zu bewegen und so zur Beendigung des Krieges in der Ukraine beizutragen.
Graham: «Älter. Aber nicht klüger»
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Der jüngste Ukraine-Besuch war laut Selenski Grahams zehnter. Die Videoaufnahmen aus Kiew, in denen der Senator Unterstützung des Weissen Hauses für ein neues Sanktionspaket gegen Russland verkündete, gehören zu den letzten Bildern von Graham. Festgehalten ist auch das Wiedersehen mit Selenski, der dem Senator zum Geburtstag gratuliert und fragt: «Wie geht es Ihnen?» Graham antwortet: «Älter. Älter. Aber nicht klüger.»
Trump kondoliert
Der amtierende US-Präsident Donald Trump brachte auf Truth Social seine Trauer über den Tod Grahams zum Ausdruck: «Senator Lindsey Graham, einer der grossartigsten Menschen und Senatoren, die ich je gekannt habe, ist tot! Er war immer am Arbeiten und war ein wahrer amerikanischer Patriot. Lindsey wird uns sehr fehlen!!!»
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu kondolierte auf X Grahams Familie und betonte die Verbindung zum verstorbenen Senator: Israel habe einen seiner besten Freunde verloren, er selbst habe einen geliebten Freund verloren.
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz schrieb auf X, er sei zutiefst betrübt über den Tod von Graham, «der Israel in seinen schwierigsten Momenten beistand».
Auch der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz zeigte sich betroffen über Grahams Hinschied. Dieser sei ein echter Freund und Partner Deutschlands im transatlantischen Bündnis gewesen, schrieb der CDU-Politiker in Englisch auf X. «I will miss him.» («Ich werde ihn vermissen»).
SRF 4 News, 12.07.2026, 10 Uhr ; reu/sda/dpa/harm;spic