Ceuta: Hunderte jugendliche Migranten auf der Strasse
Nach dem Grenzdrama von Ceuta Hunderte Minderjährige bleiben – und leben auf der Strasse Die meisten Migranten waren bald zurück in Marokko. Viele Jugendlich...
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Nach dem Grenzdrama von Ceuta Hunderte Minderjährige bleiben – und leben auf der Strasse
Die meisten Migranten waren bald zurück in Marokko. Viele Jugendliche sind geblieben – unter ihnen zahlreiche Mädchen.
15.08.2026, 06:58
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In einem Quartier der spanischen Enklave Ceuta ist ein Basketballplatz zu einem Flüchtlingslager geworden. Seit zwei Wochen engagieren sich Anwohnerinnen und Anwohner dort für junge Migranten, die ohne Unterkunft in der spanischen Exklave angekommen sind. Ein eher neues Phänomen: Auch viele Mädchen sind darunter.
Jugendliche Migranten schlafen in einem Garten in Ceuta (7. August 2026).
REUTERS/Violeta Santos Moura
«Am ersten Tag kamen zwei Mädchen hierher, sie wären beinahe vergewaltigt worden», sagt Abdallah Mustafa, Präsident der Quartiervereinigung von Sidi Embarek, gegenüber dem Westschweizer Fernsehen (RTS). Eine Bewohnerin des Quartiers habe die Jugendlichen daraufhin aufgenommen.
«Hier fühle ich mich sicher», sagt die 17-jährige Aya:
Tags darauf hätten sich weitere junge Frauen gemeldet. «Als ich sie traf, zitterten sie. Sie hatten Angst, nochmals auf der Strasse schlafen zu müssen», berichtet Mustafa.
Derzeit leben rund 350 Personen in provisorischen Zelten. Für viele ist das Lager der einzige Ort, an dem sie sich sicher fühlen.
«Seit ich hier bin, fühle ich mich sicher. Ich habe nicht auf der Strasse geschlafen. Alles, was ich will, ist, nicht nach Marokko zurückzukehren», sagt die 17‑jährige Aya.
In Ceuta warten zudem zahlreiche Jugendliche auf ihre Registrierung durch die Behörden. Vor Polizeistationen bilden sich täglich Schlangen. Viele hoffen auf einen Platz in einem Aufnahmezentrum.
«Ich möchte registriert werden, damit ich in ein Zentrum gehen und später in Spanien arbeiten kann», sagt ein junger Marokkaner.
Es ist unvorstellbar, dass in Europa Hunderte von Kindern auf der Strasse schlafen.
Die marokkanische Regierung möchte, dass auch alle Minderjährigen zurückgeschafft werden. Rechtlich stehen diese jedoch unter dem Schutz Spaniens. Jeder Fall muss einzeln geprüft werden.
Hilfsorganisationen sprechen von einer Überforderung der zuständigen Stellen, zudem fehlten die Mittel. «Die Situation ist kritisch», sagt Angel Madero von der NGO Sur Acoge. «Wir sind ein europäischer Staat, eine der am weitesten entwickelten Volkswirtschaften der Welt. Es ist unvorstellbar, dass man heute in Europa Hunderte von Kindern auf der Strasse schlafen lässt.»
Nach offiziellen Angaben betreuen die spanischen Behörden derzeit rund tausend minderjährige Migrantinnen und Migranten. Hilfswerke gehen davon aus, dass mindestens ebenso viele ausserhalb der offiziellen Strukturen leben könnten, sprich: auf der Strasse oder unkontrolliert bei Privaten.
Die Lage könnte sich zudem weiter zuspitzen: In sozialen Netzwerken kursieren Aufrufe zu einer neuen massenhaften Einreise nach Ceuta am 15. August.
RTS, 19h30, 13.8.2026, 19:30 Uhr