Mitten in der Nacht: Patientin verletzt: So kam es zum Sturz in die Baugrube am Trierer Brüderkrankenhaus

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Mitten in der Nacht: Patientin verletzt: So kam es zum Sturz in die Baugrube am Trierer Brüderkrankenhaus

Mitten in der Nacht Patientin verletzt: So kam es zum Sturz in die Baugrube am Trierer Brüderkrankenhaus

Eine 79-Jährige erlitt bei einem Sturz in eine Baugrube mehrere Knochenbrüche. Die Polizei prüft, ob jemand die Baustelle nicht richtig abgesichert hat. Was bisher bekannt ist.

19.08.2026 , 07:22 Uhr

Am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Trier hat sich am 7. August ein folgenschwerer Unfall ereignet. Eine Patientin stürzte in eine Baugrube.

Foto: Roland Morgen

Eine 79-jährige Patientin des Brüderkrankenhauses in Trier Nord ist am 7. August mitten in der Nacht auf dem Klinikgelände in eine tiefe Baugrube gestürzt. Die Feuerwehr musste gegen 0.40 Uhr ausrücken. Mithilfe einer Einheit, die auf Höhenrettung spezialisiert ist, konnten die Helfer die Frau retten. Direkt nach dem Vorfall blieben viele Fragen unbeantwortet. Knapp zwei Wochen danach gibt die Polizei nun weitere Details bekannt.

Polizei in Trier: „Nicht ordnungsgemäß abgesichert“

Polizeipressesprecherin Kerstin Klein äußert sich erstmals zur Schwere der Verletzungen, die der Sturz in vier Meter Tiefe verursacht hat: „Die Frau erlitt mehrere Knochenbrüche, wurde jedoch nicht lebensbedrohlich verletzt.“

Schon nach dem Vorfall hat die Polizei bekannt gegeben, dass die Frau die Klinik über einen Notausgang und dann durch ein Treppenhaus verlassen hatte. Dazu, wie die 79-Jährige trotz der Absperrzäune in den Baustellenbereich gelangt ist, hatten sich die Ermittler jedoch nicht geäußert. Jetzt vermuten die Ermittler, dass sich jemand nicht an die Vorschriften gehalten hat. Klein sagt: „Zum Zeitpunkt des Unglücksfalls war die Grube nach aktuellem Ermittlungsstand nicht ordnungsgemäß abgesichert.“

Körperverletzung durch Unterlassen am Brüderkrankenhaus

Wer den Bauzaun nicht richtig verschlossen und die Baustelle geöffnet verlassen habe, sei derzeit Gegenstand der laufenden Ermittlungen. „Derzeit ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der Körperverletzung durch Unterlassen“, sagt Klein. Konkret bedeutet das, dass aus Sicht der Polizei jemand die Baustelle vor dem Feierabend hätte ordentlich absichern müssen. Dadurch, dass das nicht geschehen ist, ist die Frau in die Grube gestürzt, und der Tatbestand des Unterlassens könnte erfüllt sein, weil die Vorkehrung nicht getroffen wurde.

Klein betont aber auch, dass es sich bei dem Geschehen nach derzeitigem Kenntnisstand aus Sicht der Polizei um einen Unfall handele. „Es kann, Stand jetzt, nicht nachgewiesen werden, dass der Bauzaun vorsätzlich und mit dem Ziel geöffnet wurde, eine dritte Person zu gefährden“, sagt Klein.

Station war keine geschlossene Abteilung

Dass die 79-Jährige in die Grube gestürzt ist, hängt laut der Pressesprecherin damit zusammen, dass die Frau „in der Dunkelheit die Grube als solche nicht erkannt“ hat. Das Klinikpersonal kann indessen nichts für den Unfall. „Da es sich bei der Station im Krankenhaus um keine geschlossene Abteilung handelt, können die Patienten jederzeit eigenständig das Zimmer und die Station verlassen“, sagt Klein.

Im Fall der Frau führte das Verlassen der Klinik allerdings zu einem größeren Rettungseinsatz. Die Feuerwehrleute kletterten mithilfe einer Leiter in die Grube. Um die augenscheinlich verletzte Frau schonend zu befreien, sicherten sie die Frau mit einer Hartschalentrage, die mit einer Vakuummatratze ausgestattet war. Dann kam eine Seilwinde zum Einsatz, die die Verletzte nach oben brachte.

Der Unfall ereignete sich laut der Klinik auf dem Baufeld neben dem D-Gebäude des Krankenhauses. Dort starteten im vergangenen Jahr Ausbau und Modernisierung der anästhesiologischen und neurochirurgischen Intensivstation.