Mit 74 ist noch nicht Schluss: Herbert Reul kandidiert wieder
wa.deNRWStand: 11.09.2026, 21:27 UhrKommentareUns auf Google folgenInnenminister mit voller Leidenschaft: Herbert Reul (rechts, CDU) verfolgt hier eine Vorführung zur Drohnenabwehr. © Oliver BergDer CDU-Kreisvo...
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Stand: 11.09.2026, 21:27 Uhr
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Der CDU-Kreisvorstand im Rheinisch-Bergischen Kreis hat den Innenminister nominiert – für die CDU und Hendrik Wüst eine sehr gute Nachricht.
Düsseldorf – Mit dieser Personalie dürfte die CDU dem Sieg bei der Landtagswahl im April 2027 ein gutes Stück näher gekommen sein: NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hat sich entschieden und will noch einmal für den Landtag kandidieren. Der CDU-Kreisvorstand im Rheinisch-Bergischen Kreis hat ihn nach Angaben der Partei einstimmig nominiert. Der 74-Jährige ist einer der beliebtesten Politiker in NRW.
Mit einem harten Kurs gegen Clankriminalität sowie seiner hemdsärmeligen Art erlangte Reul bundesweite Bekanntheit. In einer Umfrage unserer und weiterer Tageszeitungen vor gut einem Jahr lag Reul im Bekanntheits-Ranking der Kabinettsmitglieder hinter Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) mit 81 Prozent auf dem zweiten Platz. Bei der „Beliebtheit“ rangierte er sogar vor Wüst. 71 Prozent aller Personen, die den Innenminister erkannten, schätzten seine Kompetenzen als gut oder sehr gut ein.
Reul erwies sich als Glücksgriff
Der damalige Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte Reul – bis dahin Europaabgeordneter – 2017 als Innenminister in sein Kabinett geholt. Reul erwies sich als Glücksgriff. Mit seiner Authentizität, die in der Politik leider keine Selbstverständlichkeit ist, gewinnt er selbst Menschen, die der CDU politisch nicht nahe stehen. Kritische Lagen räumt er ab, indem er selbst in die Offensive geht. Als die SPD 2019 nach Behördenfehlern im Missbrauchsfall von Lügde Reuls Rücktritt forderte, antwortete dieser mit einer Verschärfung des Kampfes gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern.
Laschets Nachfolger Wüst weiß, was er an Reul hat. Bei einem Wahlkampftermin im Sauerland vor der Landtagswahl 2022 erklärte Wüst den Wahlgang auch zu einer Entscheidung darüber, ob Nordrhein-Westfalen „den besten Innenminister aller Zeiten“ behalten wird.
Lange Zeit hatte Reul offengelassen, ob er noch einmal antreten wird. Am Ende der nächsten Legislaturperiode wird der CDU-Politiker aus Leichlingen 80 Jahre alt. Doch Reul dürfte bewusst sein, wie wichtig er für Partei und Land ist.

Seinen Parteifreunden verkündete er am Donnerstagabend seine Bereitschaft zur neuen Kandidatur. „Der Kreisvorstand begrüßt diese Entscheidung ausdrücklich“, hieß es am Abend in einer Mitteilung. Die zuständige Aufstellungsversammlung muss Reul am 16. Oktober als Kandidaten noch bestätigen. Bei der Landtagswahl 2022 hatte er den Wahlkreis mit 51,1 Prozent klar gewonnen.
Wüst kann also mit zwei „Urgesteinen“ in den Wahlkampf ziehen. Vor Reul hatte bereits NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann seine Kandidatur öffentlich gemacht. Der 69-Jährige ist ebenfalls bekannt, beliebt – und ein Verfechter der Brandmauer. Beide, Reul und Laumann, würden die CDU verlassen, sollte diese mit der AfD zusammenarbeiten.