Millionen machen diesen Garten-Fehler: Was Pflanzen im Sommer wirklich rettet

StartseiteLebenWohnenStand: 01.08.2026, 19:05 UhrKommentareUns auf Google folgenTrockene Böden, welke Pflanzen: Viele Hobbygärtner setzen dann auf häufiges Gießen. Experten raten zu einer anderen Strategie, die...

  • 4 min read
Millionen machen diesen Garten-Fehler: Was Pflanzen im Sommer wirklich rettet

Stand: 01.08.2026, 19:05 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Trockene Böden, welke Pflanzen: Viele Hobbygärtner setzen dann auf häufiges Gießen. Experten raten zu einer anderen Strategie, die nachhaltiger wirkt.

München – Steigen die Temperaturen, verwandelt sich der Gartenboden in harte, rissige Erde. Die meisten Hobbygärtner reagieren instinktiv: Sie greifen zur Gießkanne. Verständlich – aber laut Experten oft nicht ausreichend. Wer glaubt, regelmäßiges Wässern allein bringe den Garten durch heiße Sommertage, irrt gewaltig. Fachleute sind sich einig: Eine andere Maßnahme wirkt langfristig deutlich besser.

Pflanzen gießen im Garten bei Trockenheit (Symbolbild)

Viele Hobbygärtner greifen bei Hitze reflexartig zur Gießkanne. Doch Fachleute warnen: Das reicht nicht. Eine andere Maßnahme schützt Pflanzen deutlich wirksamer (Symbolbild). © Wolfgang Maria Weber/Imago

Trockene, heiße Sommer werden in Deutschland zur neuen Normalität. Eine bundesweite Umfrage im Auftrag des MDR Garten aus dem Jahr 2020 zeigt: Bereits ein gutes Drittel der befragten Gartenbesitzer rechnet damit, dass sich Anbau und Pflege wegen des Klimawandels verändern müssen. Die entscheidende Frage lautet: Was schützt Pflanzen besser als tägliches Gießen?

Nackter Boden ist das eigentliche Problem im Garten

Der britische Gartenexperte und BBC-Moderator Monty Don, langjähriger Gastgeber der Sendung „Gardeners‘ World“, bringt es auf den Punkt: Nicht die Wassermenge entscheidet über einen widerstandsfähigen Garten – sondern die Fähigkeit des Bodens, Feuchtigkeit zu speichern. In einem Podcast des BBC Gardeners‘ World Magazine betonte Don, Pflanzen sollten möglichst nicht dauerhaft auf externe Wasserzufuhr angewiesen sein. Ein Boden reich an organischer Substanz halte Feuchtigkeit wie ein Schwamm und versorge die Wurzeln auch in Trockenphasen ausreichend – so berichtet Chip.de.

ZDF-Gartenexperte Elmar Mai aus der Sendung „Volle Kanne“ erklärt das physikalische Prinzip dahinter: Scheint die Sonne auf unbedeckten Boden, entstehen feine Kapillaren. Diese ziehen das Wasser nach oben – wo es verdunstet. Die Folge: Die Erde trocknet von innen aus, selbst bei regelmäßigem Gießen.

Mulchen schützt den Garten besser als ständiges Gießen

Die Lösung, über die sich Experten einig sind: Mulchen. Gemeint ist das Abdecken des Bodens mit einer Schicht organischen Materials – etwa Rasenschnitt, Stroh, Rindenmulch oder angetrocknetem Kompost. Laut ZDFheute bringt diese Maßnahme gleich mehrere Vorteile: Sie kühlt den Boden, mindert die Verdunstung deutlich und führt gleichzeitig Nährstoffe zu. Dr. Lutz Popp, Gartenbauexperte beim Bayerischen Landesverband für Gartenbau und Landespflege (BLGL), fasst es so zusammen: „Wer mulcht, gießt weniger und wer weniger gießt, hat mehr Zeit, seinen Garten wirklich zu genießen.“

MDR-Gartenexperten empfehlen eine Mulchschicht von fünf bis zehn Zentimetern Höhe. Rasenschnitt sollte nicht in der Biotonne landen, sondern direkt zwischen den Gemüsepflanzen verteilt werden – er liefert wertvolle Nährstoffe und schützt die Feuchtigkeit im Boden. Wichtig dabei: Die oberste Bodenschicht vorher flach hacken, um die Kapillaren zu unterbrechen und den Wasserverlust aus tieferen Schichten zu stoppen – so die Empfehlung von Steffi Knoblauch, Referentin für Pflanzenbau beim Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und ländlichen Raum, gegenüber MDR Garten.

Seltener gießen, dafür gründlicher – so geht es richtig

Mulchen ersetzt das Gießen nicht vollständig – verändert aber, wie sinnvoll gewässert wird. Ein häufiger Fehler ist laut Monty Don das oberflächliche, häufige Wässern: Das Wasser dringt nicht tief genug ein, verdunstet rasch und gewöhnt die Pflanzen an ständige Versorgung von außen. Stattdessen empfiehlt er seltenes, aber gründliches Gießen – sodass die Feuchtigkeit wirklich in die Tiefe gelangt. Der entscheidende Vorteil: Die Wurzeln wachsen tiefer und werden widerstandsfähiger gegen Trockenphasen.

ZDF-Experte Elmar Mai ergänzt: Wer morgens gießt, imitiert den natürlichen Tau, an den viele Pflanzen angepasst sind. Optimal ist die Zeit zwischen 4:00 und 8:00 Uhr – der Boden ist noch abgekühlt, die Verdunstung minimal. Wer morgens keine Zeit hat, sollte bis zum Abend warten. Die Mittagsstunden sind dagegen die schlechteste Zeit – Sonne und Hitze lassen das Wasser besonders schnell verdunsten, bevor es den Wurzeln zugutekommt.

Kompost und Humus: Langfristige Investition in den Boden

Neben dem Mulchen rät Monty Don zu einer langfristigen Verbesserung der Bodenqualität durch Kompost und organische Substanz. Ein humusreicher Boden speichert Wasser und Nährstoffe deutlich besser als ausgelaugter, verdichteter Untergrund. Der Effekt ist nachhaltig: Wer heute in seinen Boden investiert, braucht in den nächsten Sommern deutlich weniger zu gießen.

Gartenarbeit rund ums Jahr

Zahlreiche Aufgaben stehen nicht nur im März im Garten an. Hier können Sie sich unser PDF mit der Übersicht zur Gartenarbeit für das ganze Jahr kostenlos herunterladen.

Samen werden eingesäet.

Laden Sie sich das kostenlose PDF mit Tipps zur Gartenpflege im Frühjahr herunter. © Chromorange/ IMAGO ; Ippen.Media

MDR-Gartenexpertin Steffi Knoblauch weist außerdem darauf hin: Beim Säen von Gemüse sollte auf direkte Aussaat ins Beet gesetzt werden, statt auf vorgezogene Pflanzen aus dem Gewächshaus. Direkt ausgesäte Pflanzen entwickeln ein tieferes, kräftigeres Wurzelsystem – und kommen mit Trockenheit von Natur aus besser zurecht.

Fazit: Bodenpflege schlägt Gießkanne

Die Botschaft der Experten ist eindeutig: Wer seinen Garten durch heiße Sommer bringen will, sollte den Fokus verschieben – weg vom reflexartigen Gießen, hin zur aktiven Bodenpflege. Mulchen, Hacken und Kompostieren sind keine Geheimtipps, sondern bewährte Methoden, die Pflanzen nachhaltiger schützen als jede noch so fleißige Gießroutine. Der Boden ist das Fundament – wer ihn pflegt, spart am Ende Wasser, Zeit und Nerven. (Quellen: Zdf.de, Mdr.de, Chip.de, eigene Recherche) (str)