Mallorca: Militäreinsatz wegen Sonnenfinsternis

Die am Mittwoch anstehende Sonnenfinsternis zieht in den nächsten Tagen weit mehr Besucher und Besucherinnen auf die Balearen, als es in der sommerlichen Hochsaison ohnehin der Fall ist. Auf Mallorca wird es, wie Medienberichte am Wochenende nahelegten, wohl nicht nur auf dem Flughafen von Palma hektische Betriebsamkeit geben. Damit es auf der Urlaubsinsel während des astronomischen Großereignisses des Jahres dennoch ruhig bleibt, ist ab Montag auch das Militär im Einsatz.

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Mallorca: Militäreinsatz wegen Sonnenfinsternis

Mallorca

Die am Mittwoch anstehende Sonnenfinsternis zieht in den nächsten Tagen weit mehr Besucher und Besucherinnen auf die Balearen, als es in der sommerlichen Hochsaison ohnehin der Fall ist. Auf Mallorca wird es, wie Medienberichte am Wochenende nahelegten, wohl nicht nur auf dem Flughafen von Palma hektische Betriebsamkeit geben. Damit es auf der Urlaubsinsel während des astronomischen Großereignisses des Jahres dennoch ruhig bleibt, ist ab Montag auch das Militär im Einsatz.

Online seit gestern, 23.08 Uhr

Der bis 14. August ausgelegte Einsatz „soll die Polizei bei der Umsetzung der Sondermaßnahmen unterstützen, die auf den Balearen wegen der Sonnenfinsternis gelten werden“, berichtete die „MallorcaZeitung“ am Wochenende. Über einen Militäreinsatz während der Sonnenfinsternis wurde bereits im Vorfeld spekuliert. Die Bestätigung folgte am Freitag vom spanischen Regierungssprecher Antoni Costa mit Verweis auf eine offizielle Mitteilung des Verteidigungsministeriums und des zuständigen Militärkommandos.

Das Militär soll nach Angaben Costas auf den balearischen Inseln etwa den Polizeikräften helfen, die Einhaltung von Straßensperren sicherzustellen und Verkehrskontrollen durchzuführen. „So soll Chaos an Orten, wo das Spektakel besonders gut zu sehen ist, verhindert werden“, zitiert die „MallorcaZeitung“ den Regierungssprecher.

Neben den erwarteten Menschenmassen nennt etwa der „Spiegel“ mit der derzeit hohen Waldbrandgefahr einen weiteren Hintergrund des Militäreinsatzes. Das Militär solle „besonders Zufahrtsstraßen, Rettungswege und Naturgebiete bewachen“. Costa rief in diesem Zusammenhang die Bevölkerung und Gäste der Insel dazu auf, „diesen Tag verantwortungsbewusst und vorausschauend zu erleben“ und etwa unnötige Fahrten möglichst zu vermeiden.

Touristen auf dem Flughafen von Mallorca
Beobachter rechnen auf dem Flughafen von Palma mit „Chaos und langen Warteschlangen“

Gedränge auf Flughafen erwartet

Beobachter rechnen rund um die Sonnenfinsternis etwa wegen möglicher Staus mit einer mühsamen An- und Abreise – und auch höheren Urlaubskosten. „Der Flughafen in Palma stellt sich schon jetzt auf Chaos und lange Warteschlangen ein“, hieß es bei der „Bild“ am Freitag. „Hotels sind vielerorts ausgebucht, die Preise auf ein Vielfaches der üblichen August-Preise emporgeschnellt“, berichtete am Sonntag der „Spiegel“.

Angesichts der getroffenen Vorbereitungen werde man auch den 12. August „normal, organisiert, mit offiziellen Informationen und nach einheitlichen Kriterien bewältigen“, teilte laut „Bild“ Mallorcas Hotelverband mit. Dessen Angaben zufolge sei die Branche aber ohnehin „an den täglichen Umgang mit großen Besucherströmen gewöhnt“.

Kritik am damit angesprochenen Massentourismus gibt es weiter von Seiten der Bevölkerung. Erst vor wenigen Tagen gingen nach Aufrufen der Organisation „Menys Turisme Mes Vida“ (Weniger Tourismus, mehr Leben) in der Stadt Soller rund 2.000 Menschen auf die Straße. Die Kundgebung folgte rund zwei Wochen nach einer großen Demo gegen Massentourismus in Palma.

Protest gegen Massentourismus

Auf Mallorca ist es am Wochenende zu einer Demo gegen den Massentourismus gekommen. Die aufgebrachten Einwohnerinnen und Einwohner verlangen in Soller unter anderem eine Begrenzung der Gästezahl.

Höhepunkt der Sonnenfinsternis gegen 20.31 Uhr

Am Mittwochabend werden sich ungeachtet dessen die Blicke Richtung Himmel richten. „Eine totale Sonnenfinsternis ist einer dieser seltenen Momente, in denen Millionen von Menschen gemeinsam in den Himmel blicken und dabei sowohl Staunen und Neugier empfinden“, so die Europäische Weltraumorganisation (ESA). Auf den Balearen dürfte das am Mittwoch spätestens gegen 20.31 Uhr zum dann erwarteten Höhepunkt der Sonnenfinsternis der Fall sein.

Als Erstes zeigt sich die totale Sonnenfinsternis am 12. August in einer abgelegenen Region im Norden Russlands. Dann zieht der Korridor der absoluten Finsternis über Grönland hinweg, überquert den Atlantik, streift Island, bevor er das europäische Festland erreicht.

In Spanien ist die totale Finsternis in einem Streifen von Oviedo im Norden über Burgos bis hin zur Balearen-Insel Mallorca zu sehen. Auch der nordöstlichste Zipfel Portugals versinkt für wenige Sekunden in Dunkelheit. Im Rest Europas verschwindet die Sonne nicht komplett hinter dem Mond, doch eine partielle Sonnenfinsternis lässt sich auch hier beobachten, in Österreich ab 19.22 Uhr – mehr dazu in science.ORF.at.