Meinungen der Abendblatt-Leser: 10. August 2026

KI-Stimme. InfoVersuchskaninchen5. August: Die moderne Unfreiheit trägt keine UniformHerr Luik trifft mit seinem Artikel den Kern. Die von ihm genannten Beispiele lassen sich nahezu beliebig fortsetzen. Ein wei...

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Meinungen der Abendblatt-Leser: 10. August 2026

KI-Stimme. Info

Versuchskaninchen

5. August: Die moderne Unfreiheit trägt keine Uniform

Herr Luik trifft mit seinem Artikel den Kern. Die von ihm genannten Beispiele lassen sich nahezu beliebig fortsetzen. Ein weiteres Beispiel sind Nachrichten in „einfacher Sprache“. Natürlich gibt es Menschen, für die dieses Angebot sinnvoll und notwendig ist. Wenn jedoch immer mehr Inhalte sprachlich vereinfacht und dieselben Sachverhalte in Endlosschleife erklärt werden, fühlt man sich als mündiger Bürger zunehmend wie ein Schulkind. Es wirkt bisweilen wie eine Dauer-Ausgabe der „Sendung mit der Maus“ – allerdings für Erwachsene. In einem Punkt sehe ich die Entwicklung beim Auto allerdings noch kritischer als Herr Luik. Die heutigen Autofahrer sind aus meiner Sicht die Versuchskaninchen für Assistenzsysteme, die unter realen Bedingungen erprobt und perfektioniert werden. Was heute als hilfreiche Unterstützung beginnt, könnte morgen zur Begründung werden, dem Menschen das Steuer ganz aus der Hand zu nehmen. Am Ende soll der Bürger nicht mehr selbst fahren, sondern sich von einem autonom gesteuerten Fahrzeug transportieren lassen. Wenn immer weniger junge Menschen überhaupt noch einen Führerschein erwerben, wird sich gegen das autonome Auto irgendwann auch kaum noch Widerstand regen.

Sven Leydecker

Herzliches Dankeschön

5. August: Hubertus Meyer-Burckhardt geht an der Ostseeküste auf Zeitreise

Die Zeitreisen von Hubertus Meyer-Burckhardt waren stets reich an Wissen, Humor und Erzählungskunst. Besonders eine Reise in Italien war so schön beschrieben, dass man sich als „Beifahrer“ fühlen konnte. Spätabends habe ich seinen Worten auf der Heimreise gelauscht, es war faszinierend. Wenn die Reihe mit diesem sympathischen Autor nun ihr Ende findet, dann bleibt nur ein großes, herzliches Dankeschön an ihn!

Kai Müller

Ungerecht

1. August: „Wer zu Hause pflegt, darf dafür nicht bestraft werden“

Wieder einmal will ein Spitzenpolitiker die sozialen Sicherungssysteme fit für die Zukunft machen. Leider missachtet auch diese Regierung das Grundgesetz, Artikel 3, Absatz 1: Alle Menschen sind gleich. So wurde denn bei der Reform der gesetzlichen Krankenversicherung wieder nur mit Kürzungen und Erhöhungen gearbeitet, aber die Privatversicherung, die Beamtenversicherung und die Abgeordnetenversicherung wurden ausgenommen. Auch die Beitragsbemessungsgrenze für Vielverdiener wurde nicht abgeschafft, nur erhöht. Bleibt also der ungerechte Sachverhalt, dass der Vielverdiener wieder nicht den gleichen prozentualen Beitrag solidarisch in die GKV einzahlt. Er mag sich ja gerne zusätzlich privat versichern für das, was er meint, zusätzlich bekommen zu müssen in Praxis und Krankenhaus. Warum müssen die Privatversicherungsgesellschaften nicht die GKV-Beiträge abführen? Rente: Viele Berechnungen von Steuerexperten zeigen, dass beim Beamten nach der gleichen Arbeitsdauer wie beim Angestellten über 1000 Euro monatlich mehr Altersruhegeld gezahlt wird. Das muss doch ein Systemfehler sein – an den aber kein Spitzenpolitiker öffentlich rangehen will. Steuer: Warum muss es eine Lohn- und eine Einkommenssteuer geben? Warum muss es einen Spitzensteuersatz geben, durch den die Vielverdiener nicht für die Gesamtsumme anteilig Steuern zahlen müssen?

Dr. med. Heinz Jarmatz

Klar wie Kloßbrühe

3. August: Hamburgs erfolgreichster Aktivist kämpft gegen neue Hürden für Volksinitiativen

Es muss nachvollziehbar sein, wer Kampagnen finanziert und welche Interessen dahinterstehen – egal ob die Quelle im Inland oder im Ausland ist. Die Hamburgerinnen und Hamburger haben in allen bisherigen direktdemokratischen Verfahren überzeugend belegt, wie kritisch sie auf Anliegen schauen, bevor sie ihre Unterschrift abgeben. Bei welchem Volksentscheid in Hamburg blieb es unklar, wer dahintersteht und woher wesentliche Teile der Spenden kamen? Die Finanzierung der Volksentscheide nach dem heute geltenden Gesetz ist klar wie Kloßbrühe. Die Parteien sind jedoch das naheliegende und beliebte Ziel auch ausländischen Einflusses. Dazu gibt es Lobbyismus. Wer die Lobbyisten finanziert, wird allerdings nach heutiger Planung auch das Hamburger Lobbyregister nicht ausweisen, wenn es 2027 in Betrieb geht.

Helena Peltonen-Gassmann

Nicht ob, sondern wie

5. August: Polizei-Expertin warnt vor KI: „Viele wissen nicht, was alles möglich ist“

Wir sollten die Diskussion nicht auf die Frage reduzieren, ob wir KI nutzen. Entscheidend ist vielmehr, wie wir mit ihr umgehen. Technischer Fortschritt benötigt Verantwortung. Medienkompetenz wird zu einer Schlüsselqualifikation. Und der Rechtsstaat muss auch im digitalen Raum handlungsfähig bleiben. Denn am Ende entscheidet nicht die künstliche Intelligenz über unsere Zukunft – sondern der Mensch, der sie einsetzt. Der digitale Raum benötigt Regeln! Wenn Kriminalität zunehmend digital stattfindet, müssen Polizei und Justiz technisch und personell mithalten können. Gleichzeitig braucht es klare gesetzliche Regeln, damit neue Technologien nicht zulasten der Sicherheit und der Persönlichkeitsrechte genutzt werden. Ebenso wichtig ist jedoch die Eigenverantwortung jedes Einzelnen. Wer kritisch bleibt, Informationen hinterfragt und sorgfältig mit persönlichen Daten umgeht, erschwert Betrügern ihr Handwerk.

Uwe Mehl

Wahnsinn

7. August: 5000 neue Jobs – und die Schulden erdrücken Schleswig-Holstein

Für einen steuerzahlenden Bürger lesen sich die Artikel über die Finanzkraft der Kommunen und des Landes im Norden befremdlich. Wieso steuert kein Kämmerer oder das Finanzministerium gegen eine sich seit Jahren abzeichnende Finanzierungslücke? In Schleswig-Holstein wohnen die glücklichsten (und ärmsten) Bürger in Deutschland. Das Thema Northvolt ist nur die Spitze des negativen finanziellen Eisberges in Kiel und Umgebung. In der freien Wirtschaft hätten bereits seit Jahren personelle Anpassungen stattgefunden. Die Landesregierung dagegen baut 5000 Stellen auf. Wahnsinn. Dem Vernehmen nach finden keine strukturellen Anpassungen in der Organisation statt. Wo soll das im nächsten Jahrzehnt enden? Warum setzen wir unsere Energiequellen nicht erlösstärker um? Ich erwarte von dem immer wieder einmal hochgelobten Ministerpräsidenten, dass zeitnah ein Plan erstellt und dieser konsequent umgesetzt wird. Ansonsten schlittert Schleswig-Holstein auf eine Insolvenz zu und wird noch größerer Bittsteller in Bayern. Warum verkaufen wir denen nicht teuer unseren Strom? Wer keine Windräder will, muss die bezahlen, die sich die Windräder hinstellen. Will sich Schleswig-Holstein als Expansionsfläche Hamburg anbiedern? Dann ist Schluss mit dem Regieren in Kiel.

Jens Wende

Eine Warnung

7. August: Berichte: Krankenkassen verlieren Millionen durch Geldanlagen

Sollte das nicht eine Warnung an die Regierung sein, sich die Kapitalrente noch einmal genau zu überlegen? Meine damaligen Kollegen in England haben durch dieses Modell sehr viel Geld bei ihren Pensionen verloren. Der Grund war der Einbruch des Aktienmarktes. Daraus sollte man bei uns Lehren ziehen. Es ist schwer vorzustellen, dass ein Investmentbanker die Sicherung der Renten als seine Priorität sieht. Das Beispiel in Ihrem Artikel ist der Beweis.

Gerd-Rainer Seidel

Erstaunlich

Die Börse ist kein Sicherungssystem. Sie kennt Gewinne und Verluste. Verantwortlich sind jene, die fremdes Geld anlegen und das Risiko eingehen. Umso erstaunlicher, dass Befürworter der Kapitalmarktrente unsere Altersversorgung ausgerechnet dadurch sicherer machen wollen. Das Umlageverfahren hat wegen der demografischen Entwicklung Probleme. Doch es hängt weder von Aktienkursen noch von Fondsmanagern ab. Seine Risiken liegen offen und lassen sich politisch beeinflussen. Wer Rentenbeiträge am Kapitalmarkt anlegt, entscheidet sich für ein anderes Risiko. Später darf er weder die Börse noch die Krise verantwortlich machen. Die Börse hat nichts versprochen. Versprochen haben es die Befürworter der Kapitalmarktrente.

Uwe-Carsten Edeler

Ganz neu denken

7. August: Zentrale Treppe in der HafenCity bleibt gesperrt – „jahrelange Einschränkung“

Wenn die Treppe schon komplett erneuert werden soll, warum angesichts zunehmender Hitzeperioden nicht gleich ganz neu denken? Bäume, Sitzbänke auf Terrassen und generell mehr Grün an den Hang und auf den großen gepflasterten Platz am U-Bahn-Eingang.

Dr. Rolf Lange

Fürs Leben gelernt

5. August: Kommt der Zivildienst zurück?

Ich arbeite seit mehr als 35 Jahren als Sportfachkraft in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung und erinnere mich sehr gut an die Zeit mit unseren „Zivis“. Es war ein Geben und Nehmen, auf beiden Seiten. Für die jungen Menschen, welche damals aus unserem System kaum wegzudenken waren, bot diese Zeit den Rahmen zur eigenen Entwicklung, vielfach Orientierung. Billige Arbeitskräfte waren manche sicher an mancher Stelle. Die Verallgemeinerung ist mir jedoch zu eindimensional. Ich finde es schade, wie der Zivildienst heute dargestellt wird. Ausbeutend, belastend, geringschätzig und ohne Sinn und Mehrwert – dem war nicht so! Viele unserer Zivis haben eine Menge fürs Leben gelernt, den Blick auf die Arbeit im Sozialbereich verändert und den Sinn in dieser Arbeit gesehen und gefunden. Einige sind im Anschluss an den Dienst diesem Bereich treu geblieben, als Erzieher, Heilerzieher, Lehrer oder Sozialpädagogen. Auch Jurastudenten hat es hervorgebracht, mit dem Wunsch, den Menschen in den sozialen Einrichtungen auch nach außen eine Stimme zu geben. Für viele junge Menschen ohne Perspektive und Idee für den beruflichen Weg war der Zivildienst ein wertvoller Baustein in der eigenen Entwicklung. Für die heutige Zeit wäre ein verbindliches, soziales Jahr für beide Geschlechter in meiner Einschätzung ein Gewinn. Sowohl für die junge Generation, die dieses Jahr zur Orientierung und Entwicklung für sich selbst nutzen könnte, als auch für das Allgemeinwohl und die zusehends anonyme, egoistische und digitale Welt vor unserer Tür.

Anke Rath

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