Maurer-Azubi arbeitet bei 50 Grad im Keller – und ist begeistert

Thomas Brandl aus Karlsdorf macht eine Ausbildung zum Maurer bei der Firma Obermaier in Preisendorf. Der 18-Jährige steht kurz vor der Gesellenprüfung und verputzt mittlerweile sogar in seiner Freizeit.

  • 3 min read
Maurer-Azubi arbeitet bei 50 Grad im Keller – und ist begeistert

Stand: 22.08.2026, 12:00 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Auch das kann er: Maurer-Azubi Thomas Brandl arbeitet an der Bewehrung aus Eisen.

Auch das kann er: Maurer-Azubi Thomas Brandl arbeitet an der Bewehrung aus Eisen. © (Franz-Josef Obermaier)

Thomas Brandl aus Karlsdorf macht eine Ausbildung zum Maurer bei der Firma Obermaier in Preisendorf. Der 18-Jährige steht kurz vor der Gesellenprüfung und verputzt mittlerweile sogar in seiner Freizeit.

Preisendorf – „Erst mal Sonnencreme drauf“: Das antwortet Thomas Brandl auf die Frage, was er denn als Erstes macht, wenn er auf der Baustelle angekommen ist. Der 18-jährige Karlsdorfer ist Maurer-Azubi bei der Firma Obermaier in Preisendorf. Die baut zurzeit ein Haus in Trudering, der Keller ist fast fertig. „Unten hat‘s 50 Grad“, erzählt der Lehrling. Er sagt das ganz sachlich, ohne jammernden Unterton. Denn dass er jeglicher Witterung ausgesetzt ist, gehört für ihn einfach zum Beruf dazu. Und an dem gefällt ihm unter anderem so gut, dass man draußen an der frischen Luft ist. „Ich habe auch ein Praktikum in einer Gärtnerei gemacht, aber da habe ich immer drinnen gearbeitet“, erzählt der Karlsdorfer. „Und auch meistens alleine.“

Seinen Platz gefunden hat Thomas Brandl als Maurer-Azubi. Dass er auf dem Werkstoff sitzt, kommt eher selten vor.

Seinen Platz gefunden hat Thomas Brandl als Maurer-Azubi. Dass er auf dem Werkstoff sitzt, kommt eher selten vor. © Kathrin Kapfer

Anders bei der Obermaierbau GmbH in Preisendorf: Auf dem Bau arbeitet man im Team und das ist dem ruhigen jungen Mann viel lieber. Auf die Idee, ein Praktikum als Maurer zu machen, brachte ihn Franz-Josef Obermaier selbst.

Beide sind beim örtlichen Schützenverein aktiv und eben da sprach ihn der Chef der Baufirma an. Damals ging Brandl noch in die Mittelschule, jetzt ist er bereits im zweiten Ausbildungsjahr und immer noch begeistert: „Dass ma am End sieht, wos ma g‘schafft hod“ nennt der 18-Jährige als größten Vorzug seines Berufs. „Das Betonieren macht mir am meisten Spaß“, spezifiziert er.

Verantwortungsvoller und vielfältiger Beruf

Zum Maurerberuf gehört aber noch viel mehr: In der Firma Obermaier sogar die Eisenflechterei, allerdings übernimmt das eine Maschine. Vorbereitet werden muss aber auch die, und das ist eine der ersten Aufgaben von Brandl, wenn er und seine Kollegen morgens um 7 Uhr auf die Baustelle kommen.

Die Mörtelmaschine ist ein weiteres Gerät, das zum Handwerkszeug eines Maurers zählt. Aus Sand, Zement und Wasser entsteht daraus die Masse, die das Mauerwerk zusammenhält. Das entsteht heute noch wie anno dazumal: Stein auf Stein. Teilweise müssen die Ziegel auch zugeschnitten werden, ergänzt der Azubi, der in der Berufsschule alles über deren Beschaffenheit gelernt hat.

Überhaupt sei der Maurerberuf sehr vielfältig, erklärt Obermaier, „und sehr verantwortungsvoll“. Denn ein Maurer müsse auch ein guter Statiker sein, ansonsten fiele das Haus in sich zusammen, erklärt der Unternehmer. Seine Mitarbeiter seien allesamt Generalisten: „Die machen alles, was zum Beruf dazugehört, vom Eisenflechten übers Schalungen-Bauen bis hin zum Verputzen.“

Das macht Thomas Brandl mittlerweile auch in seiner Freizeit. Daheim habe er schon mehrere Öffnungen „zuaputzt“, erzählt der 18-Jährige. Für seine Eltern sei die Berufswahl von Anfang an in Ordnung gegangen: „Hod basst“, antwortet der Azubi kurz auf die Frage.

Im Sommer und im Winter haben der Nachwuchs-Maurer und seine Kollegen je drei Wochen frei – im Winter, weil „man nicht mauern kann, wenn‘s länger unter null Grad hod“, erklärt Brandl. In seiner Freizeit geht der Karlsdorfer am liebsten ins Schützenheim und mit dem Familienhund, dem Golden Retriever Sammy, spazieren. Bei der Hitze in den vergangenen Wochen kühlte er sich nach der Arbeit mit einem Sprung in den heimischen Pool in Karlsdorf ab.

Gesellenbrief eröffnet viele Optionen

Nächstes Jahr macht der 18-Jährige seine Gesellenprüfung, danach stehen ihm mehrere Optionen offen, wie sein Chef erklärt: Der Meistertitel, eine Weiterbildung zum Techniker, zum Ingenieur oder zum Energieberater seien nur einige Möglichkeiten, die man als Maurer habe. Thomas Brandl möchte erst mal bei Obermaier weiterarbeiten. Der freut sich darüber, denn der ruhige Azubi sei nicht nur sehr fleißig und tüchtig, sondern auch beim ganzen Team beliebt.