Mane zieht im BVB-Ranking an Reggiani vorbei: Heimlicher Gewinner der Vorbereitung
Filippo Mane zieht im internen BVB-Ranking an Luca Reggiani vorbei - und avanciert zum heimlichen Gewinner der bisherigen Dortmund-Vorbereitung. Vor genau einem Jahr war der Sprung auf die große Fußballbühne be...
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Filippo Mane zieht im internen BVB-Ranking an Luca Reggiani vorbei - und avanciert zum heimlichen Gewinner der bisherigen Dortmund-Vorbereitung.
Vor genau einem Jahr war der Sprung auf die große Fußballbühne bei Borussia Dortmund für Filippo Mane mit schwierigen Erfahrungen gepflastert. Weil Nico Schlotterbeck noch seinen Meniskusriss auskurierte und auch Emre Can den Saisonstart verletzt verpasste, stand der italienische U-Nationalspieler beim ersten Liga-Spiel beim FC St. Pauli gleich in der Startelf. Sein Bundesliga-Debüt verlief eigentlich sehr ordentlich, bis er in der 85. Minute wegen Klammern eines Gegenspielers die Rote Karte sah. Elfmeter gab es obendrein – und die 3:1-Führung des BVB schmolz schneller als ein Eis im Sommer.
Verletzungen werfen BVB-Profi Mane zurück
Es sollte der letzte Liga-Auftritt des jungen Abwehrspielers für lange Zeit sein, sein zweites und dann aber auch letztes Bundesliga-Spiel der vergangenen Saison machte er ein halbes Jahr später in Heidenheim. Es endete für ihn mit einer Muskelverletzung, die in satte zwei weitere Monate der Saison kostete. In die Vorbereitung auf die neue Spielzeit ist der Italiener mit viel Ehrgeiz gestartet. Er musste im April und Mai mit ansehen, wie Luca Reggiani erste Liga-Einsätze bei den Profis bekam, doch nach drei Wochen Vorbereitung kristallisiert sich immer klarer heraus, dass im internen Wettstreit der BVB-Talente Mane aktuell wieder die Nase vorn hat.
Am Sonntag in London festigte der 21-Jährige die aktuelle Hierarchie mit einem Spiel, das für Lars Ricken die Bestätigung einer früheren Einschätzung darstellte. „Er ist ein klassischer italienischer Manndecker“, meinte der ehemaliger Nachwuchs- und jetzige Sportchef. „Wir waren und sind von ihm überzeugt. Es war immer nur die Frage, ob er lang genug verletzungsfrei bleibt.“
Verletzungen prägten Manes bisherige Dortmund-Zeit. Immer wieder Muskelblessuren, immer wieder Zwangspausen, Reha und neuer Formaufbau. Diesem Thema hat sich die Reha- und Athletikabteilung in den vergangenen Monaten akribisch angenommen. Es ist keine Seltenheit, dass Juniorenspieler noch mitten im Wachstum Schwierigkeiten bekommen, wenn sie im Erwachsenenbereich ankommen und dort die Belastungen für Gelenke und Muskelstrukturen noch einmal deutlich größer sind.
BVB-Trainer Kovac lobt Mane-Entwicklung
Diese Erfahrung hat der BVB auch bei Julien Duranville gemacht. „Wir wissen“, meinte Trainer Niko Kovac nach dem 3:2 beim FC Arsenal zu Manes 90-Minuten-Auftritt, „welche Probleme er hatte. Wir achten bei allen Spielern sehr darauf, sie jetzt nicht zu überlasten. Und man hat heute gesehen, wie gut er sein kann, wenn er konstant gesund bleibt. Dann kann er ein wichtiger Spieler für uns werden.“
Mane offenbarte im ersten Durchgang noch einige Probleme, wenn Arsenal aus dem Mittelfeld Steckpässe durch die Dortmunder Kette spielte. Da passte in einigen Fällen seine Positionierung nicht, so wie beim Durchbruch von Martin Odegaard, den er mit einem riskanten Tackling von hinten stoppte, dabei leicht den Ball, aber auch die Füße des Arsenal-Spielers traf. Es gab Freistoß, es war auch keine Notbremse, aber eine Szene, die zeigte, wo Mane in Bezug auf Positionierung und Risikoabwägung noch dazulernen muss.
BVB denkt über Leihgeschäfte nach
Vor allem nach der Pause aber, als der englische Meister mit Druck den Rückstand egalisieren wollte, hätten sich Mane und Nebenmann Joane Gadou in einen „regelrechten Flow“ gekämpft, lobte Ricken. „Da hat Filippo ein herausragendes Spiel gemacht.“ Kovac meinte: „Beide haben richtig abgeräumt. Das war die pure Wucht, sie waren sehr griffig, mit Power und am Mann sehr stark.“
Für Mane wie einige andere jungen Spieler laufen wichtige Wochen. Ohne die noch verletzten Schlotterbeck und Emre Can könnten sich in der Innenverteidigung einige Chancen auf Einsätze auch in den Pflichtspielen ergeben. Dennoch stellt sich die Frage, ob vielleicht eine Leihe sinnvoll sein könnte, um auf höherem Niveau als in der Regionalliga-U23 regelmäßige Einsätze zu bekommen. „Da“, meinte Ricken, „haben wir keinen Druck. Wir werden die Situation im Einzelfall bewerten, wenn sich die Transferphase dem Ende nähert.“ Mane jedenfalls dürfte in einer Form wie am Sonntag näher an einem festen Profi-Kaderplatz sein als Konkurrent Reggiani. Er muss nur gesund bleiben.