Ukraine-Liveticker: Selenskyj kündigt neue Angriffe im russischen Hinterland an | FAZ

Selenskyj kündigt neue Angriffe im russischen Hinterland anDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat weitere Gegenangriffe im russischen Hinterland angekündigt. In seiner abendlichen Videobotschaft verw...

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Ukraine-Liveticker: Selenskyj kündigt neue Angriffe im russischen Hinterland an | FAZ

Selenskyj kündigt neue Angriffe im russischen Hinterland an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat weitere Gegenangriffe im russischen Hinterland angekündigt. In seiner abendlichen Videobotschaft verwies er auf einen zuvor schon vom Generalstab bestätigten Schlag gegen die russische Ölindustrie in Tobolsk in Sibirien. Es werde weitere ukrainische Angriffe im russischen Hinterland geben, um Russland zu zeigen, dass Frieden notwendig sei.

Selenskyj warnte auch abermals vor Nordkorea. Moskau habe zusätzliche ballistische Raketen von Pjöngjang erhalten und bereite sich auf die Ankunft eines weiteren Kontingents nordkoreanischer Soldaten auf russischem Territorium vor, sagte Selenskyj ohne Belege zu nennen. Nordkoreas Waffen seien in Zusammenarbeit mit Russland weiterentwickelt worden. Das sei eine Gefahr für die asiatischen Staaten.

Erst am Wochenende hatte Selenskyj gesagt, dass Russland weit mehr Truppen aus Nordkorea zur Unterstützung seines Angriffskriegs bekommen könnte als bisher angenommen. Er sprach von bis zu 50.000 Soldaten. 

Uli Putz

Uli Putz

Russland greift Kiew und Saporischschja mit Raketen an

Bei russischen Angriffen auf ‌die ‌ukrainischen Städte Kiew und Saporischschja werden mindestens drei Menschen verletzt. In der Hauptstadt Kiew ​steht nach Angaben ⁠der Militärverwaltung ein Lagerhaus in einem zentralen Bezirk in Flammen, eine ​Person wird verletzt. Reporter der Nachrichtenagentur ⁠Reuters berichten von ‌Explosionen. Der Luftalarm ist dort nach rund 40 Minuten wieder aufgehoben. ⁠Auch die südostukrainische Stadt ⁠Saporischschja wird mit Raketen und Bomben angegriffen, ⁠wie ​der ⁠Gouverneur der Region, ​Iwan Fedorow, mitteilt. Dort werden ‌zwei Menschen verletzt und mehrere Gebäude beschädigt. Eine ​russische Stellungnahme liegt ​zunächst nicht vor.

Ian Liesch

Ian Liesch

Nawalnaja: Im Kreml haben sie Angst vor der Wahl

Die russische Oppositionspolitikerin Julia Nawalnaja hat den Ausschluss der liberalen Partei Jabloko von der Parlamentswahl im September als ein Zeichen von Angst im Kreml vor den Kriegsgegnern bezeichnet. Der Kreml habe erkannt, dass die Menschen in Russland angefangen hätten, sich zusammenzuschließen, sagte die Witwe des im Straflager zu Tode gequälten russischen Oppositionsführers Alexej Nawalny, der zu den schärfsten Kritikern von Kremlchef Wladimir Putin gehörte.

Es gehe nicht so sehr nur um die Partei Jabloko, die einen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen fordert in dem russischen Angriffskrieg, sagte Nawalnaja in ihrem Exil im Ausland. „Es geht darum, dass Millionen von Russen die Möglichkeit bekommen, das zu sagen, was sie wirklich über Putin und den Krieg denken“, sagte sie bei X mit Blick auf die Dumawahl in gut einem Monat.

Das Nawalny-Team ruft die Menschen in Russland zu einer von ihm so bezeichneten intelligenten Abstimmung auf: für irgendeine Partei zu stimmen vom 18. bis 20. September — nur nicht für die Kremlpartei Geeintes Russland. „Man kann im Fernsehen noch so oft erzählen, dass der Machtapparat alles unter Kontrolle hat und dass die Menschen angeblich nichts beeinflussen können“, sagte Nawalnaja. Der Plan des Kreml, Jabloko zulassen und der Partei am Ende zwei Prozent zuzusprechen, sei nicht aufgegangen. 

Ukraine verliert Kampfflugzeug 

Die ukrainischen Luftstreitkräfte haben auf Telegram  den Verlust eines Kampfflugzeugs vom Typ MiG-29 bekanntgegeben. Demnach sei das Flugzeug nach dem Abschuss einer Luft-Luft-Rakete über dem Gebiet Odessa in Brand geraten. Der Pilot konnte sich demnach über durch den Schleudersitz retten und überlebte den Absturz. 

Liberale russische Oppositionspartei von Wahl ausgeschlossen

Russlands Oberstes Gericht hat die gegen Moskaus Angriffskrieg in der Ukraine auftretende liberale Oppositionspartei Jabloko von der Parlamentswahl im September ausgeschlossen. Richter Wjatscheslaw Kirillow gab in Moskau einer Klage der kremltreuen nationalistischen Partei Rodina statt, die eine Vielzahl von Verstößen gegen russische Gesetze bei der Zulassung der Oppositionspartei beklagt hatte. Der als Erfüllungsgehilfe des Kreml kritisierte Kirillow folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die Rodinas Beschwerde gegen die Wahlleitung als gerechtfertigt ansah.

Vor dem Gericht versammelten sich Hunderte Unterstützer der Partei. Die Partei will das Urteil anfechten. Kirillow ließ eine Berufung ausdrücklich zu. Jabloko fordert eine Beendigung des russischen Kriegs gegen die Ukraine. Die landesweite Parlamentswahl und die Kommunalwahlen sind vom 18. bis 20. September angesetzt.

Die Partei wehrte sich in einer stundenlangen Verhandlung gegen den Ausschluss von der Parlamentswahl. Jabloko habe keine Rechtsverstöße begangen, sagte Partei-Chef Nikolai Rybakow in seinem Schlusswort. Die Partei trete für Frieden und Freiheit ein und ein Leben ohne Angst. Millionen Russen seien bereit, ihre Stimme seiner Partei zu geben, sagte Rybakow. „Politische Konkurrenz ist das Wesen von Wahlen“, betonte er. Ziel der Kläger sei es, den Menschen eine freie Wahl zu nehmen.

Schweden stoppt russische Spionageoperation

Der schwedische Inlandsgeheimdienst Sapo hat nach eigenen Angaben eine russische Spionageoperation gestoppt. Diese habe das Ziel gehabt, politische Entscheidungen ⁠zu beeinflussen und das Land sowie seine EU- und NATO-Verbündeten zu diskreditieren, teilt die Behörde am Montag mit. Gesteuert worden sei die Aktion vom russischen Auslandsgeheimdienst SVR unter Beteiligung von drei Personen, die im Schutz der diplomatischen Immunität agiert hätten. Die Verdächtigen befänden sich nicht mehr in Schweden, sagte ein Sapo-Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Die russische Botschaft in Stockholm ‌äußert sich zunächst nicht zu den Vorwürfen. 

Antikorruptionsbehörden in der Ukraine weiter unter Druck

Das Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) und die Sonderstaatsanwaltschaft in der Ukraine sehen sich weiterhin großem Druck ausgesetzt. Die Leiter beider Behörden äußerten am Montag bei einer Pressekonferenz in Kiew, aus dem Versuch die Behörden im vergangenen Sommer zu entmachten, seien keine Lehren gezogen worden.

Den Angaben zufolge dauert auch das Verfahren gegen den NABU-Ermittler Ruslan Magamedrasulow an. Er wurde im Winter zwar aus der Untersuchungshaft entlassen, muss sich aber weiterhin vor Gericht verantworten. In dem Verfahren werde auch weiterhin Druck auf die Richter ausgeübt, sagte NABU-Chef Semjen Krywonos.

Aus Sicht von NABU und SAP dient dieses Vorgehen der Einschüchterung. Im Sommer 2025 hatte das Parlament überraschend die Entmachtung beider Behörden beschlossen. Die Entscheidung sorgte für Straßenproteste und wurde von westlichen Partnern deutlich kritisiert. Kurz darauf machten die Abgeordneten die Entscheidung rückgängig. Einige Zeit später veröffentlichten NABU und SAP die Ergebnisse einer umfassenden Korruptionsermittlung im Energiebereich. Mehrere Minister verloren im Zuge dessen ihre Posten.

Ukraine trifft russische Anlage 2000 Kilometer von Grenze entfernt

Ukrainische Spezialkräfte haben ⁠nach eigenen Angaben die petrochemische Anlage SapSibNeftechim im russischen Gebiet Tjumen mit Drohnen angegriffen. Der Angriff löste laut einer Telegram-Mitteilung einen Brand aus. Der dortige Gouverneur berichtete ebenfalls von einem Feuer in einer Industrieanlage nach einer Drohnenattacke. Tjumen ‌liegt gut 2000 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. 

Sebastian Gubernator

Sebastian Gubernator

Jabloko-Chef pocht vor Gericht auf Wahlteilnahme

Die liberale russische Oppositionspartei Jabloko hat sich vor dem Obersten Gericht in Moskau gegen ihren drohenden Ausschluss von der Parlamentswahl im September gewehrt. Millionen Russen seien bereit, ihre Stimme der Partei, die den Angriffskrieg gegen die Ukraine kritisiert, bei der Duma-Wahl zu geben, sagte Jabloko-Chef Nikolai Rybakow: „Politische Konkurrenz ist das Wesen von Wahlen.“ Die von der kremltreuen Partei Rodina eingereichte Klage auf Ausschluss sei darauf gerichtet, den Menschen eine freie Wahl zu nehmen.

Der Prozess unter Vorsitz von Richter Wjatscheslaw Kirillow wird live im Internet übertragen. Wann ein Urteil gesprochen wird, ist nicht klar. Die zentrale Wahlkommission hatte Jablokos Teilnahme im Juli einstimmig beschlossen. Rodina wirft Jabloko vor, in ihrem Wahlkampfmaterial Urheberrechte – etwa bei Darstellungen von Friedenstauben – verletzt und für Wahlwerbung im Internet unzulässig viel Geld ausgegeben zu haben. Juristen von Jabloko widersprachen den Punkten in der 40-seitigen Klageschrift.

Russland meldet 13 Tote bei ukrainischem Drohnenangriff

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff sind nach Angaben russischer Behörden in Nischnekamensk in der Republik Tatarstan 13 Menschen getötet und 39 verletzt worden. Zuvor war von zwölf Toten die Rede. In der Stadt befinden sich mehrere große Betriebe, in denen Erdöl verarbeitet wird. Der ukrainische Telegramkanal Exilenova+ veröffentlichte Videos, die einen Brand in einer der größten Raffinerien der Region zeigen sollen. Die russischen Behörden gaben an, die ukrainischen Drohnen hätten industrielle und zivile Ziele angegriffen. Laut Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau hat die russische Luftabwehr in der vergangenen Nacht 456 ukrainische Drohnen abgeschossen. Nischnkekamensk liegt an der Kama, einem östlichen Zufluss der Wolga etwa 1500 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Schon im Juni war eine Raffinerie in Nischnekamensk bei einem ukrainischen Drohnenangriff beschädigt worden.   

Uli Putz

Uli Putz

Fünf Verletzte bei russischem Angriff auf Sumy

Bei russischen Bombenangriffen auf die nordukrainische Stadt Sumy wurden örtlichen Behörden zufolge in der ‌Nacht mindestens ‌fünf Menschen verletzt. Zudem gebe es Schäden in mehreren Wohngebieten, teilt der regionale Gouverneur Oleh Hryhorow über den ​Kurznachrichtendienst Telegram mit.

Uli Putz

Uli Putz

Russland meldet Einnahme von zwei Dörfern in Region Donezk

Russische Truppen ‌haben nach ‌Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau zwei ​Dörfer in der ostukrainischen ⁠Region Donezk unter ihre Kontrolle gebracht. In einer Mitteilung ​des Ministeriums auf Telegram heißt ⁠es, die Streitkräfte hätten ‌Wasjutynske und Torezk eingenommen. Das ukrainische Militär bestätigte dies zunächst nicht. ⁠Der Generalstab in ⁠Kiew berichtete am späten Abend, ukrainische Truppen ⁠hätten ​24 ⁠Angriffe um Kostjantyniwka, ​Illiniwka und andere Orte abgewehrt. ‌Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte sich in seiner ​Videoansprache nicht zu ​Veränderungen des Frontverlaufs.

Russland: Haben 285 ukrainische Drohnen abgefangen

Das russische Verteidigungsministerium ⁠teilt mit, die Luftverteidigung habe innerhalb von zwölf Stunden 285 ukrainische Drohnen abgefangen und zerstört. Die Vorfälle hätten sich vor allem in Zentral- und Westrussland ereignet, aber auch in der Republik Baschkortostan zwischen der Wolga und dem Ural. Der Moskauer ‌Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärt auf dem Kurznachrichtendienst Telegram, fünf auf die Hauptstadt zusteuernde Drohnen seien abgeschossen worden.

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